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Frauenpower bei den Görlitz Görls

Der neue Handballverein hat seine erste Mannschaft vorgestellt: Es wird eine spannende Saison.

Magdalena Rejfur, Elisabeth Puschmann und Yvonne Kurtycz (von links) drehen beim neuen Görlitzer Frauenhandball-Verein an wichtigen Stellschrauben.
Magdalena Rejfur, Elisabeth Puschmann und Yvonne Kurtycz (von links) drehen beim neuen Görlitzer Frauenhandball-Verein an wichtigen Stellschrauben. © Hans-Ernst Friedrich

Selbstverständlich ist das nicht: Am 8. März hatte sich der Görlitzer HC als Frauen-Handballverein neu gegründet. Keine sechs Monate später ist der Verein in der Lage, ihren Fans eine Mannschaft für die Mitteldeutsche Oberliga zu präsentieren, samt Trainerteam, Funktionsteam, Unterstützern – mit Trainings- und Spielkleidung, und vor allem überall spürbarem Enthusiasmus.

Dass es die Macher bis hierhin geschafft haben, hat ganz viel mit Frauenpower zu tun. Elisabeth Puschmann, die Präsidentin des Vereins, steht eigentlich gar nicht so gern in vorderster Front, hat dann aber genau auf das Anforderungsprofil des Vereins an eine Präsidentin gepasst und sich entschieden, dieses schwere Amt anzutreten. Das notwendige Durchsetzungsvermögen bringt die langjährige Geschäftsführerin eines Görlitzer Containerdienstes (ja eigentlich eine männerdominierte Branche) mit, und ihre handballverrückte Familie steht sowieso dahinter.

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Verein setzt auf starken Nachwuchs

Ihr Mann Dirk kümmert sich im Präsidium besonders um Sponsoren, die Töchter spielen Handball im Verein. Gefragt, ob „ihr“ Verein nach einem halben Jahr denn soweit sei, wie sie sich das vorgestellt hatte, sagt sie: „Absolut. Das war bis hierhin unser Ziel. Wir haben eine spielfähige Mannschaft für die Oberliga. Die Mischung stimmt. Wir setzen auf unseren starken Nachwuchs, der auch in Zukunft unser Trumpf sein wird. Und wir arbeiten mit unseren Partnern zusammen, dass unsere Spielerinnen auch in Zukunft hier bleiben können, sie hier eine berufliche Zukunft finden.“

Wie sehr die Görlitzer auf den Nachwuchs setzen, wurde bei der Mannschaftsvorstellung deutlich. Ganz viele der 18 Spielerinnen des Kaders sind unter 20 Jahre, die älteste ist gerade einmal 25. Eine, die die jungen Spielerinnen leiten wird, ist Co-Trainerin Yvonne Kurtycz. „Ich hab ja mit 41 Jahren noch gespielt. Corona war eine Gelegenheit, jetzt aufzuhören. Als Trainerin bin ich schon immer mal gefragt worden, habe aber gesagt: ganz oder gar nicht, also nicht als Spielertrainerin. Und jetzt bin ich dabei, profitiere von unserem Trainer Jörg Adam und habe viel Freude daran, die jungen Spielerinnen voranzubringen.“

Eine weitere ehemalige Görlitzer Aktive ist dabei: Magdalena Rejfur ist Mannschaftsleiterin. „Ich habe durch den Handball in Görlitz mein Glück gefunden, lebe jetzt hier. Und da wollte ich etwa zurückgeben, ohne wirklich zu wissen, wie viel Arbeit eine Mannschaftsleiterin leisten muss. Aber ich mache das gern“.

Die Chemie, das war am Mittwochabend spürbar, stimmt schon mal. Leicht, das wissen alle, wird es definitiv nicht. Sportlich nicht und auch finanziell nicht – bei beidem eher ein Ritt auf der Rasierklinge. Das nächste Ziel von Elisabeth Puschmann heißt deshalb: „Finanzielle Sicherheit“. Sponsoren, die dieses spannende Projekt mit dem Fernziel zweite Bundesliga unterstützen wollen und können, sind herzlich willkommen. Einen Vorgeschmack, wie es werden könnte, gibt es am Sonnabend, 20.15 Uhr ein Test gegen den Zweitliga-Absteiger Rödertal.

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