merken
PLUS Görlitz

Sieben neue Schweinepest-Fälle in Sachsen

Neue Kadaver von Wildschweinen wurden im Landkreis Görlitz gefunden. Indes schreitet der Bau des festen Zaunes weiter voran.

Petra Köpping, SPD, Sozialministerin von Sachsen (Mitte) sowie weitere Vertreter vom Technischen Hilfswerk (THW) und der Bundeswehr begutachten den Bau eines festen Zaunes gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest.
Petra Köpping, SPD, Sozialministerin von Sachsen (Mitte) sowie weitere Vertreter vom Technischen Hilfswerk (THW) und der Bundeswehr begutachten den Bau eines festen Zaunes gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Im Landkreis Görlitz sind bei der Suche nach Überresten von Tieren rund um Krauschwitz weitere Kadaver gefunden worden, bei denen der Erreger der Afrikanischen Schweinepest festgestellt wurde. Somit erhöht sich die Zahl der Schweinepest-Fälle auf 15. Neben dem ersten Fall eines von einem Jäger am 27. Oktober erlegten Tieres wurden bei der anschließenden Fallwildsuche sieben infizierte tote Tiere gefunden. Nun kommen nach erneuter Suche sieben weitere Fälle hinzu.

Die von der Landesuntersuchungsanstalt als infiziert festgestellten Proben wurden vom Friedrich-Loeffler-Institut, dem bundesdeutschen Referenzlabor, bestätigt. Auch die neuen Funde toter und infizierter Tiere wurden alle nahe der Neiße innerhalb des gefährdeten Gebietes rund um Krauschwitz entdeckt. Insgesamt fanden die Suchtrupps rund 70 Kadaver.

Anzeige
Die WOGENO sucht neue Mitarbeiter
Die WOGENO sucht neue Mitarbeiter

Die Wohnungsgenossenschaft Zittau eG bietet für engagierte Bewerber ein attraktives und verlässliches Arbeitsumfeld.

Der Krisenstab des Sozialministeriums beraten nun, was weiter zu tun ist. Im Ergebnis werden die Sperrzonen neu festgelegt und erweitert. Das wird dann per Allgemeinverfügung bekanntgegeben. Darin einfließen werden auch die Empfehlungen der Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts und der EU.

Zugleich hat der Freistaat rund um das Gebiet, wo die Schweinepest aufgetreten ist, einen Zaun errichtet. Außerdem entsteht ein fester Grenzzaun an der Neiße, um Wildscheine daran zu hindern, durch die Neiße von Polen nach Deutschland zu kommen und so sie Schweinepest weiter einzuschleppen.

Sachsen hat entlang der polnischen Grenze den festen Wildschutzzaun an Brandenburg anschließen können, teilte das Sozialministerium Sachsens am Mittwoch mit. Dafür wurde die letzte Lücke zwischen Köbeln und Bad Muskau geschlossen. Der Freistaat hatte am 11. November mit dem Bau des rund 56 Kilometer langen Metallzauns von der brandenburgischen Landesgrenze im Norden bis zur Autobahn A4 bei Görlitz begonnen.

Der Grenzzaun gilt als wichtige Maßnahme zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland und wird derzeit an der gesamten deutsch-polnischen Grenze gebaut. Brandenburg hatte bereits am 24. September im Süden des Landes mit dem Bau eines festen Zauns entlang der Grenze begonnen. Von insgesamt rund 270 Kilometern sind gut 120 Kilometer fertig gestellt, der Zaun zwischen Frankfurt (Oder) und der sächsischen Grenze bis auf wenige Tore geschlossen.

Bekämpfung ist länderübergreifende Aufgabe

"Wir erhoffen uns von dem festen Zaun im Grenzverlauf einen stärkeren Schutz vor dem Übertritt der Afrikanischen Schweinepest nach Sachsen. Bisher waren alle Funde im Bereich der Neiße. Das deutet darauf, dass die infizierten Tiere aus dem Nachbarland kamen", sagt Sachsens Staatsministerin Petra Köpping.

Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher ergänzt: "Von Anfang an war der Infektionsdruck aus Polen gerade in Südbrandenburg und Nordsachsen besonders hoch. Darum ist es wichtig, dass nun auch hier der Zaun geschlossen und eine schwer zu überwindende Hürde für die Wildschweine geschaffen ist." Sie freue sich über diesen symbolischen Zaunschluss zwischen den Bundesländern, zeige er doch, dass die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest eine länderübergreifende Aufgabe sei. Es gelte, die weitere Ausbreitung der Tierseuche und das Übergreifen auf Hauschweinbestände gemeinsam mit allen Mitteln zu verhindern.

Weiterführende Artikel

Schweinepest: Große Jagd in Tschechien

Schweinepest: Große Jagd in Tschechien

Die Seuche rückt näher. Von der Böhmischen Schweiz bis zum Riesengebirge werden Tiere abgeschossen.

1.000 Tiere auf Schweinepest getestet

1.000 Tiere auf Schweinepest getestet

Noch ist kein Fall der Tierseuche im Landkreis bekannt geworden. Die Prävention ist dennoch wichtig.

Der erste Schweinpest-Ausbruch beim Schwarzwild in Deutschland war am 10. September 2020 in Süd-Brandenburg festgestellt worden. Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Allgemeinerkrankung der Haus- und Wildschweine, die laut Sozialministerium fast immer tödlich verläuft und unheilbar sei. Für den Menschen und andere Tierarten sei die Krankheit weder ansteckend noch gefährlich. (SZ/mit dpa)

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz