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So wächst die Schkola Gersdorf

Einfach war der Start für die Freie Schule im Markersdorfer Ortsteil nicht. Doch nun sind viele Hürden überwunden.

Auch in den Ferien ist Betrieb in der Schkola: Die Kinder kommen zu den Ferienspielen mit Lernbegleiterin Conny Lehnert.
Auch in den Ferien ist Betrieb in der Schkola: Die Kinder kommen zu den Ferienspielen mit Lernbegleiterin Conny Lehnert. © Constanze Junghanß

„Zukunftspläne“ steht auf dem kleinen Holzschild an der Eingangstür des Gersdorfer Schlosses. Darüber hängt ein Plakat: „Schkola Gersdorf“ steht da drauf. Die Freie Grundschule startete in diesem Schuljahr mit zwölf Schülern der Klassenstufe 1 und 2. Im kommenden Schuljahr werden das mehr Kinder sein. Ute Wunderlich, Geschäftsführerin der Schkola gGmbH, sagt, dass dann 20 Kinder bis zur dritten Klasse da lernen. Die Nachfrage sei mit etwa 40 Anmeldungen noch viel größer.

Der Start erwies sich für die jüngste der vier Schkola-Schulen im Landkreis als nicht so einfach, wenngleich das Konzept die Gersdorfer und viele Eltern von Anfang an überzeugte. Ursprünglich sollte die Schule bereits 2019 beginnen – mit Unterricht in Containern, weil notwendige Sanierungsarbeiten im Gebäude anstanden. Dann verzögerten sich durch die Corona-Pandemie Antworten von Nachfragen des Landesschulamtes.

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Aufgeben wollte niemand

Und auch die Containerlösung platzte. „Das Schloss steht ebenso wie der zugehörige Park unter Denkmalschutz“, erklärt Ute Wunderlich. Deshalb durften die Container als Zwischenlösung nicht im Park aufgestellt werden, habe die Denkmalbehörde entschieden. Aufgeben wollten aber weder die Elterninitiative noch die Schule. Mittlerweile wurden die ersten drei Räume saniert und dem Einzug stand nichts mehr im Wege.

„Das Schloss steht nun kurz vor den nächsten Sanierungsschritten. Die Planung bis zum Endausbau ist erfolgt und wir warten jeden Tag auf die Baugenehmigung“, sagt die Schkola-Geschäftsführerin. Als Nächstes sind neue Fußböden, Decken und Heizung für drei weitere Räume dran. Die Zimmer gehören zu dem ehemaligen Kindergarten, der früher im Schloss von der Gemeinde Markersdorf betrieben wurde. Die Bauarbeiten finden schrittweise statt.

Klassen werden stufenweise aufgebaut

Schrittweise wächst auch die Schule. Die Klassen werden stufenweise aufgebaut. Anfangs sollten mit dem Start in Gersdorf Mädchen und Jungen von der 1. bis 6. Klasse lernen. Jetzt kommt ab September die 3. Klasse dazu. Das Besondere: Die Kinder lernen in Lerngruppen in drei Klassenstufen zusammen. Es gibt eine Partnerklasse im polnischen Zgorzelec und die Mädchen und Jungen bekommen von Anfang an die polnische Sprache beigebracht.

Mit dem weiteren Ausbau des Schlosses werde zugleich die Region aufgewertet. „Es soll ein Ort der Begegnungen zwischen Jung und Alt, zwischen fern und nah, zwischen unterschiedlichen Menschen werden“, sagt Ute Wunderlich. Die Einrichtung hofft auf Gelder aus dem Strukturwandel und Förderung über das Leader-Programm, hat Anträge bei den Förderstellen eingereicht. Denn Schkola sei mehr als Schule. Von „Lebensgemeinschaft“ spricht Ute Wunderlich und auch davon, dass diese Schulform Menschen animieren kann, zurück in die Oberlausitz zu kommen.

Nächstes Projekt ist bereits geplant

Das beste Beispiel sei eine Familie aus Dresden, die hergezogen und den Nachwuchs in Gersdorf für das Unterrichten angemeldet hat. Die Schule besuchen vor allem Kinder aus Görlitz, aber auch aus Löbau, Sohland und Friedersdorf. Die Zugverbindungen seien sehr gut, wie Frau Wunderlich betont. Denn auch das spiele eine wichtige Rolle bei der Schulwahl.

Das nächste Projekt steht schon in den Startlöchern. Die Schkola konnte ein Waldstück pachten, wo der Förderverein einen Waldgarten errichtet. Lernen mitten und mit der Natur gehört zum Schulkonzept dazu.

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