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Der Silvesterkarpfen ist sicher

In Görlitz, Sproitz und Löbau wird der Festtagsschmaus frisch angeboten. Die Zubereitung obliegt aber jedem Hobbykoch selbst.

Bei vielen Familien gehört der Karpfen als Silvesterschmaus zur Tradition.
Bei vielen Familien gehört der Karpfen als Silvesterschmaus zur Tradition. © dpa-Zentralbild

Karpfen blau, gebacken oder gebraten - die Vorlieben für den traditionellen Silvesterschmaus sind verschieden. Darauf verzichten muss auch in diesem so verrückten Jahr niemand. Dafür sorgt unter anderem die Kreba Fisch GmbH.

Damit jeder, der es möchte, seinen Silvesterkarpfen bekommen kann, sind die Krebaer Fischer in der Region unterwegs und bieten den Fisch frisch vom Fahrzeug aus auf den traditionellen Plätzen an.

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Karpfen werden in hiesigen Gefilden traditionell gern zu Silvester zubereitet und verspeist. Bei den polnischen Nachbarn ist dieser Fisch schon zum Weihnachtsfest ein Muss.
Karpfen werden in hiesigen Gefilden traditionell gern zu Silvester zubereitet und verspeist. Bei den polnischen Nachbarn ist dieser Fisch schon zum Weihnachtsfest ein Muss. © Ullmann

Frischer Fisch aus der Teichlandschaft

In Görlitz ist dieser Platz der Markt auf der Elisabethstraße. Am 30. Dezember verkaufen die Krebaer ihre Fische dort direkt aus einem Wasserbehälter vom Lkw aus, und zwar von 8 bis 16 Uhr. An diesem Tag gibt es den frischen Fisch auch in Löbau vor dem Kaufland. Auch am Silvestertag stehen die Fischbehälter an der Görlitzer Elisabethstraße und in Löbau, dann allerdings nur von 8 bis 12 Uhr. Und natürlich gibt es die Flossentiere an beiden Tagen im Hofladen der Kreba Fisch GmbH. Er befindet sich an der Satzfischanlage in Sproitz.

Obwohl der Fischzuchtbetrieb in diesem Jahr immer noch mit den Auswirkungen der vorangegangenen beiden Jahre kämpfen musste, bleibt der Preis für den Karpfen stabil - zumindest bis zum Ende dieser Saison, wie Geschäftsführer Dietmar Mühle bestätigt. 5,50 Euro kostet das Kilogramm Karpfen. Diese Karpfensaison endet zum nächsten Osterfest.

Kompliziertes Produktionsjahr

Wie viele Karpfen, Hechte, Welse, Forellen und andere heimische Fische der Betrieb in diesem Jahr verkaufen wird, kann der Geschäftsführer noch nicht sagen. Das Heranziehen der Fische war in diesem Jahr äußerst kompliziert, erklärt er. Obwohl es 2020 etwas mehr Niederschläge gab als die beiden Jahre zuvor, wirkte sich die Trockenheit von 2018 und 2019 noch immer aus. "Der Wasserzulauf war gering, der Grundwasserstand niedrig, die Vorfluter waren oft ohne Wasser, so dass wir die Teiche nicht wie nötig auffüllen konnten", erklärt Dietmar Mühle.

Die Karpfen konnten teilweise nicht so gefüttert werden, wie es notwendig gewesen wäre. Deshalb wuchsen sie nicht so wie gewünscht, blieben kleiner. Die Fische mussten zum Teil abgefischt und in andere Teiche umgesetzt werden. Diese Probleme werden sich in der Produktionsmenge und im Sortiment widerspiegeln. "Aber niemand muss Angst haben, dass er ohne Silvesterkarpfen bleibt oder künftig auf frischen Fisch aus heimischen Gewässern verzichten muss", betont Dietmar Mühle.

Das Abfischen an der Schwarzen Lache ist seit Jahren ein regelrechtes Volksfest. In diesem Jahr fiel es Corona bedingt buchstäblich ins Wasser. Abgefischt wurde trotzdem.
Das Abfischen an der Schwarzen Lache ist seit Jahren ein regelrechtes Volksfest. In diesem Jahr fiel es Corona bedingt buchstäblich ins Wasser. Abgefischt wurde trotzdem. © Archiv/Jost Schmidtchen

Erzgebirgler lieben große Karpfen

Die Kreba Fisch GmbH liefert ihre Fische nicht nur in die Oberlausitz. Karpfen und Co. aus den Gewässern der hiesigen Heide- und Teichlandschaft produzieren die Krebaer Fischzüchter auch für den Großhandel. Der wiederum verkauft die Fische deutschlandweit und darüber hinaus. Den Fischzüchtern sind dabei die Kunden in ganz Deutschland genau so wichtig wie die Vermarktung in der Region. Auch deswegen hat das Lachefischen in Kreba große Tradition und entwickelte sich zum regelrechten Volksfest. In diesem Jahr allerdings machte die Corona-Pandemie einen Strich durch das Fischerfest beim Lachefischen.

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Während in der Oberlausitz bei Karpfen keine Vorliebe zu einer bestimmten Größe der Flossentiere auszumachen ist, bevorzugen die norddeutschen Kunden große Karpfen. "Auch die Feinschmecker im Erzgebirge setzen eher auf größere Karpfen", berichtet Dietmar Mühle. So wie die Vorlieben zur Karpfengröße unterschiedlich sind, so sind es auch die Geschmäcker. Und deswegen kommt der Karpfen auch am Silvestertag blau, gebacken oder gebraten auf den Tisch. Bei Dietmar Mühle allerdings nicht: Am letzten Tag des Jahres gibt es im Hause Mühle traditionell Bratwurst mit Sauerkraut, auch wenn der Geschäftsführer selbst gern Karpfen isst.

Riesenwelse, wie dieser aus der Talsperre Malter, gibt es in den Krebaer Teichen wohl nicht, Welse an sich aber schon. Auch Lachse, Forellen, Schleie, Störe und Hechte werden gezüchtet.
Riesenwelse, wie dieser aus der Talsperre Malter, gibt es in den Krebaer Teichen wohl nicht, Welse an sich aber schon. Auch Lachse, Forellen, Schleie, Störe und Hechte werden gezüchtet. © Archivfoto

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