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So soll Trickbetrügern das Handwerk gelegt werden

In Friedersdorf und Niesky hatten es erneut Straftäter mit der Enkeltrick-Masche auf Senioren abgesehen. Die Polizei macht nun dagegen mobil - mit einer Großoffensive.

Symbolbild
Symbolbild © Symbolfoto: dpa/Sebastian Gollnow

Mit einem neuen EU-Projekt namens „Sicherer Grenzraum für Senioren“ geht die Polizei jetzt gegen Trickbetrüger vor. Denn derartige Fälle sind in den zurückliegenden drei Jahren stark angestiegen.

Erst am Donnerstagnachmittag war wieder ein Ehepaar auf der Ortsstraße in Friedersdorf einer solchen Betrugsmasche zum Opfer gefallen. Kriminelle gaben sich am Telefon als Polizisten aus Görlitz aus. Die falschen Beamten schilderten einen schweren Verkehrsunfall des vermeintlichen Sohnes der beiden Senioren. Damit dieser wieder freigelassen werden könne, müsse das Paar eine Kaution zahlen. Das Telefonat dauerte über vier Stunden. Die Frau übergab an ihrer Wohnanschrift schließlich 18.500 Euro an einen Kurier. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Betruges, sucht nach Zeugen und fragt: Wer hat am Donnerstagnachmittag bis abends verdächtige Personen- oder Fahrzeugbewegungen bemerkt? Zeugen sollen sich bei der Kripo in Görlitz unter der Rufnummer 03581 4680 oder jeder anderen Polizeidienststelle melden.

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In mindestens fünf weiteren Fällen riefen Betrüger am Donnerstag bei Personen vorwiegend im Revierbereich Görlitz an. In einem Fall versprachen sie einer 81-Jährigen in Niesky nach einer Rentenverlosung einen Gewinn von 39.000 Euro. Als Transportgebühr müsse sie jedoch 900 Euro an einen Boten entrichten. In weiteren Fällen meldeten sich die Betrüger wieder als falsche Polizeibeamte oder Angestellte eines Rechtsanwaltsbüros. Der Sohn der Angerufenen habe einen schweren Unfall verursacht. Für die Freilassung forderten die Kriminellen Beträge bis zu 21.000 Euro. In diesen Fällen fielen die Senioren nicht auf die Masche herein. Bereits am Dienstag hatte es eine solche Betrugsversuchs-Welle in der Region gegeben.

Aufklärungskampagne soll Betroffene sensibilisieren

Allein in den vergangenen drei Jahren gab es laut Polizei mehr als 500 gemeldete Vorfälle im Revierbereich Görlitz, der die Kreise Görlitz und Bautzen umfasst. Dabei entstand den Opfern Schaden von insgesamt reichlich 300.000 Euro, berichtet Sebastian Ulbrich von der Pressestelle der Polizeidirektion Görlitz.

Betrüger rufen immer wieder vor allem ältere Menschen an und gaukeln solche Geschichten vor. „Zuletzt nutzten die Täter sogar die Corona-Pandemie für Betrügereien. Sie erfanden Geschichten über schwer erkrankte Angehörige, die ohne ein bestimmtes Medikament sterben würden“, erläutert der Polizeisprecher. Manchmal geben sich die Anrufer auch als Polizisten aus, um die Sache glaubwürdig zu machen.

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Mit dem EU-Projekt „Sicherer Grenzraum für Senioren“ geht die Polizeidirektion Görlitz in Kooperation mit den Kollegen im polnischen Wroclaw nun verstärkt gegen solche Betrügereien vor. Unter anderem soll mit einer Aufklärungskampagne bei Senioren, deren Angehörigen sowie bei Angestellten verschiedener Institutionen wie Banken und Gemeinden Bewusstsein für das Thema Telefonbetrug geschaffen werden. Dazu gehört eine Plakat-Aktion. Außerdem sollen Fortbildungen das Fachwissen deutscher und polnischer Kriminalisten steigern und eine Weiterentwicklung der technischen Infrastruktur die Ermittlungsarbeit erleichtern. Über zwei Jahre stehen für das Projekt insgesamt reichlich 400.000 Euro zur Verfügung. Der Großteil davon stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. (SZ)

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