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Flusspegel sinken schon wieder im Kreis Görlitz

Der Schwarze Schöps bereitete am Mittwoch kurzzeitig Sorgen. Doch ein Hochwasser ist nicht in Sicht.

Am Zulauf des Schwarzen Schöps zum Quitzdorfer Stausee haben Biber einen Damm gebaut. Die Regenfälle dieser Tage ließen den Fluss nur am Oberlauf anschwellen.
Am Zulauf des Schwarzen Schöps zum Quitzdorfer Stausee haben Biber einen Damm gebaut. Die Regenfälle dieser Tage ließen den Fluss nur am Oberlauf anschwellen. © André Schulze

Eigentlich kann die Region noch Regen vertragen. Doch die dicken, grauen Wolken und der Regen der vergangenen Tage ließen viele Menschen entlang der Flüsse und Bäche häufiger nach den Wasserständen schauen. Auch am Schwarzen Schöps, der sich durch den Landkreis schlängelt. 

Die Menschen, die am Schwarzen Schöps leben, haben in der Vergangenheit immer wieder Hochwasser erlebt. Doch diesmal ging alles glimpflich aus. Laut Aussage von Bürgermeister Horst Brückner gab es nur am Oberlauf des Schwarzen Schöps Hochwasser. Am Mittwoch wurde kurzzeitig die Alarmstufe 2 ausgerufen, die aber schon wieder aufgehoben ist, weil der Pegelstand sinkt. Gemeinde und Feuerwehr unternahmen die üblichen Kontrollgänge am Schwarzen Schöps. Weder in Jänkendorf noch in Nieder Seifersdorf musste die Feuerwehr ausrücken. Es gab keine Schäden. Der Pegelstand ist jetzt fast wieder normal laut Bürgermeister.

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Schnell gestiegen, schnell gefallen

Den Höhepunkt erreichte der Wasserstand des Schwarzen Schöps', der übrigens bei Sohland am Rotstein entspringt, in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag. 2 Uhr wurde mit 153 Zentimetern der höchste Wasserstand gemessen, 7,48 Kubikmeter Wasser flossen in jeder Sekunde am Pegelstand Jänkendorf ab. Am heutigen Donnerstag, 14.30 Uhr, war der Wasserstand auf 116 Zentimeter gefallen, die Durchflussmenge lag bei 4,48 Kubikmeter pro Sekunde. 

Da nur noch Regenschauer und kein anhaltender Regen angekündigt werden, dürfte sich die Situation am Schwarzen Schöps weiter entspannen.

So hoch wie hier am 21. Juni 2020 nach längeren Regenfällen stand das Wasser diesmal nicht an der Görlitzer Altstadtbrücke.
So hoch wie hier am 21. Juni 2020 nach längeren Regenfällen stand das Wasser diesmal nicht an der Görlitzer Altstadtbrücke. ©  Foto: Nikolai Schmidt

Neiße, Pließnitz und Weißer Schöps blieben in ihrem Bett

Die Görlitzer Feuerwehr hatte wegen des Regens am Mittwoch und Donnerstag nur wenig zusätzliche Arbeit. Bereits am Mittwoch sperrten Kameraden den Oder-Neiße-Radweg in Weinhübel. Anlass dafür war, dass das Wasser die Neißewiesen überflutet hatte und schon nah an den Radweg heranreichte. Wann der Radweg wieder freigegeben wird, steht derzeit noch nicht fest, sagt ein Sprecher der Feuerwehr am frühen Donnerstagnachmittag auf Nachfrage.

Für die Lausitzer Neiße besteht derzeit die Hochwasser-Warnstufe 1. Etwa 121 Kubikmeter Wasser fließen pro Sekunde in Görlitz ab, der Wasserstand betrug am Donnerstag 14.30 Uhr 3,72 Meter. Normal sind etwa 1,76 Meter Wasserstand und knapp 17 Kubikmeter  pro Sekunde im Wasserdurchlauf. Bis zum Sonnabend gegen 10 Uhr wird ein Wasserstand von 2,25 Metern vorhergesagt. In Rothenburg stieg der Pegel erst am Donnerstag so richtig an. Er erreichte gegen Mittag 1,95 Meter. Normal sind 85 Zentimeter. Für eine Hochwasser-Warnstufe reichte das aber nicht.

Für die Pließnitz wurde keine Warnstufe ausgerufen. Einem kurzzeitigen Wasseranstieg folgte ebenso schnell das Zurückgehen des Wassers. Am Pegelmesspunkt in Rennersdorf wurden am Donnerstag gegen 14.30 Uhr 1,38 Meter Wasserstand und eine Durchflussmenge von 2,1 Kubikmetern pro Sekunde festgestellt. 

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Schäden vom Wasserstand des Weißen Schöps' sind in der Gemeindeverwaltung Markersdorf heute nicht bekannt geworden. Der Fluss erreichte mit 1,47 Meter Wasserstand am Mittwoch an der Messstelle Holtendorf seinen Höchstwert. Es wurde keine Alarmstufe ausgerufen. Aktuell hat der Weiße Schöps dort noch einen Wasserstand von 76 Zentimetern. In Särichen erreichte der Fluss einen Wasserstand von 1,30 Metern, normal sind 57 Zentimeter.

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