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Bühnensturz: Theater beteiligt sich an Unfallkosten

Eine Balletttänzerin stürzt in die Tiefe, muss ihre Karriere beenden. Wer war schuld an dem Unfall?

So schwebte die Tänzerin im Ballettabend als Qualle über die Bühne.
So schwebte die Tänzerin im Ballettabend als Qualle über die Bühne. © Pawel Sosnowski

Das Gerichtsverfahren um den Sturz einer Tänzerin bei der Gastspielpremiere des Tanzstücks "Die kleine Meerjungfrau" im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen hat sich lange hingezogen. Eine Urteilsverkündung war mehrfach angekündigt.

Jetzt endete der Gerichtsstreit zwischen der Unfallkasse und dem Gerhart-Hauptmann-Theater mit einem Vergleich. 90.000 Euro muss das Theater an die Unfallkasse zahlen.

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Tänzerin gab Beruf nach Unfall auf

Im November 2016 war eine Tänzerin des Balletts, die an Seilen über die Bühne schwebte, aus etwa drei Metern Höhe abgestürzt. Ein Knoten, der zur Verlängerung eines synthetischen Seils diente, hatte sich gelöst. Die Tänzerin erlitt schwere Verletzungen, musste mehrfach operiert werden und den Beruf der Tänzerin letztlich aufgeben. Die Kosten dafür hatte die Unfallkasse übernommen, wollte aber Geld vom Gerhart-Hauptmann-Theater zurück. Sie sah grobe Fahrlässigkeit am Werke, die den Unfall begünstigt hätte. Die Rede war von rund 200.000 Euro.

Vergleich vermeidet jahrelanges Prozessieren

So klar stellte sich der Fall aber vor Gericht nicht dar. Richter Hartmut Wieczorek hatte schon im März einen Vergleich vorgeschlagen, der bei etwa 50 Prozent der angefallenen Schadenssumme lag. Nach mehreren Anläufen und der weiteren Vermittlung von Wieczorek einigten sich beide Seiten jetzt auf 90.000 Euro, die das Theater an die Unfallkasse zahlt. Ohne Einigung hätte ein langer Weg durch die Instanzen mit zusätzlichen Kosten für weitere Gutachten gedroht und das bei ungewissem Ausgang.

Vergleichssumme belastet nicht Theater-Etat

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Klaus Arauner, der Noch-Generalintendant des Theaters, wollte am Mittwoch den Ausgang des Verfahrens nicht kommentieren. Einerseits sei ihm die Einigung von den Anwälten des Theaters noch nicht bekannt gemacht worden und darüber hinaus würden ihm die Versicherungsvorschriften des Theaters verbieten, sich öffentlich dazu zu äußern. Letztlich trägt die Kosten für das Theater mit dem kommunalen Schadensausgleich eine Versicherung. Der Etat des Theaters wird von diesem bedauerlichen Unfall nicht belastet.

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