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Görlitzer Handballer setzen auf Talente

Nach dem Sieg in Cunewalde wird der Einbau des Koweg-Nachwuchses forciert. Die Handball-Görls fahren zur „Wundertüte“ Leipzig.

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Martin Philipp wird am Sonntag in den Koweg-Kader zurückkehren.
Martin Philipp wird am Sonntag in den Koweg-Kader zurückkehren. © H.-E. Friedrich

Von Robert Eifler und Frank Thümmler

Görlitz. Nach fast fünf Monaten öffnen die Sachsenliga-Handballer des SV Koweg Görlitz am Sonntag (17 Uhr) wieder die Pforten der Jahnsporthalle für ein Heimspiel. Zu Gast ist das Team von Germania Zwenkau, das nach der coronabedingten Pause nun sein erstes Spiel bestreitet. Die Görlitzer haben durch ihren jüngsten Auftritt in Cunewalde schon etwas Vorlauf: Mit dem 24:22-Erfolg beim HVO sind die Neißestädter zum Wiedereinstieg in die auf eine Runde verkürzte Saison direkt in ruhiges Fahrwasser geglitten. Die Tabellensituation hat sich für das Team um Trainer Michael Schuller entspannt – aktuell belegt es mit 8:4 Punkten den vierten Platz, zur Abstiegszone bestehen sechs Zähler Vorsprung. „Wir können die nächsten Spiele ohne Druck angehen. Ich denke da wird niemand von uns etwas erwarten“, sagt Schuller.

In den nächsten Wochen stehen für sein Team ordentliche Herausforderungen an. Den Auftakt dazu macht Germania Zwenkau, derzeit auf Rang acht mit 6:6 Punkten. Den Gast einzuschätzen fällt nicht einfach – Mitte November hatten die Zwenkauer ihren letzten Auftritt. Allerdings: Damals verlangten sie Spitzenreiter ZHC Grubenlampe alles ab und verloren nur knapp mit 27:29. Ähnlich eng (21:22) musste man sich beim derzeitigen Tabellenzweiten HSV Weinböhla geschlagen geben. Allein diese zwei Ergebnisse – trotz jeweiliger Niederlage – zeigen auf, welch große Hürde auf die Koweg-Herren zukommt.

Dennoch können und wollen die Görlitzer die Aufgabe locker angehen. Schuller: „Wir wollen unseren A-Jugendlichen die Möglichkeit geben, im Männerbereich Spielpraxis zu sammeln. Ich denke, das dürfte für die Jungs ein Highlight werden, sich auf diesem Niveau messen zu können.“ In den nächsten Wochen gibt es für die jungen Talente keine Kollisionen mit Spieltagen des eigenen Ligabetriebs.

Für das kommende Wochenende stehen im Görlitzer Kader unterdessen noch Fragezeichen hinter den beiden tschechischen Akteuren Vit Sebek und Matyas Burda – beide sind im Training krankheitsbedingt ausgefallen. Dabei gilt: „Wir wollen alle Spieler fit für die letzten beiden Saisonspiele bekommen, darauf liegt unser Fokus. Wir werden mit niemandem irgendetwas überstürzen“, sagt Schuller.

Martin Philipp und Martin Adam sollten derweil wieder dabei sein, ebenso stehen die Aushilfen aus der 3. Mannschafte weiterhin zur Verfügung. Nach dem Spiel am Sonntag müssen sich die Fans der Blau-Gelben aber gleich wieder etwas in Geduld üben: Der nächste Auftritt in heimischen Gefilden ist erst vier Wochen später geplant, dann gegen die zweite Vertretung des SV Plauen-Oberlosa.

Was den Frauen des HC Görlitz Mut macht

Die Frauen des Görlitzer HC starten ihre Mission Klassenverbleib am Sonntag (13 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei der Zweitliga-Reserve des HC Leipzig. „Wir sind froh, dass wir endlich wieder spielen können“, sagt Trainer Jörg Adam. Das letzte Spiel bestritten die Görls am 10. Oktober, kassierten damals beim Spitzenteam in Niederndodeleben eine klare 29:43-Pleite. Auch die drei Spiele zuvor waren verloren gegangen – alle relativ knapp und gegen die nach aktuellem Tabellenstand besten drei Vereine der Liga.

Derzeit stehen für die Frauen des HC Görlitz also 0:8 Punkte auf dem Konto. In den nun folgenden fünf Spielen der Hauptrunde treffen die Görls auf Teams, die bisher maximal zwei Punkte geholt haben. „Dass wir die vier Mannschaften, die die Liga dominieren und sich schon klar abgesetzt haben, schon weg haben, macht uns auch Mut“, sagt Adam.

Der Görls-Trainer weiß aber, dass er aktuell fast nichts weiß über die Stärke der anderen Mannschaften. „Der HC Leipzig II wird für uns eine Wundertüte“, erklärt er. Er habe erfahren, dass in Leipzig Corona zu einigen Ausfällen führen soll. Andererseits könnte das Reserveteam auch auf Spielerinnen des Profikaders zurückgreifen, der seine Zweitligapartie am Sonnabend-Abend in Waiblingen bestreitet. Und die Leipzigerinnen konnten in der Corona-Pause als Profis und junge Spielerinnen mit Kaderstatus durchtrainieren. „Das bleibt ein Nachteil für uns, auch im Vergleich zu den Teams aus Thüringen und Sachsen-Anhalt“, sagt Adam.

Während er über die Leistungsstärke der Leipzigerinnen wenig weiß, ist Adam zufrieden, wie seine Spielerinnen seit sechs Wochen versuchen, die Lücke zu schließen. „Alle haben ihr Bestes gegeben, auch wenn die Vorbereitung manchmal von Corona oder Quarantäne unterbrochen wurde.“ Es gab die Spiele gegen die ägyptische U20-Nationalmannschaft, ein Trainingslager, ein knapp verlorenes Testspiel beim polnischen Drittligisten Lubin (33:36) und einen Sieg des Juniorteams im Sachsenpokal bei Ostsachsenliga-Spitzenreiter Neugersdorf (20:34). Zwar sind die drei kroatischen Spielerinnen wegen Corona in ihre Heimat zurückgekehrt, aber mit Jenny Lindner und Marzena Hochmann haben die Görlitzerinnen starken Ersatz gefunden. Beide werden in Leipzig ihr Debüt geben. Und wer weiß, vielleicht kommt ein weiterer Neuzugang dazu.

Wegen alldem, und auch, weil nach aktuellem Stand nahezu der komplette Kader zur Verfügung steht, fahren die Görlitzerinnen mit einigem Optimismus nach Leipzig. Ein Sieg wäre wichtig fürs Selbstvertrauen – und natürlich für den Klassenverbleib. Nach dem Ende der Hinrunde wird die Liga in eine obere und eine untere Gruppe geteilt. Die fünf unteren Teams spielen die Absteiger aus, wobei aktuell nicht klar ist, wie viele das sein werden.

Wer Frauenhandball am Wochenende in Görlitz sehen will: Das Juniorteam, Verbandsliga-Spitzenreiter, trifft am Sonnabend, 18 Uhr, in der Jahnsporthalle auf den ESV Dresden.