merken
PLUS Görlitz

Telefonbetrüger gaukeln Notfälle und Gewinne vor

Die Polizei warnt vor dubiosen Anrufen in den Kreisen Görlitz und Bautzen. Die Täter kamen zweimal mit ihrer Masche durch - und erbeuteten so insgesamt 11.000 Euro.

Symbolbild
Symbolbild ©  dpa/Sebastian Gollnow (Symbolbild)

Betrüger haben es in den vergangenen Tagen auf die Ersparnisse vorrangig älterer Menschen in verschiedenen Orten der Lausitz abgesehen. Wie Sebastian Ulbrich von der Polizeidirektion Görlitz mitteilt, gaben sie sich am Telefon als vermeintliche Angehörige in Not aus oder "versprachen satte Geldgewinne". Eins hatten laut Polizei alle Anrufe gemeinsam: Die Opfer sollten tief in die Tasche greifen.

Seit Montagmorgen riefen die Täter in insgesamt 31 der Polizei bekannten Fällen in Görlitz, Rothenburg, Bautzen, Hoyerswerda, Weißwasser, Boxberg, Bad Muskau, Ebersbach-Neugersdorf, Wittichenau, Großdubrau, Radibor, Königsbrück, Putzkau, Kamenz, Lauta und Elsterheide an.

Anzeige
Selbstbestimmt leben im Alter
Selbstbestimmt leben im Alter

Hochwertige Ausstattung mit großzügiger Gartenanlage sowie ein ausgewogener Grundservice erwartet Sie in den Blasewitzer KARASVILLEN.

"Dabei setzten die dubiosen Anrufer vor allem auf zwei Maschen: Einerseits gaben sie sich als Verwandte aus, die einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätten und nun angeblich in Haft säßen. Um freizukommen, bräuchten sie eine Geldspritze ihrer Lieben", erklärt Ulbrich. Die Täter wollten offenbar möglichst überzeugend wirken und schlüpften in einigen Fällen sogar in die Rolle eines Polizisten oder eines Staatsanwalts. Der falsche „Beamte“  habe die Kaution auf diese Weise unter offiziellem Deckmantel bestätigt.

Eine andere Taktik versprach den Opfern Geldgewinne von bis zu 175.000 Euro. Der Haken: Die Angerufenen müssen einen kleinen Betrag vorschießen, um an das Geld zu gelangen. So forderten die Betrüger zum Kauf von Einkaufsgutscheinen im Wert von bis zu 2.000 Euro auf. Der Ablauf sei simpel: Der Geschädigte kauft einen Gutschein in einem Supermarkt. In einem späteren Anruf diktiert er dem Betrüger die Gutscheinnummer. Dieser kann dann frei über das Guthaben verfügen. Bisher kamen die Täter laut Polizei bei zwei Personen mit ihrer Masche durch.

In Jenkwitz überwies eine 57-Jährige den Betrügern knapp 9.000 Euro auf ein britisches Konto. Der Betrag sollte als Einlagensicherung ihren Gewinn in Höhe von 175.000 Euro absichern.

Ähnlich erging es einer 72-Jährigen in Rothenburg. Sie kaufte im Supermarkt Google Play Gutscheine im Wert von 2.000 Euro und gab die Codes am Telefon weiter.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit. "Lassen Sie sich am Telefon auf keine Geldforderungen ein. Geben Sie keine sensiblen Daten preis. Nehmen Sie Kontakt zu Ihren Verwandten auf, wenn Sie sich unsicher sind", warnt der Polizeisprecher. Kein Staatsanwalt oder Polizist fordere per Telefon Geld. Ein Kautionssystem gebe es in Deutschland nicht. Wer solche Anrufe erhalte, solle mit seinen Verwandten sprechen und bei verdächtigen Anrufen die Polizei informieren. (SZ)

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Görlitz und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz