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Görlitzer Theater darf keine leere Hülle werden

Zum Sparkonzept melden sich jetzt auch der Görlitzer Lehrerchor und Franz Sodann, der kulturpolitische Sprecher der Linken im sächsischen Landtag, zu Wort.

Gerade mit seinen Angeboten für Kinder leiste das Gerhart-Hauptmann-Theater einen wichtigen Beitrag zur Erziehung von Kindern, findet der Görlitzer Lehrerchor.
Gerade mit seinen Angeboten für Kinder leiste das Gerhart-Hauptmann-Theater einen wichtigen Beitrag zur Erziehung von Kindern, findet der Görlitzer Lehrerchor. © nikolaischmidt.de

Immer mehr Stimmen werden gegen die Vorschläge des Theater-Gutachtens laut. Seit vor mehr als einer Woche bekannt wurde, was das Münchener Beratungsunternehmen actori vorgeschlagen hat, nämlich eine Fusion der Orchester des Sächsischen National-Ensembles und der Neuen Lausitzer Philharmonie in einer neuen gemeinsamen Gesellschaft, geht ein wahrer Proteststurm durch den Landkreis.

Gegen die Sparpläne, die auch das Aus des Görlitzer Musiktheaters beinhalten, spricht sich jetzt auch Franz Sodann, der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion im Kreis aus. Die Fraktion solidarisiert sich mit dem Protest und fordert die Offenlegung des von Landrat Bernd Lange in Auftrag gegebenen Gutachtens. Dass die Betroffenen erst aus der Presse von den beabsichtigten Sparmaßnahmen erfuhren, sei inakzeptabel, so Sodann. Würden die Vorschläge aus dem Gutachten umgesetzt, bedeutete das einen irreparablen Schaden für die Theaterlandschaft in der Oberlausitz, sagt Sodann. Das Görlitzer Theater würde aufhören zu existieren und zu einer Konzert- und Theaterhalle für Produktionen von außerhalb umfunktioniert. Das dürfe nicht passieren.“

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Franz Sodann (re.), der kulturpolitische Sprecher der sächsischen Linksfraktion, zusammen mit seinem Vater, dem Schauspieler Peter Sodann, im Jahr 2017 bei einer Lesung in Niesky.
Franz Sodann (re.), der kulturpolitische Sprecher der sächsischen Linksfraktion, zusammen mit seinem Vater, dem Schauspieler Peter Sodann, im Jahr 2017 bei einer Lesung in Niesky. © Rolf Ullmann

Auch der Görlitzer Lehrerchor meldet sich wie viele andere zu Wort. Vor allem gegen den Landrat richtet sich die Kritik. „Wir Hobbysänger hängen mit Herzblut an unserem Theater“, heißt es in einem von Vorstand Christine Schiefer und Fördermitglied Karin Bartsch unterzeichneten Schreiben. „Wir sind empört über den Vorschlag. Würde dieses Konzept umgesetzt, wäre es bis zur Schließung unseres Theaters mit Sicherheit nicht mehr weit.“ Gerade der Görlitzer Lehrerchor hat eine enge Verbindung zum Theater. Viele Chormitglieder gehören zum festen Stammpublikum, einige singen im Extrachor des Theaters, beziehungsweise wirkten in Theaterproduktionen mit.

Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz/Zittau habe in den letzten Jahren so viele großartige, unterhaltsame und nachdenkliche Aufführungen auf die Bühne gebracht, dass es die Kultursparte in Görlitz und Zittau so bereichert hat wie keine andere Kultureinrichtung. Das Musiktheater blühte auf mit vielen neuen Ideen und leiste einen wichtigen Beitrag für die Erziehung, angefangen bereits ab dem Kindergartenalter. Die internationale Tanzcompany sorge mit ihren Facetten immer wieder für Überraschungen und hat eine feste Fangemeinschaft. „Insgesamt gibt es nichts Gleichwertiges hier in unserer Region. Das darf einfach nicht kaputtgespart werden.“

„Jahrelang haben die Künstler für ihr Theater auf Geld verzichtet und nun sollen sie einfach wegrationalisiert werden? Wieso, wofür?“, fragt der Lehrerchor. Mit Gastspielen werde auf keinen Fall Geld eingespart. Seien diese für die relativ kleine Bühne mit ihren Besonderheiten überhaupt geeignet? Vor allem könnte sich ein breites Publikum dann noch Theaterbesuche leisten? „Unser traditionsreiches Theater muss weiterhin ein Vier-Sparten-Theater bleiben, mit Leben erfüllt werden und darf zu keiner leeren Hülle mutieren!“

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