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Sie ist die künftige Chefin vom Klinikum

Die bisherige Geschäftsführerin Ulrike Holtzsch geht in Ruhestand. Ihre Nachfolgerin kennen viele bereits.

Ines Hofmann (43) ist Personalleiterin im Klinikum. Ab März wird sie die Geschäftsführerin sein.
Ines Hofmann (43) ist Personalleiterin im Klinikum. Ab März wird sie die Geschäftsführerin sein. © André Schulze

Am Donnerstag hat der Görlitzer Stadtrat beschlossen, wer künftig das Städtische Klinikum Görlitz leiten soll. 31 Bewerber gab es.

Vier von ihnen hatte eine Findungskommission der Stadt in die engere Auswahl genommen. Eine Bewerberin unter ihnen schlug der Klinikums-Aufsichtsrat nun dem Stadtrat als Nachfolgerin von Ulrike Holtzsch vor, die das Klinikum seit Februar 2012 als Geschäftsführerin geleitet hat. Holtzsch war seit 1991 im Städtischen Klinikum tätig, lange Jahre als Verwaltungs- und kaufmännische Direktorin.

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Schon lange für Personal und Azubis zuständig

Mit einer Enthaltung einstimmig hat der Stadtrat am Donnerstagabend dem Vorschlag des Aufsichtsrates zugestimmt: Neue Geschäftsführerin wird Ines Hofmann. Seit 2010 ist sie bereits Personalleiterin des Städtischen Klinikums, seit 2018 Geschäftsführerin der Krankenhausakademie, wo Krankenpfleger und andere medizinische Berufe für den gesamten Landkreis Görlitz ausgebildet werden. Ihr neues Amt tritt sie zum 1. März nächsten Jahres an.

Hofmann stammt aus Görlitz, hat an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Erfurt studiert. danach verschlug es sie zunächst nach Frankfurt am Main, dann nach München. Sie arbeitete für die Allianz-Gruppe als Personalreferentin, in ähnlicher Stellung bei Hudson Advisors, ein Unternehmen, das auf Vermögens- und Immobilienverwaltung spezialisiert ist. "Nach 15 Jahren hat es mich zurückverschlagen." Nicht ganz bis nach Görlitz - die 44-Jährige wohnt in Königshain, hat zwei Kinder.

Das letzte Berufsjahr von Ulrike Holtzsch dürfte zu ihren schwersten zählen. Das Jahr, in dem sie das Städtische Klinikum Görlitz als Geschäftsführerin durch die Coronakrise geführt hat. Eine Krise, die derzeit in der Oberlausitz einen Höhepunkt erreicht hat.

Ulrike Holtzsch: Klinikum in Krise übernommen

Ulrike Holtzsch bei der Eröffnung des Mutter-Kind-Zentrums im September.
Ulrike Holtzsch bei der Eröffnung des Mutter-Kind-Zentrums im September. © Nikolai Schmidt

Ihr Dienstantritt war aber nach dem plötzlichen Scheitern ihres Vorgängers René A. Bostelaar aber zumindest intern ähnlich krisenbestimmt. In den vergangenen Jahren gelang es Frau Holtzsch, zum einen die Stimmung im Unternehmen zu verbessern, zum anderen aber auch das Klinikum erfolgreich zu führen, sodass es nie rote Zahlen schrieb und der Gesellschafter, also die Stadt Görlitz, Geld zuschießen musste.

Ruhestand aus beruflichen und persönlichen Gründen

Durch eine strikte Ausgabenpolitik und großzügige Förderung durch den Freistaat gelang es zugleich, das Klinikum zu modernisieren und die Konzentration am Standort Girbigsdorfer Straße zum Abschluss zu bringen. Zuletzt eröffnete das Mutter-Familien-Kind-Zentrum als modernste Gynäkologie in Sachsen.

Im Juli gab sie bekannt, dass sie aus persönlichen und beruflichen Gründen ihr Berufsleben im kommenden Februar beenden wolle. Sie ziehe den Hut vor dem, was Ulrike Holtzsch erreicht hat, so Ines Hofmann. Sie habe das Klinikum wirtschaftlich und medizinisch stark aufgestellt. Von ihren Schwerpunkten, wolle sie nicht groß abweichen.

Drei Zukunftspunkte für Klinikum

Ein Punkt, der ihr besonders wichtig ist, ist das Personal, also Ärzte und Pflegekräfte nach Görlitz zu holen, "zu halten und zu motivieren". Beispielsweise über eine gute Facharztausbildung von Medizin-Absolventen und über die Krankenhausakademie vor Ort. Die wurde 2018 eröffnet. Die Zentralisierung der Ausbildung von Pflegekräften in Görlitz war damals sehr umstritten. "Ich bin überzeugt, es war die richtige Entscheidung", sagt Ines Hofmann. Die Ausbildung in Görlitz werde sehr gut angenommen. 120 Plätze gibt es, "dieses Jahr mussten wir sogar noch ein paar Stühle dazustellen".

Einen zweiten wichtigen Punkt sieht sie darin, dass das Görlitzer Klinikum Schwerpunktkrankenhaus für Ostsachsen ist. Das heißt, es ist medizinisch breit aufgestellt. Bei fast allen Erkrankungen können Patienten in Görlitz und dem Umland vor Ort behandelt werden, auch fachübergreifend. Auch das sei ein wichtiger Punkt, um Personal auf sich aufmerksam machen zu können. Ausbauen möchte Ines Hofmann die Bereiche Tumorbehandlung, Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Altersmedizin.

Als dritten Punkt nennt Ines Hofmann eine engere Verzahnung mit den ambulanten Praxen. Je nachdem, wie sich die Lage bei Haus- und Fachärzten entwickelt, brauche auch das Klinikum Konzepte zur Versorgung der Patienten vor Ort. Die Notfallambulanzen für die Wochenenden und Feiertage sind seit Kurzem am Klinikum angesiedelt.

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