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Franzosen bauen Görlitzer Brücke

Neben der Blockhausbrücke ist eine Behelfsbrücke für Fußgänger geplant. Sie bleibt für zwei Jahre. Doch auch danach findet sie Verwendung.

Die marode Görlitzer Blockhausbrücke wird abgerissen und neu gebaut. Während der Bauzeit sollen Fußgänger und Radfahrer auf einer Behelfsbrücke über die Gleise kommen.
Die marode Görlitzer Blockhausbrücke wird abgerissen und neu gebaut. Während der Bauzeit sollen Fußgänger und Radfahrer auf einer Behelfsbrücke über die Gleise kommen. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Beim Verlesen des Beschlussantrages im Technischen Ausschuss am Mittwoch kam selbst der erfahrene Görlitzer Baubürgermeister Michael Wieler ins Straucheln: Die Firma „Atelier Sieffert“ aus dem französischen Gambsheim erhält den Zuschlag für den Bau einer Behelfsbrücke neben der Görlitzer Blockhausbrücke.

Das erste Angebot aus dem Ausland

„Das hatte ich auch noch nicht“, sagte Wieler: „Nach zehn Jahren europäischer Ausschreibung haben wir tatsächlich mal ein Angebot aus Europa erhalten.“ Gemeint ist natürlich: Aus dem europäischen Ausland. Am Ende stimmten alle Stadträte zu. Eine Wahl hatten sie ohnehin nicht: Die Franzosen sind die Einzigen, die die Behelfsbrücke bauen wollen und dafür ein Angebot abgegeben haben. Es beläuft sich auf reichlich 190.000 Euro brutto. Gambsheim liegt im Elsass, direkt am Rhein, also an der Grenze zu Deutschland – und etwa 20 Kilometer nördlich von Straßburg.

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Die Franzosen erhalten am Freitag das Zuschlagsschreiben und können anschließend sofort mit dem Bau der Behelfsbrücke beginnen. Sie soll während der Bauzeit der Blockhausbrücke – also bis Ende 2022 – dafür sorgen, dass Fußgänger und Radfahrer neben der eigentlichen Blockhausbrücke die Gleise überqueren können. Wenn die neue Blockhausbrücke fertig ist, wird die Behelfsbrücke wieder abgebaut und ins Kidrontal versetzt. Dort soll sie die jetzige Holzbrücke dauerhaft ersetzen.

Der Vorteil der Brücken-Umsetzung ist in erster Linie finanziell. Die Brücke ist dann teilweise schon über die Baumaßnahme Blockhausbrücke finanziert, sodass am Ende nur ein Kaufpreis von 75.000 Euro bleibt. „Ein echtes Schnäppchen“, sagt Wieler. Allerdings kommen noch einmal 75.000 Euro für die Ertüchtigung des Untergrundes im Kidrontal und die Montage der Brücke hinzu, außerdem 35.000 Euro Planungskosten, sodass der Gesamtpreis bei 185.000 Euro liegt.

Regionale Firmen bauen auch

Die eigentliche Blockhausbrücke ist freilich die weitaus größere Baustelle. Sie soll wegen ihres maroden Zustands abgerissen und neu aufgebaut werden. Eine Arge aus den hiesigen Firmen Hentschke Bau und STL Bau erhält dort den Zuschlag für die Straßen- und Brückenbauarbeiten. Das hatte der Stadtrat bereits am Montag in einer Sondersitzung einstimmig beschlossen. Die Arge hatte mit knapp 2,9 Millionen Euro brutto das wirtschaftlichste Gebot für den Abriss der alten und den Bau der neuen Brücke abgegeben. Die Beschlussfassung im Stadtrat musste sowohl im Januar als auch im Februar verschoben werden, weil die Stadtverwaltung vorab noch einige Fragen klären musste.

Wenn alles gut geht und kein anderer Bieter Einspruch einlegt, können die Arbeiten in einer Woche beginnen. Die Fertigstellung ist nach wie vor für Ende 2022 vorgesehen. Damit das trotz des verspäteten Beschlusses gelingt, müssen aber ein paar Abläufe beim Bau verändert werden.

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