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Reitsportler feiern zwei Sachsenmeister

Der Rothenburger Philipp Schober holt in Burgstädt den Titel im Springreiten, die Görlitzerin Tina Kage überraschend den Dressurtitel bei den Damen.

Philipp Schober unterlief auf "King of Queens" in Burgstädt kein Abwurf.
Philipp Schober unterlief auf "King of Queens" in Burgstädt kein Abwurf. © Britt Placzek

Die Reitsportler aus dem Landkreis haben bei den Sachsenmeisterschaften in Burgstädt mächtig abgeräumt. Im Springreiten triumphierte zum bereits sechsten Mal der Rothenburger Philipp Schober. Dabei sah es nach dem ersten der drei Wettkampftage nicht nach einem Sieg des 34-jährigen Schober aus.

Er belegte trotz eines fehlerfreien Ritts in der ersten Prüfung, einem S*-Springen, trotz eines Null-Fehler-Rittes "nur" den zehnten Platz. "Ich war mit King of Queens am Start, das ist nicht gerade mein schnellstes Springpferd. Und es bringt nichts, das ganz große Risiko einzugehen". Andere waren am Freitag einfach schneller und trotzdem fehlerfrei. Am Sonnabend stand ein Klasse-S-Springen mit Stechen auf dem Programm. Schober blieb zwar fehlerfrei, kassierte wegen einer minimalen Zeitüberschreitung um eine Zehntelsekunde aber einen Zeitfehler, weshalb er ärgerlicherweise das Stechen und die Chance, um den Prüfungssieg mitzureiten, verpasste. Da aber nur zwei andere Reiter fehlerfrei blieben, reichte es dennoch für Platz drei in dieser Prüfung. Und da Michael Kölz, der Wertungsprüfungssieger, dass mit einem anderen als dem vor Beginn der Meisterschaft benannten Springpferd schaffte, sprang Schober in der Zwischen-Meisterschaftswertung schon auf Platz zwei vor. "Das hatte ich so gar nicht auf dem Schirm, weil ich mich nur auf die einzelnen Springen konzentriert habe. Aber am letzten Tag wurde in umgekehrter Reihenfolge der Meisterschaftswertung gestartet. Ich konnte als Vorletzter einreiten und wusste daher um meine Chancen", sagt Schober. Am Sonntag blieb er dann, in einer S**-Prüfung mit Stechen, erneut fehlerfrei. Weil das kein anderer schaffte, gewann Schober mit King of Queens diese Prüfung. Der bis dahin Meisterschaftsführende André Stude leistete sich einen Abwurf, landete in dieser Prüfung auf Platz sechs und in der Meisterschaftswertung auf Platz zwei zurück. Der Kamenzer Marvin Jüngel, der ebenfalls für den PSV Rothenburg startete, hatte mit Can Jump ärgerliche Fehler und verschenkte knapp eine Podestplatzierung. Bei den Damen schaffte die Görlitzerin Svenja Arndt einen starken dritten Platz.

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Für Philipp Schober war der Erfolg in Burgstädt zwar ein durchaus wichtiger, aber der Rothenburger war nach der Corona-Pause schon bei einigen größeren Turnieren, vor allem international am Start. Der wohl wichtigste Erfolg bislang: Bei einem Turnier bei Prag gelangen ihm mit King of Queens beim Großen Preis fehlerfreie Ritte, was zu Platz fünf und einigen Weltranglistenpunkten reichte. Und auch der siebenjährige "Jack Daniels" macht Hoffnung. "Mit den ersten vier, fünf Turnieren der Saison bin ich angesichts von einer ganzen Reihe Platzierungen ganz zufrieden", sagt Schober. Reitfans der Region werden ihn im September beim Rosenhof-Turnier sehen können.

Dass auch eine Görlitzer Dressurreiterin mit einem Sachsentitel nach Hause kommen würde, damit hat wohl niemand gerechnet, auch Tina Kage selbst nicht, wie sie sagt. Aber, jetzt, nach Corona, wurden für alle die Karten neu gemischt, die Wertungsrichter bewerteten alle Reiter-Pferd-Paare "mit neuen Augen". Und auch für die Reiter und Pferde war der Wettkampf eine ungewohnte Situation, die die 29-jährige Görlitzerin mit "Quick Step" hervorragend meisterte. Tina Kage wurde gleich in der ersten Wertungsprüfung Zweite hinter einer Sachsen-Anhaltinerin und übernahm die Führung in der Sachsenwertung. Diese gab sie auch nicht mehr ab. Bei der zweiten Prüfung wurde sie Zweite hinter einer Moritzburgerin, die sie am Sonntag als Fünfte (mit zusätzlicher sachsen-anhaltinischer Konkurrenz) aber im Griff hatte. Das reichte für den Sachsenmeistertitel, was angesichts der Dresdner Dominanz im sächsischen Dressurreiten ein Riesenerfolg ist. Erst recht, weil Tina Kage ihren inzwischen neunjährigen Quick Step seit fünf Jahren selbst ausbildet. "Wenn mir jemand vor drei Jahren gesagt hätte, dass wir jetzt Sachsenmeister sind, hätte ich das niemals geglaubt", sagt sie. All der Aufwand mit nahezu täglichem Training hat sich also gelohnt. Tina Kage, die als Kinderkrippenerzieherin im "Haus der kleinen Hände" arbeitet, ist dankbar, dass ihre Kolleginnen und zu Hause ihr Lebenspartner, der dann unter anderem die Kinderbetreuung übernimmt, sie bei ihrem Hobby unterstützen. Und "Quick Step" ist für ein Dressurpferd noch jung. Es gibt also Potenzial für noch schwierige Dressuren. Der nächste Höhepunkt für die Rosenhof-Turnierreiterin wird das einheimische Turnier im September, wo sie sich für den renommierten Nürnberger Burgpokal qualifizieren will.

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