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American Football: Schaffen die Görlitz Grizzlies den zweiten Durchmarsch?

Am Wochenende gelang den American Footballern aus Görlitz der zweite Sieg über den Mitfavoriten Suhl. Jetzt scheint der zweite Aufstieg in Folge schon ganz nah.

Von Frank Thümmler
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Die Defense (Defensive) der Görlitzer war wieder einmal Matchwinner. Hier erobert Tom Eichholz den Ball von den Suhlern.
Die Defense (Defensive) der Görlitzer war wieder einmal Matchwinner. Hier erobert Tom Eichholz den Ball von den Suhlern. © Foto: Hans-Ernst Friedrich

Die Görlitz Grizzlies sind seit ihrem Einstieg in den Spielbetrieb vor über einem Jahr immer noch ungeschlagen. Am Sonnabend haben sie auch das Rückspiel gegen den Liga-Mitfavoriten Gunslingers Suhl gewonnen – mit 23:12, nachdem es bis zur Halbzeit so ausgesehen hatte, als könnte die Siegesserie der Görlitzer diesmal reißen.

Vor 450 Zuschauern im Stadion der Freundschaft begann das Spiel gut für die Görlitzer, die den Gästen nach dem Münzwurf den Ball überließen, um in die zweite Halbzeit mit einem Angriff starten zu dürfen. Die Görlitzer Abwehr eroberte dann schnell den Ball ziemlich nahe der Suhler Endzone. Die Grizzlies schafften es dann zwar nicht, mit ihrer Offense weiter nach vorn zu marschieren, aber sie gingen durch ein Field-Goal mit 3:0 in Führung.

Schwerer Start gegen die Gäste aus Suhl

Diese drei Punkte sollten aber die einzigen bis zur Halbzeitpause bleiben. "Wir haben es leider nicht geschafft, unser Passspiel zu etablieren, obwohl wir viel versucht haben. Aber wir konnten die Pässe nicht fangen, einmal wurde auch ein Pass von mir abgefangen", erklärt Trainer und Quarterback Daniel Kislicyn. Das große Plus der Görlitzer war wieder einmal die Defense, die im ersten Viertel lediglich ein Field-Goal zum 3:3 zuließ.

Auch den amerikanischen Receiver (Ballempfänger), der wirklich sehr gut war und viele Yards verbuchen konnte, bekamen die Görlitzer ganz gut in den Griff. Das hatte Kislicyn vor dem Spiel noch anders befürchtet, zumal diesmal auch der Stamm-Quarterback bei den Suhlern mitwirkte, im Gegensatz zum Hinspiel. "Das war über das gesamte Spiel eine super Mannschaftsleistung unserer gesamten Defense", sagt Kislicyn.

Im zweiten Viertel gab es dann nur einmal Punkte. Nach einem weiten Punt der Gäste bekamen die Görlitzer den Ball sehr nahe an der eigenen Endzone. Die Suhler brachten dann Quarterback Kislicyn in der Endzone zu Fall und konnten sich dafür zwei Punkte auf der Anzeigetafel gutschreiben lassen. Die Gäste gingen also mit einer 5:3-Führung in die Halbzeit.

Strategiewechsel der Grizzlys nach der Pause

"In der Pause ging es uns dann hauptsächlich darum, die Motivation noch einmal zu pushen. Und wir haben entschieden, in der Offense jetzt ausschließlich zu laufen", sagt Kislicyn. Dafür konnte er als läuferisch starker Quarterback im Wesentlichen auf seine Running Backs Titus Seeliger und Philipp Gallant (ein kleiner, flinker Amerikaner) zurückgreifen. "Wir haben auch wieder mit unserer Heavy Formation, mit noch mehr schweren Spielern als Blocker, gespielt. Und gegen die guten Blocks und unsere Läufe fanden die Suhler oft nicht die Mittel."

Gleich der erste Drive der Görlitzer in der zweiten Halbzeit führte zum ersten Touchdown für die Grizzlies. Nach mehreren langen Läufen vollendete Titus Seeliger über die rechte Seite. Auch der Extrapunkt war gut, Görlitz ging mit 10:5 in Führung. Die Abwehr der Görlitzer hielt weiter stand, und Gallant konnte im vierten Viertel mit einem weiteren Touchdown plus Extrapunkt auf 17:5 ausbauen.

Eine Vorentscheidung ist ein solcher Spielstand im American Football nicht. Die Gäste benötigten jetzt zwei Touchdowns, um das Spiel zu drehen. Und das kann in dieser Sportart sehr schnell passieren. Den Suhlern gelang dann tatsächlich der erste Touchdown zum 12:17, und noch waren sechs Minuten auf der Uhr.

Mit weißer Weste in die Sommerpause - Aufstieg bleibt Ziel

Die Görlitzer waren jetzt im Ballbesitz und hatten natürlich das Ziel, mit mehreren First Downs möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen und die Gäste zu Auszeiten zu zwingen, um die Uhr anzuhalten. Das gelang sehr gut und wurde gut eine Minute vor dem Spielende gekrönt durch einen weitere Lauf-Touchdown durch Titus Seeliger.

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Zwar ging diesmal der Extrapunkt schief, aber das Spiel war damit entschieden, weil die Zeit für zwei weitere Scores der Gäste zu knapp war. Tatsächlich kamen die Suhler noch einmal bis ganz kurz vor die Endzone der Görlitzer, aber dann ertönte der Schlusspfiff – 23:12 für Görlitz, der dritte Sieg im dritten Saisonspiel.

Die Grizzlies haben jetzt noch drei Spiele gegen den krassen Außenseiter Saalfeld und zwei gegen die Vogtland Rebels vor sich, wollen dabei ihre Weiße Weste behalten und dann in Liga vier aufsteigen. Angesichts des knappen Hinspiels gegen Vogtland (10:7) wird das keine leichte Aufgabe.

Aber erst mal ist Sommerpause. An diesem Freitag (gegen 18 Uhr) tragen die Grizzlies ein internes Flag-Football-Turnier am Nordost-Strand des Berzdorfer Sees aus, Zuschauer willkommen!