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So soll die Lausitz nach der Kohle aussehen

Hilfe für Handwerk, Forschung und Gesundheit – das hat Dresden auf der Liste.

Ein Gründerzentrum im früheren Totschek-Kaufhaus in Görlitz ist eine der Ideen.
Ein Gründerzentrum im früheren Totschek-Kaufhaus in Görlitz ist eine der Ideen. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Was passiert in der Region, nachdem die Braunkohleförderung ausläuft? Der Begriff „Strukturwandel“ ist in aller Munde. „Grüner“ Strom statt Kohlendioxid, Brennstoffzelle statt Diesel – nur einige der Schlagworte, die seit Jahren immer wieder zu hören und zu lesen sind. Aber welche Ideen gibt es denn wirklich? Wie soll die Zukunft des Kreises aussehen? Die SZ zeigt einige der Ideen, die in Ministerien in den Schubladen liegen, beziehungsweise für die es schon Fördergelder gibt.

Existenzgründer sollen mit einer „Startprämie“ belohnt werden

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Je nach Idee, Branche und Ähnlichem soll es nichtrückzahlbare Zuschüsse für erstmalige Existenzgründer, zum Beispiel über 5.000, 7.500 oder 10.000 Euro geben. „Das Verfahren müsste unbürokratisch aber natürlich auch mit einem gewissen ,Sicherheitsnetz` gestrickt werden“, heißt es von der Staatskanzlei. Das Vorhaben wurde mit Mitteln des Freistaates von 800.000 Euro gefördert.

„Lausitzer Holz“ soll Hochschule und Handwerk zusammenbringen

Der Begriff „Zukunftscluster“ wird von den Dresdner Behörden gern bemüht. In diesem Fall geht es um den „Zukunftscluster Holz“, angesiedelt beim sächsischen Wirtschaftsministerium. Angestrebt wird eine Zusammenarbeit von Hochschulen, Unternehmen und Forstwirtschaft. Ausgangspunkt bilden demnach 872 Handwerksbetriebe unterschiedlicher Gewerke in den Landkreisen Bautzen und Görlitz und 479 weitere Unternehmen. Sachstand 2021: „Eine Förderung aus dem Sofortprogramm war nicht möglich.“

Handwerk soll Sporttechnologie auf die Sprünge helfen

Ebenfalls eine Idee aus dem Wirtschaftsministerium: Die Lausitz soll eine „führende Region für das Thema innovative Sporttechnologie“ werden. Dazu soll es sogar eine nationale Konferenz geben. „Zur Stärkung der Betriebe in der Region geht es dabei um die Generation neuer Geschäftsideen und -modelle“, heißt es aus Dresden. Neugründungen und -ansiedlungen sollen begünstigt werden. Und: Ausbildung im Handwerk und in den Berufen mit den Themen Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft sowie Technik sollen attraktiver werden. Stand der Dinge 2021: 2019 wurde für dieses Projekt ein Förderantrag eingereicht.

Totschek-Kaufhaus in Görlitz soll Gründerzentrum werden

Das Kaufhaus an der Steinstraße im Görlitzer Zentrum als Gründerzentrum, eine Idee, die schon länger im Gespräch ist. Das Wirtschaftsministerium sieht auf den drei Etagen kleine und größere Büros und Besprechungsräume, einen Mix aus langfristigen Mietern, wie etwa von der Hochschule Zittau-Görlitz, und jenen, die schnell mal Büroräume für kürzere Zeit benötigen. Vor allem „digitale Produkte und Dienstleistungen“ sollen angeboten werden. Stand der Dinge: Eine Förderung aus dem Sofortprogramm war nicht möglich.

Batteriezellen für E-Autos sollen aus der Lausitz kommen

Eine „industrielle Zellproduktion für Batterien“ – eine weitere Idee aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium. Vor allem für die Produktion könnte das neue Anreize geben, etwa neue Maschinen- und Anlagenlösungen. Stand 2021: „Eine Förderung aus dem Sofortprogramm war nicht möglich.“

Ost-West-Institut für Energie-Infrastruktur geplant

Das sächsische Wissenschaftsministerium hat dieses Projekt geplant: ein Fraunhofer-Institut für „Energieinfrastruktur und Geothermie“. Hintergrund ist die Energiewende im Lande. In der Lausitz soll demnach ein neuer Standort mit dem Schwerpunkt „thermodynamische Wandler“ aufgebaut werden. An der Hochschule Zittau-Görlitz sei eine entsprechende wissenschaftliche Expertise und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Fraunhofer vorhanden. Außerdem arbeitet Fraunhofer ja bereits mit der Hochschule zusammen. Stand der Dinge: „Eine Förderung aus dem Sofortprogramm war nicht möglich.“

Parkinson-Netzwerk bekommt Fördergelder

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Mit der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung werden sich auch die Patientenzahlen erhöhen, die an Parkinson erkranken. Derzeit sind es in Sachsen etwa 30.000. Das Problem: Die Zahl der Parkinson-Spezialisten erhöht sich nicht in gleichem Maße. Schon heute, schätzt das Sozialministerium ein, ist eine enge Betreuung der Patienten nicht möglich. Über die Hälfte der Parkinsonpatienten kommen als Notfall in die Klinik. „Eine Situation, die man als Versorgungskrise bezeichnen kann“, heißt es aus Dresden. Deshalb gibt es das „Parkinson-Netzwerk Ostsachsen“. Dabei geht es vor allem um Telemedizin, also moderne Technologien, mit denen Patienten betreut werden können. Aus dem Sofortprogramm gibt es dafür knapp fünf Millionen Euro, der Freistaat fördert zudem mit knapp 1,8 Millionen Euro.

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