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Nach Großbrand: Dieser Unternehmer gibt nicht auf

Der Schaden, der bei dem Feuer in Friedersdorf am Wochenende entstand, ist enorm. Die Ursache steht mittlerweile fest.

Dem Firmenschild hat die extreme Hitze zugesetzt. Doch Dietmar Lorenz gibt nicht auf.
Dem Firmenschild hat die extreme Hitze zugesetzt. Doch Dietmar Lorenz gibt nicht auf. © Constanze Junghanß

Den Brandgeruch vom Wochenende hat die Winterluft verschluckt. Dietmar Lorenz stapft durch den Schnee, schließt das Tor auf. Und steht vor den Überresten seiner Halle. Die hat der Friedersdorfer 2012 gebaut. Am Wochenende zerstören die Flammen sein Firmengelände. Die Halle – rund 170 Quadratmeter groß - in der vier Transporter, ein Gabelstapler, Traktor, zwei Fahrzeuganhänger und weitere technische Geräte untergebracht waren, brannte vollständig nieder. Alles ist schwarz, verkohlt und verbogen.

Der Unternehmer, der eine Heizungs- und Sanitärfirma mit vier Mitarbeitern hat, und seine Frau Gudrun wurden am Sonnabend kurz vor Mitternacht von einem Anruf überrascht: Die Stimme einer Nachbarin, die den Brand bemerkt hatte und Alarm schlug, wie sich später herausstellte. Die Sirene schallte. „Wir sind sofort raus und haben den riesigen Flammenschein gesehen“, erzählt Gudrun Lorenz. Bis zum Tor kam das Ehepaar noch. Doch weiter ging es nicht. Die Hitze schlug ihnen in extremer Wucht entgegen, die Situation sei im ersten Moment völlig unreal erschienen.

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Die Halle der Heizungsfirma brannte komplett nieder.
Die Halle der Heizungsfirma brannte komplett nieder. © Constanze Junghanß
Nur noch ein „Gerippe“ aus verkohlten Holzbalken und Stahl hält das Gebäude zusammen.
Nur noch ein „Gerippe“ aus verkohlten Holzbalken und Stahl hält das Gebäude zusammen. © Constanze Junghanß
Dietmar Lorenz vor den Überresten seiner Halle.
Dietmar Lorenz vor den Überresten seiner Halle. © Constanze Junghanß

Vermutlich habe ein Friedersdorfer Feuerwehr-Chef, der ebenfalls in der Nähe wohnt, die Leitstelle informiert. Innerhalb weniger Minuten rückten die Feuerwehren aus Gersdorf, Markersdorf, Deutsch-Paulsdorf, Friedersdorf, Jauernick-Buschbach, Pfaffendorf, Holtendorf, Reichenbach und die Berufsfeuerwehr aus Görlitz mit insgesamt 51 Kameraden und zwölf Fahrzeugen aus.

Aber wie nun weiter?

Das Firmengelände befindet sich 100 Meter von einigen verstreuten Wohnhäusern entfernt in einer kleinen Seitenstraße. Zum Glück, dass keine Flammen auf andere Gebäude übergriffen. Ein Glück, dass die Feuerwehr sofort die Löscharbeiten starten konnte und den Kampf gegen die Flammen aufnahm. Zu retten waren jedoch weder die Halle, noch die Fahrzeuge und die Technik. Alles verbrannt. Selbst die Stahlträger krümmen sich, die Solaranlage auf dem Dach ist weg. „Das Wichtigste jedoch für uns war und ist, dass niemand verletzt wurde“, sagt Dietmar Lorenz. Das sei trotz der Brandkatastrophe eine große Erleichterung. Aber einen immensen Schaden richtete das Feuer an. Dietmar Lorenz geht von etwa 200.000 bis 250.000 Euro Schaden aus.

Ein Brandursachen-Ermittler war am Montag vor Ort. Mittlerweile, so hat Dietmar Lorenz erfahren, stünde fest, was das Feuer offenbar ausgelöst hat. Ein technischer Defekt soll den Brand verursacht haben, erfuhr er von der Polizei. Auch das sei eine – wenngleich auch kleine - Erleichterung. Nicht auszudenken, wenn ein Feuerteufel die Hand im Spiel gehabt hätte und niemand mehr vor lauter Sorgen ruhig schlafen könnte.

Aber wie nun weiter? Seit 1999 ist Dietmar Lorenz selbstständig. In Friedersdorf ist er bekannt und beliebt bei den Einwohnern. Ortschaftsrat Wolfgang Hübner bestätigt das. Dietmar Lorenz sei einer, der ein großes Herz für die Vereine hat, das Dorffest immer unterstützt und schon oft geholfen habe. Dass es seine Firma nun so schlimm erwischt hat, bedauert der Ortschaftsrat sehr.

Erste Kundenbesuche bereits am Montag

„Wir überlegen nun, wie wir mit unseren Möglichkeiten mit helfen können“, sagt er. Auch Bürgermeister Thomas Knack schließt sich den Überlegungen zur Unterstützung an. Außerdem meldeten sich bei Familie Lorenz Friedersdorfer, die ebenfalls Hilfe anboten. Maschinen ausleihen beispielsweise oder einen Transporter. Dieser große Zuspruch und der Zusammenhalt im Ort tun der Familie gut. „Wir sind sehr dankbar. Den Leuten, der Feuerwehr für ihren Einsatz und ebenso der Polizei für ihre Arbeit“, sagt Gudrun Lorenz.

Da ein Teil der Werkzeuge im anderen Betriebsteil untergebracht war, die Arbeit also weiter gehen kann und die Mitarbeiter ihr Bestes geben, starteten die ersten Kundenbesuche bereits am Montag. Aufgegeben werde auf keinen Fall, wie Dietmar Lorenz betont. So oder so gelte es, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Der Unternehmer schaut nach vorn: „Die Halle bauen wir so schnell wie möglich wieder neu auf."

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