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Jubel

So gratulieren Promis der SZ in Görlitz/Niesky

75 Jahre SZ: Sie sind Landrat, Unternehmer, Pfarrer oder einfach Bürger. Zum Jubiläum berichten sie, was sie mit der SZ verbindet, was sie gut finden und was sie sich wünschen.

©  SZ-Collage

Firmenarchiv aus SZ-Artikeln

Von Tino Kittner

Tino Kittner hat sich 2002 in Rothenburg mit der Firma Neißetours selbstständig gemacht. Hier steht er vor Paddelbooten.
Tino Kittner hat sich 2002 in Rothenburg mit der Firma Neißetours selbstständig gemacht. Hier steht er vor Paddelbooten. ©  SZ-Archiv / André Schulze

Als Kind der Wende, 1989 war ich 18 Jahre alt, bin ich mit der Sächsischen Zeitung aufgewachsen. Gerade Anfang der 90er-Jahre war der Gang früh zum Briefkasten das Erste am Tag. Gut informiert zu sein, war damals wie heute für mich wichtig, um als Unternehmer und Stadtrat mitreden zu können. Als ich im Mai 2002 meine Bootstouren in Rothenburg eröffnete, war die Sächsische Zeitung natürlich auch mit dabei. Mit ihrem Fotografen Rolf Ullmann im Boot, machten wir unsere erste öffentliche Jungfernfahrt auf der Neiße. Nicht nur dieser wunderschöne Artikel vom Mai 2002, sondern auch viele andere Berichte aus der SZ über die Neiße, bewahre ich auf. Erst kürzlich habe ich diese mit meinen Kindern angesehen und darüber gesprochen, wie vor 18 Jahren alles begann mit dem Bootstourismus auf der Neiße.

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Recherche übernimmt kein Google

Von Sven Mimus

Sven Mimus wohnt in Kodersdorf und ist unter Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz.
Sven Mimus wohnt in Kodersdorf und ist unter Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz. ©  SZ-Archiv / André Schulze

Zu meinem runden Geburtstag im vergangenen Jahr habe ich sie bekommen. Ein Exemplar von vor genau 40 Jahren. Auch mein Opa war akribisch zu meinen Kindheitstagen damit beschäftigt, sie zu lesen, förmlich zu studieren. Anschließend wurden Artikel fein säuberlich nach Rubriken ausgeschnitten und abgelegt. Selbst das Wetter bekam den dafür vorgesehenen Platz im perfekt geführten Tagebuch. Diese Tiefe des Studiums aller Seiten schaffe ich leider nicht.

Dennoch gehört sie dazu – die Sächsische Zeitung. Abends schon mal im Querlesen digital, morgens dann als Papierausgabe. 75 Jahre sind eine lange Zeit. Dafür meinen Respekt und gleichzeitig Anerkennung. Es ist sicher keine leichte Aufgabe täglich neu die Menge an Inhalten zu finden, Texte zu verfassen und sich mit diesen dann – hin und wieder sehr emotional – auch der Diskussion zu stellen. Die Kanäle der Informationsverbreitung sind heute sehr vielfältig. Dennoch möchte ich die Sächsische Zeitung nicht missen. Die Berichterstattung über Ereignisse, die direkt vor der Haustür passieren, verfolge ich gern und intensiv. Die Recherchen der Redakteure kann dann eben doch kein Google oder Twitter übernehmen – dafür auch meinen Dank.

Eines ist in den 75 Jahren bestimmt gleichgeblieben: Die Beschaffung von Hintergrundinformationen zu aktuellen Geschehnissen war sicher zu keiner Zeit ein Selbstläufer. Hierfür gilt es Kontakte zu pflegen, neutral Bericht zu erstatten und hin und wieder auch nicht direkt jedwedem Gerücht nachzulaufen. Ich empfinde die Zusammenarbeit auf Augenhöhe, freue mich über eine positive Berichterstattung und nehme sachliche Kritik aus den Augen neutraler Journalisten immer ernst. Natürlich sind mir gute Geschichten lieber als kritische Zeilen. Ich weiß aber, dass beides für eine vollumfängliche Betrachtung zwingend notwendig ist.

Für die nächsten 75 Jahre wünsche ich starke Nerven und immer das notwendige Gespür, vielleicht Glück, beim Finden von Themen. Einen Wunsch hätte ich noch – da ich alle Lokalteile aus dem Landkreis Görlitz lese, wäre eine spezifisch zusammengestellte PDF mit eben jenen Artikeln einmal am Tag für mich eine super Sache.

Die SZ ist Sprachrohr der Gesellschaft

Von Juliane Wedlich

Juliane Wedlich und Danilo Kuscher vom Kühlhaus-Verein Görlitz und Daniel Reichstein (von links) von Little John Bikes bei einer Aktion am Berzdorfer See.
Juliane Wedlich und Danilo Kuscher vom Kühlhaus-Verein Görlitz und Daniel Reichstein (von links) von Little John Bikes bei einer Aktion am Berzdorfer See. © SZ-Archiv / Pawel Sosnowski

Als Kind der 80er ist für mich das Ritual des Zeitunglesens, am besten bei der ersten Tasse Kaffee am Morgen, nur noch ein verstaubtes Relikt der Vergangenheit – ein Ritual der Eltern und Großeltern. Statt allmorgendlich als gedruckte Version im Briefkasten zu landen, erscheinen die Neuigkeiten und Artikel bei mir als Onlineversion auf dem Screen meines Tablets, Smartphones oder Computers. Der Kommunikationskanal hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert, aber die Aufgabe und Mission einer Tageszeitung nicht. Die SZ ist für mich Informationskanal, Sprachrohr und Barometer der Gesellschaft in der Region.

Der Blick darüber hinaus ist enorm wichtig, aber der in die Gesellschaft vor Ort noch viel mehr. Er zeigt die Vielfalt, das Potenzial, die Möglichkeiten, aber auch Probleme und Sorgen. Ich hoffe, dass gerade beim regionalen Journalismus noch mehr das Bewusstsein wächst, wie wichtig es ist, durch positive und fachlich sehr gut recherchierte Beiträge mitzugestalten. Ich wünsche mir eine Zeitung mit objektiven Artikeln, basierend auf fachlich korrekter Recherche – ein Medium für weniger Gegeneinander und mehr Miteinander!

Auf die nächsten 75 Jahre! Cheers.

Die Journalisten bleiben dran und haken nach

Von Ines Hofmann

Ines Hofmann leitet seit dem März das Stadtische Klinikum Görlitz als Geschäftsführerin.
Ines Hofmann leitet seit dem März das Stadtische Klinikum Görlitz als Geschäftsführerin. © Paul Glaser

Das Zeitunglesen spielte schon in meiner Kindheit eine große Rolle – allerdings weniger bei mir selbst als vielmehr bei meinen Eltern. Einen Tag ohne einen Blick in die (Sächsische) Zeitung – das gab es nicht. Und heute? Heute ist es für mich, wie ein Stück zur Ruhe zu kommen, wenn ich selbst zur Zeitung greife. Ich lese gern Hintergrundberichte. Hier hat sich in den letzten ein bis zwei Jahren vor allem im Lokalteil der Görlitzer Zeitung viel getan.

Die Journalisten bringen nicht einfach eine Story, um sie einmal zu erzählen. Nein, sie bleiben dran und haken nach. Immer häufiger lese ich zwei oder drei Beiträge zu einem Thema, weil die Journalisten weiter recherchiert haben und Dinge aufklären wollen. Diese Form des Journalismus finde ich sehr gut und auch spannend in einer Zeit, in der im Internet alles so schnell durch die Timeline läuft und nach 24 Stunden wieder aus dem Blick ist. Eine Rubrik in der Görlitzer SZ ist sehr gut in Erinnerung geblieben. Sie hieß „Die Gute Nachricht“ und hatte sogar ein kleines Logo. Dort wurde über positive Dinge berichtet.

Leider lief diese Gute Nachricht nicht sehr lange, dabei gibt es viele schöne Dinge zu berichten. Wäre das nicht mal eine Wiederauflage wert? Auch die Rubrik „Junge Macher“ fand ich super – das war vielfältig, regional und gab mir positive Inspiration. Ach ja, die Kolumne „Auch das gibt’s“ hat mich zum Schmunzeln gebracht – ich fand es schön, meinen Kopf auch mal mit etwas „zu befüllen“, was einem einen anderen Blickwinkel und andere Themen bietet. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!

Wie SZ und Siemensianer für Görlitz kämpften

Von Christoph Scholze

Christoph Scholze (zweiter von links) in München bei der Übergabe des Zukunftspapiers der Görlitzer Siemensianer an Joe Kaeser (zweiter von rechts).
Christoph Scholze (zweiter von links) in München bei der Übergabe des Zukunftspapiers der Görlitzer Siemensianer an Joe Kaeser (zweiter von rechts). © privat

Lange musste ich nicht überlegen, als ich nach ein paar Worten zum Thema „Ich und meine SZ“ suchte. Mir fällt sofort das tägliche Ritual ein, SZ online schauen, was gibt’s Neues, was kommt auf uns zu. Oder der samstägliche Gang zum Briefkasten, die Wochenendausgabe im Printformat, eine schöne Tasse Kaffee und schon sitzt man auf einem seiner heimischen Lieblingsplätze und fängt an zu schmökern. Alle im Haus wissen dann, es ist Papa-Zeit, bitte nicht stören.

Doch berichten möchte ich gern von einem meiner ersten Momente mit „meiner SZ“. Alles begann an einem verregneten und kalten Tag im Januar 2018. 35 furchtlose Siemensianer begaben sich damals unter tosendem Applaus von Kollegen und Menschen aus Görlitz mit dem Fahrrad auf eine 750 Kilometer lange Odyssee in Richtung München, zur Jahreshauptversammlung der Siemens AG. Ziel war eine öffentlich wirksame Übergabe unseres Zukunftspapieres an den Siemens-Vorstand und damit die Verhinderung der drohenden Schließung des Görlitzer Siemens-Werkes.

Ich war damals für die Organisation und Medienarbeit auf dieser Reise verantwortlich und hatte in diesem Zusammenhang täglich mit Vertretern der bundesweiten Presse regen Austausch. TV, Radio und Printmedien haben uns in dieser spannenden Zeit begleitet und über uns berichtet. In besonderer Erinnerung ist dabei jedoch die Zusammenarbeit mit der SZ geblieben. Als das allabendliche Telefonat mit Sebastian Beutler zum Ritual wurde. Wir tauschten uns über die Stimmung in der Truppe, die Erlebnisse der jeweiligen Etappe und über unsere Ziele und unsere Hoffnung aus. Tagesaktuelle Fotos gingen direkt von der Strecke nach Görlitz in die SZ- Redaktion, und wir hatten förmlich das Gefühl einer Live-Berichterstattung.

Christoph Scholze, stammt aus Berthelsdorf, lebt aber seit Jahren in Görlitz. Er war aktiv beim Kampf für die Erhaltung des Siemens-Werkes in Görlitz und arbeitet jetzt als Innovationsmanager bei Siemens Energy.
Christoph Scholze, stammt aus Berthelsdorf, lebt aber seit Jahren in Görlitz. Er war aktiv beim Kampf für die Erhaltung des Siemens-Werkes in Görlitz und arbeitet jetzt als Innovationsmanager bei Siemens Energy. © Pawel Sosnowski

Wenn wir am Abend fernab der Heimat in gemütlicher Runde beisammensaßen, dann war es immer ein ganz besonderer Moment, wenn wir auf SZ-online „unseren“ Bericht laut vorlasen. Wir fühlten uns dann immer ganz nah an unseren Kollegen, den Familien und unserem Zuhause. Es motivierte uns, weiter durchzuhalten und wir schmiedeten voller Tatendrang neue Pläne. So weit weg von zu Hause hatten wir durch die SZ immer das Gefühl, dass Görlitz ganz nah bei uns ist und wir nicht allein Sturm und Schneetreiben trotzen müssen. Wir wussten, wir fahren nicht umsonst, wir werden gehört, und wir waren überzeugt, dass wir am Ende belohnt werden.

Am Ende standen wir alle gemeinsam in den Katakomben der Münchner Olympiahalle und trafen den damaligen Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser. Wir übergaben ihm unser Zukunftspapier, und zeigten ihm, was wir Görlitzer imstande zu leisten sind und dass man sich auf uns verlassen kann. Wie die Geschichte ausging, wissen wir alle! Die SZ wird mir in dieser bewegtesten Zeit meines Lebens immer in Erinnerung bleiben. Als Teil des Erfolgs. Alles Gute zum 75. Geburtstag.

Ein Wunsch: Mehr positive Berichte

Von Beate Hoffmann

Die Nieskyer Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann (rechts) und Pfarrer Krystian Burczek zeigen das Autobahnschild für Niesky – um das engagiert gekämpft wurde.
Die Nieskyer Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann (rechts) und Pfarrer Krystian Burczek zeigen das Autobahnschild für Niesky – um das engagiert gekämpft wurde. ©  SZ-Archiv / André Schulze

Das Lesen der Tageszeitung wurde mir bereits als Jugendliche durch die Familie ans Herz gelegt. Nur waren meine Romane interessanter als die Zeitung. Mit dem Berufsleben und der Familiengründung änderte sich das schlagartig. Als Eltern war man stolz, wenn die Kinder mit Foto oder namentlich im Kindergarten, der Schule und vor allem beim Sport benannt wurden. Jeder Artikel wurde ausgeschnitten und im Album verewigt.

Die Zeiten haben sich gewandelt und die Berichterstattung hat sich geändert. Das muss man akzeptieren. Nur wünschte ich mir für unsere schöne Lausitz viel mehr positive Beiträge und Geschichten. Die großen negativen Schlagzeilen sollte die SZ anderen Medien überlassen. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam unsere Kompetenzen, Erfahrungen, Ideen für die Menschen hier vor Ort nutzen, die Meinung der anderen akzeptieren und vor allem gründlich recherchieren! Dazu wünsche ich Ihnen viel Erfolg und freue mich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit !

Wenn ich die SZ lese, bin ich zu Hause

Von Theresa Rinecker

Theresa Rinecker (links) während des Gottesdienstes, als sie als Generalsuperintendentin (EKBO) des Sprengels Görlitz eingeführt wurde. Rechts ihr Vorgänger Martin Herche.
Theresa Rinecker (links) während des Gottesdienstes, als sie als Generalsuperintendentin (EKBO) des Sprengels Görlitz eingeführt wurde. Rechts ihr Vorgänger Martin Herche. © SZ-Archiv / Pawel Sosnowski

Manche sagen ja, Zeitung lesen regt sie auf. Freilich regt es mitunter auf, was es da zu lesen gibt. Mir geht es allerdings eher so, dass es mich beruhigt, die Sächsische Zeitung zu lesen. Das liegt daran, dass ich sie nicht irgendwann zwischendurch lese, sondern in einer besonderen Zeit. Wenn Pause ist, breite ich sie vor mir aus. Special time mit der Zeitung. Am liebsten mit einer Tasse Kaffee dazu. Am liebsten lese ich sie zu Hause. Also, wenn ich die SZ lese, bin ich zu Hause, in Görlitz. Und das an sich ist beruhigend.

Zeitung lesen braucht für mich Auszeit. Und so wird das Lesen selber zur Auszeit. Ich schlage sie auf und bin überrascht, was mir ohne die Zeitung entgangen wäre. Ich schlage sie auf und entdecke bekannte Gesichter, manchen bereichernden Rückblick und vor allem Aktuelles. Die neusten Diskussionen über Schule oder den Berzi. Das Hin und Her zum Kaufhaus. Unterschiedliche Perspektiven. Ich erfahre Hintergründe und versuche, mir eine eigene Meinung zu bilden.

Manchmal gelingt mir das nicht, weil ich selber hin- und hergerissen bin zwischen den Argumenten. Aber ich bin informiert. Und schaue beim Spazieren gehen durch die Stadt genauer hin. So entdecke ich mein Zuhause noch einmal neu.

Heimatgefühle prägen die Zeitung und machen sie mir auch zum Boten dafür. Und manchmal, das gebe ich gerne zu, schmunzele ich auch. Weil sie so leidenschaftlich daherkommt. Sie ist verliebt in die Geschichten, die Mut machen. Sie ist verliebt in Menschen, die zurückkommen und die hier etwas Neues ausprobieren. Und sie ist kämpferisch und entschieden lokal, wenn Siemens- und Bombardier-Arbeitsplätze bedroht sind. Ja, mitunter muss man seinen Standpunkt auch klar benennen.

Die Zeitung liegt auf dem Tisch, ich breite sie aus. Der Kaffee duftet. Lesezeit. Ankommenszeit. Gerne mit der SZ.

Ich bin fast immer zufrieden

Von Willi Xylander

Prof. Dr. Willi Xylander ist Direktor des Senckenberg Naturkundemuseums Görlitz und leitet die Abteilung Bodenkunde.
Prof. Dr. Willi Xylander ist Direktor des Senckenberg Naturkundemuseums Görlitz und leitet die Abteilung Bodenkunde. © Museum

Ich bin bekennender Zeitungsleser und Radiohörer. Diese beiden Medien versorgen mich zu 90 Prozent (und mehr) mit Informationen zu den Themen des Tages. Dabei habe ich meine Präferenzen: den Deutschlandfunk für die globalen und nationalen Nachrichten, die Sächsische Zeitung für die Landespolitik, das Regionale und Stadtpolitische. Insofern zahle ich gern und mit Überzeugung mein Zeitungsabonnement und die Rundfunkgebühr.

Ich möchte informiert sein über das, was in der Stadt läuft, weil dies für mich persönlich, aber auch für meine berufliche Tätigkeit, wichtig ist. Und oft ist es interessant zu hören, was Personen machen, die man kennt oder die – ohne, dass man sie persönlich kennengelernt hat – in ähnliche Richtungen denken und agieren, wie ich selber. Immer wieder nehme ich mit Personen Kontakt auf, deren Namen ich in Zusammenhang mit meinen oder Interessen des Museums in der Zeitung lese, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu sondieren. Die Zeitung berichtet regelmäßig über uns. Das freut mich, auch wenn ich mir wünschte, dass die Wahrnehmung des Senckenberg-Museums als Forschungseinrichtung stärker wäre. Auch unsere internationalen Wanderausstellungen finden andernorts ein deutlich enthusiastischeres mediales Echo als vor Ort.

Als Leser bin ich mit „meiner SZ“ fast immer zufrieden. Manchmal jedoch lese ich Berichte von Veranstaltungen, bei denen ich anwesend oder an denen ich beteiligt war, und habe das Gefühl: „Ich bin im falschen Film.“ Oder ein Bericht steht im krassen Gegensatz zur Überschrift, die eine Nebensächlichkeit extrem kritisch beschreibt, während der Bericht positiv ist. Das ertrage ich dann (weil es selten der Fall ist), denke mir meinen Teil und wende mich gelegentlich mit meiner Sicht an die Redaktion. „Meine Sächsische Zeitung“ reflektiert insofern meine Umwelt: Wenn ich das Gute will, muss ich auch dessen Mängel hinnehmen. Und an der Verbesserung mitarbeiten.

In diesem Sinne freue mich weiterhin auf guten Journalismus und darauf, auch zukünftig meine Zeitung in der Hand haltend lesen zu können!

Konstruktive Kritik ist wichtig

Von Octavian Ursu

Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu mit der Wahl-Filmklappe.
Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu mit der Wahl-Filmklappe. ©  Nikolai Schmidt

Seit ich in Görlitz lebe – inzwischen seit über drei Jahrzehnten – begleitet mich die Sächsische Zeitung jeden Tag. Mittlerweile unterwegs auch online, am liebsten aber noch immer in der gedruckten Ausgabe am Frühstückstisch. Für mich war und ist sie eine der wichtigsten Informationsquellen für Dinge, die in Görlitz, im Landkreis im Dreiländereck und in Sachsen passieren. Ich erlebe die Sächsische also selbst bereits seit mehr als einem Drittel ihrer bisherigen Lebenszeit, die inzwischen fast ein ganzes Menschenleben umfasst. Wie kaum in einem anderen Lebensbereich kann man an ihr die Geschichte der vergangenen drei Generationen ablesen und erleben: historisch und politisch, aber auch grafisch und technisch. Was geblieben ist und hoffentlich bleiben wird, ist der Kern der Sächsischen Zeitung. Unabhängig von gesellschaftlichen Entwicklungen und digitalem Fortschritt sind das informative, interessante und berührende Texte, die im besten Fall von aussagekräftigen Fotos oder guten Grafiken begleitet werden.

„Zeitung machen“ ist in den vergangenen Jahrzehnten immer schnelllebiger geworden. Stets aktuell und unverwechselbar zu sein, digital und gedruckt das Wichtigste aufzubereiten, verschiedene Menschen und Meinungen einzubeziehen, und damit das Vertrauen einer breiten Leserschaft zu halten, ist zu einer großen Herausforderung geworden.

Das sage ich nicht nur als Privatperson und Leser, sondern auch als Oberbürger-meister der Stadt Görlitz. Sachliche Pressegespräche, konstruktive Kritik und korrekte Berichterstattung sind mir wichtig. Diesen Umgang habe ich sowohl in meinen früheren beruflichen Tätigkeiten als auch später als Vereinsvorsitzender, Stadtrat, Landtagsabgeordneter mit der Sächsischen gehabt und erlebe ihn jetzt als Oberbürgermeister immer wieder.

In diesem Sinne, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sächsischen Zeitung, herzlichen Glückwunsch zum 75. Geburtstag!

Was wäre der Tierpark ohne die SZ ...

Von Sven Hammer

Sven Hammer ist seit 2011 Direktor des Tierparks Görlitz.
Sven Hammer ist seit 2011 Direktor des Tierparks Görlitz. © Paul Glaser

Der Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec ist inzwischen 64 Jahre alt und die Sächsische Zeitung war immer dabei – in guten wie in schwierigen Zeiten. Damit gehört die SZ zum Tierpark wie der Tierpark zur SZ. Was wäre die SZ ohne tierische Mitteilungen, was wäre der Tierpark, ohne dass die Menschen über die Neuigkeiten aus der zoologischen Einrichtung erfahren würden? Aus dem Archiv der SZ lässt sich vieles über die Geschichte und Entwicklung des Tierparks herauslesen. Waren es früher zum Beispiel Berichte über spektakuläre öffentliche Auftritte mit Bären, liegt der Fokus mittlerweile stärker auf Themen des Artenschutzes.

„Alte Hasen“ erinnern sich sicherlich noch an die beliebte Kolumne von Mäcky Rhesus: eine regelmäßige Berichterstattung aus Sicht eines Tierparkbewohners direkt aus dem Zoo. Zum 50-jährigen Jubiläum des Tierparks erschien gar eine eigene Sonderausgabe. Heute überwiegen Artikel über die erfolgreiche Nachzucht gefährdeter Arten, geplante Bauvorhaben und Veranstaltungen oder Artenschutz-Projekte. Damit ist die SZ einer der wichtigsten Multiplikatoren für den Tierpark, um für die Belange des Arten- und Naturschutzes zu sensibilisieren.

Besonders hervorzuheben ist die jahrelange gute Zusammenarbeit zwischen der SZ- und Tierpark-Belegschaft. Egal ob journalistische Berichterstattung, Anzeigen-Platzierung oder Highlights für SZ-Card-Besitzer im Zoo - an Ideen mangelt es nie. Gemeinsam organisierte Feste wie das Pfingstkonzert 2014, das Halloween-Fest 2017 oder das 2018 veranstaltete Tierparkfest mit Flohmarkt sind nur einige der zahlreichen Ergebnisse der intensiven Kooperation. Wir gratulieren der SZ ganz herzlich zum 75-jährigen Bestehen und freuen uns auf viele weitere Jahre mit qualitätsvollem Journalismus!

Ein Hoch auf das gedruckte Wort

Von Dagmar Ickert

Dagmar Ickert aus Reichenbach mag die gedruckte SZ.
Dagmar Ickert aus Reichenbach mag die gedruckte SZ. © privat

Jeden Morgen wartet sie in unserem Briefkasten, denn eine Tageszeitung ist etwas Verlässliches. Da der frühe Vogel den Wurm fängt, hat der, der die SZ reinholt, das Privileg des Erstlesers. Freilich sind Digitalabos zeitgemäßer, toll fürs Klima und niemand muss ein Loch in die Zeitung schneiden, um etwas weiterzuleiten. Doch die Frischgedruckte aus dem kalten Briefkasten ins warme Haus zu tragen und sie leibhaftig in den Händen zu halten, das ist heute wie vor Jahrzehnten noch immer ein Ritual. Jeder liest anders, von vorn oder hinten beginnend, manchen darf man beim Studieren der Tagespresse nicht stören.

Viel Konfliktpotenzial also, und wehe die Rubriken wurden nicht entsprechend ihrer Reihenfolge wieder ordentlich zusammengelegt oder das Titelblatt ziert bereits der Brotbelag vom Frühstück. Auch die Jüngsten wissen spätestens seit Karla Kolumna, der rasenden Reporterin aus Benjamin Blümchen, dass der Einfluss einer Lokalpresse nicht zu unterschätzen ist, denn sie schafft es, die Stadt interessanter und das Dorf liebenswerter zu machen. Der Leser darf sich beteiligen. Überhaupt sind Leserbriefe als Plattform der Streitkultur oft besser durchdacht und strukturiert, als mancher allzu flotte Kommentar im Netz.

Zu Unrecht wirft man dem Konsument der Printausgabe vor, nur durch das Lesen der Todesanzeigen feststellen zu können, dass das eigene Ableben noch nicht eingetreten sei. Denn dem angeblichen Leser von gestern, zu dem ich also auch gehöre, erschließt sich unweigerlich das gesamte Spektrum einer Zeitung und die Versuchung, Themen zu ignorieren oder nur bestimmte Dinge zu lesen, scheitert. Zeitungspapier riecht nach Entschleunigung, nach willkommener Abwechslung für Augen und Nerven vom allgegenwärtigen Blue Light und ist die beste Medizin gegen interessenbezogene Gleichschaltung. Ja und man kann damit leben, dass Printzeitungen nur einmal täglich aktualisiert werden. Glückwunsch also. Die gute alte SZ, egal in welcher Form auch immer, ist noch kein Schnee von gestern, den Umständen geschuldet trifft das nur für die Wettervorhersage in der analogen Variante zu.

Die SZ begleitet mich in den Tag

Von Bernd Lange

Der Rothenburger CDU-Politker Bernd Lange ist Landrat im Landkreis Görlitz.
Der Rothenburger CDU-Politker Bernd Lange ist Landrat im Landkreis Görlitz. © Landkreis Görlitz

Ich bin seit 1990 Kommunalpolitiker mit Leib und Seele. Seitdem ist die Sächsische Zeitung ein wichtiger Partner an meiner Seite, wenn es darum geht, die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Görlitz über wichtige Entscheidungen für ihre Heimat zu informieren. Unzählige Entscheidungen zu allen Bereichen der kommunalen Verwaltung im Landkreis Görlitz wurden durch die Redakteure und Reporter der SZ beleuchtet und kritisch hinterfragt. Von der Abfallentsorgung, dem Bau des neuen Landratsamtes, den Sitzungen des Kreistages, der Schülerbeförderung oder auch der Sternradfahrt bis hin zur Zukunft der Region nach dem Strukturwandel waren und sind alle Themen des täglichen Lebens dabei, die den Landkreis betreffen und die Menschen in der Region wirklich interessieren.

Und manchmal ist die ganze Fragerei schon eine enorme Herausforderung, kostet sie die Verwaltung doch auch jede Menge Zeit und manche Nerven. Aber natürlich bekommt die Sächsische Zeitung auf jede Frage eine Antwort. Denn trotz ihrer nunmehr 75 Jahre ist sie immer am Puls der Zeit und hat das Ohr nah an den Menschen.Daher begleitet mich die Zeitung jeden Morgen in den Tag und die Nachrichten aus aller Welt sowie die Neuigkeiten aus unserer Region lese ich zuerst stets hier.

Für die Zukunft wünsche ich mir ein verstärktes Zusammenwachsen der Lokalredaktionen im Landkreis Görlitz und eine gemeinsame tägliche Landkreisseite in der Zeitung, wo über alle Dinge berichtet wird, die den gesamten Landkreis betreffen.Unser Autor Bernd Lange (CDU) ist Landrat des Landkreises Görlitz. Der Diplom-Ingenieur im Wasserbau war Bürgermeister der Kleinstadt Rothenburg. 2001 wurde er Landrat im NOL-Kreis, 2008 Landrat des Landkreises Görlitz. Der 64-Jährige ist verheiratet und lebt in Rothenburg.

Ein Stück Heimat

Von Hans-Christian Gottschalk

Hans-Christian Gottschalk ist vor allem als langjähriger Chef der Kinderklinik am Städtischen Klinikum Görlitz bekannt.
Hans-Christian Gottschalk ist vor allem als langjähriger Chef der Kinderklinik am Städtischen Klinikum Görlitz bekannt. © SZ

Mit der Sächsischen Zeitung fühle ich mich auf zweierlei Art und Weise verbunden. Einmal ist es die berufliche Seite, wo es über viele Jahre immer wieder zu regelmäßigen Kontakten kam. Zum anderen ist es das persönliche Erleben einer Zeitung als Bürger dieser Stadt. Ich kam Ende der 1980er Jahre als Oberarzt von Cottbus nach Görlitz zurück, um dann später die Kinderklinik als Chefarzt zu leiten und habe eine den medizinischen Fragen sehr offene, interessierte und faire Presse vorgefunden.

Als ich mit einem tollen Team an meiner Seite die Kinderklinik zu einem führenden Zentrum der Frühgeborenen-Intensivmedizin entwickeln konnte, das erste Schlaflabor für Kinder in den neuen Bundesländern in Görlitz eröffnet wurde, erstmalig in Ostdeutschland das Prinzip der sanften Neugeborenenmedizin etabliert wurde, eine der größten Muttermilchbanken Deutschlands in die neue Zeit gerettet werden konnte, waren das berufliche Höhepunkte, die die SZ mit einem sensiblen Gefühl für diese oft einmaligen Innovationen wohlwollend begleitet hat. Mein frühzeitiger Einsatz für den Kinderschutz und für die große Bedeutung des Impfens als Mitglied der sächsischen Impfkommission wurden in einer äußerst sachgemäßen Berichterstattung der Öffentlichkeit nahe gebracht. Aber auch die vielen Interviews zu medizinischen Fragen mit sehr versierten Redakteuren und ihrer empathischen Gesprächsführung, zählen zu meinen angenehmen Erfahrungen mit dieser Zeitung.

Und nun zu der persönlichen Seite. Im Leben wird man begleitet von vielen Menschen, die einem etwas bedeuten, aber es kann manchmal auch eine Zeitung sein. Und ich muss eingestehen, nach so vielen Jahren ist die SZ für mich ein Stück Heimat geworden, weil sie mir das Gefühl von Verlässlichkeit, Vertrautheit, Sicherheit und Kontinuität vermittelt. Ein untrügliches Indiz ist immer der Urlaub, wenn man glaubt, ohne diese Zeitung etwas zu verpassen. Die SZ hat es bis heute vermocht, die Balance zu halten zwischen der Fülle des Machbaren und der täglichen Lesbarkeit. Wenn die Bewältigung des Umfangs einer Tageszeitung zur Vernachlässigung von sozialen Kontakten und familiären Aufgaben führt, dann passt sie nicht mehr in meinen alltäglichen Ablauf.

Befragt man Freunde, ist die SZ dem einen nicht intellektuell genug, für den anderen könnte sie mehr Tratsch und Klatsch vertragen. Das Erste wäre für mich zu anstrengend, das Zweite dann doch zu oberflächlich. Ich finde die Mixtur aus Entspannung und Information sehr gelungen, obwohl mir gesagt wurde, ich hätte natürlich auch etwas Kritisches schreiben dürfen. Aber ich möchte zu meinem Geburtstag auch nichts Kritisches hören. Und so viel würde mir auch dazu gar nicht einfallen. Was ich der SZ wünsche? In der Zeit der Masken immer ein offenes Visier! Herzlichen Glückwunsch.

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