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Schulbus: Sorgen um die Sicherheit der Kinder

Mit dem Busfahrplan ab 2022 sollen Grundschüler in Girbigsdorf umsteigen. Das ist umstritten - auch der Kreis Görlitz sieht Verbesserungsbedarf.

Die Bushaltestelle Sandschänke in Girbigsdorf: Hier ist immer viel Verkehr - durch die B-6-Baustellen bei Görlitz aber im Moment nochmal deutlich mehr.
Die Bushaltestelle Sandschänke in Girbigsdorf: Hier ist immer viel Verkehr - durch die B-6-Baustellen bei Görlitz aber im Moment nochmal deutlich mehr. © SZ-Archiv / Paul Glaser/glaserfotografie.de

Für Bernd Kalkbrenner, den Bürgermeister der Gemeinde Schöpstal, fiel das Ergebnis der Verkehrsschau an der Bushaltestelle Girbigsdorf gegenüber der Gaststätte „Sandschänke“ „eher ernüchternd aus“, wie er sagt. „Wir hätten eine perfektere Lösung für unsere Königshainer Kinder erwartet“, lautet sein Fazit. Es bleibe beim Umsteigeprozedere an der Haltestelle in Girbigsdorf. „Das Straßenverkehrsamt des Landkreises sieht die Aufstellfläche auf der die Kinder umsteigen als flächenmäßig ausreichend an“, so Bernd Kalkbrenner.

Die Haltestelle befindet sich in der Nähe zu den Abzweigen Richtung Görlitz und Königshain, die Straße führt außerdem in die eine Richtung nach Holtendorf, in die andere nach Ebersbach. Da fahren viele Autos lang.

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Die Verkehrsschau wurde gemacht, weil Eltern, Gemeinde und die Grundschule Ebersbach mit dem neuen Fahrplan der Landkreis-Initiative „gut vernetzt“ für die Schulkinder nicht glücklich sind und Nachbesserungen forderten. Mit „gut vernetzt“ sollen künftig die Regionalzüge, die in Görlitz beziehungsweise Zittau halten, den Takt der Busse bestimmen. Der Kreis hofft, dass dadurch „eine maßgebliche Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs vor allem für Schüler, Auszubildende, Pendler, Touristen und Ausflügler erreicht“ wird. So ist das auf der Internetseite https://www.gutvernetzt-landkreis-gr.de/ nachzulesen.

Elterninitiative „schlecht vernetzt“ hat sich gegründet

Eine Elterninitiative unter dem Motto „schlecht vernetzt“ hatte sich im Schöpstal gegründet, die sich unter anderem um die Sicherheit der Kinder sorgte. Denn die Königshainer Kinder – das sind 60 von 170 Schülern der Grundschule Ebersbach – müssen künftig in Girbigsdorf umsteigen, um nach Hause oder in den Königshainer Hort zu kommen. Bisher mussten sie das nicht.

Die Elterninitiative veröffentlicht auf Facebook: „Das „Gut vernetzt“ Verkehrskonzept des Zvon-Zweckverband Oberlausitz-Niederschlesien im Landkreis Görlitz benachteiligt Schüler, ihre Familien und unsere Grundschule Schöpstal.“

Der Zvon ist jedoch nicht für das neue Busnetz im Norden des Kreisgebietes verantwortlich. „Wir sind ausschließlich Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr in der Region. Aufgabenträger für den Busverkehr im Landkreis Görlitz ist der Landkreis selbst“, informiert Pressesprecherin Sandra Trebesius.

Hjørdis Kalke engagiert sich gemeinsam mit anderen Müttern und Vätern bei der Elterninitiative. Sie sagt, dass die Lage an der Bushaltestelle aufgrund der viel befahrenen Straße „sehr gefährlich“ sei. Kritikpunkt der Eltern ist außerdem, „dass wir nicht von Anfang an mit ins Boot geholt wurden.“ Die Eltern wollen „an der Sache dran bleiben“, wie die Kunnersdorferin sagt und vor allem auf Gespräche setzen.

Unterrichtsbeginn verschiebt sich nach hinten

Die hat auch die Gemeinde mit dem Landkreis durchgeführt. Doch auch eine andere Lösung war offenbar nicht machbar: „Den Bus, der in Richtung Weißenberg fährt, vorher über Ebersbach zu schicken, ist nicht möglich, da der Anschluss in Weißenberg erreicht werden soll“, hat Bürgermeister Kalkbrenner erfahren. So oder so wird es für alle Grundschüler in Ebersbach eine Änderung geben: Der Unterrichtsbeginn verschiebt sich etwas nach hinten, wie Schulleiter Steffen Kleint vor einer Weile gegenüber der SZ bestätigte. Nach Angaben von Bürgermeister Kalkbrenner sei das mittlerweile akzeptiert worden.

Kreissprecherin Franziska Glaubitz erklärt nun auf SZ-Nachfrage, dass der Umstieg in Girbigsdorf mit Inkrafttreten des neuen Fahrplans ab Januar 2022 notwendig werde. Aber auch: „Zurzeit befindet sich dieser noch in der Prüfung.“ Nach aktuellem Stand scheint sich jetzt doch eine Lösung anzubahnen: Kreis und Gemeinde seien sich einig, dass eine Begleitung der Kinder beim Umstieg erforderlich werde, sagt Franziska Glaubitz. Der Landkreis wolle „rechtzeitig dafür werben, dass sich Personen, die zusätzlich Verantwortung übernehmen möchten, gern als Begleitpersonen melden können“, so die Pressesprecherin.

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