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Wo dieses Jahr in Görlitz gebaut wird

Die Stadt plant neun Baustellen. Die meisten sind schon jetzt relativ sicher. Umleitungen drohen aber nicht überall.

Im Oktober 2016 eröffneten der damalige OB Siegfried Deinege (r.) und Bauamtsleiter Torsten Tschage die Rothenburger Straße. Nun folgt der nächste Bauabschnitt.
Im Oktober 2016 eröffneten der damalige OB Siegfried Deinege (r.) und Bauamtsleiter Torsten Tschage die Rothenburger Straße. Nun folgt der nächste Bauabschnitt. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Wenn die Görlitzer Stadträte an diesem Donnerstag zu ihrer Januar-Sitzung zusammenkommen, haben sie gleich am Anfang zwei Großbaustellen auf der Tagesordnung stehen. Für den Ersatzneubau der Blockhausbrücke und für die Gestaltung des neuen Brautwiesenparks sollen sie den Zuschlag an Baufirmen erteilen. „Danach könnten beide Baustellen zeitnah beginnen“, sagt Bauamtsleiter Torsten Tschage. Hier erklärt er, wie es dort und bei sieben weiteren Baustellen weitergeht.

Blockhausbrücke: Bau hat mit Baumfällungen begonnen

Tschage hofft, dass die Räte am Donnerstag den Zuschlag erteilen. Er ist optimistisch: „Es sind Angebote von Baufirmen eingegangen, die den finanziellen Rahmen nicht sprengen.“ Rechts und links der Brücke wurden kürzlich schon Bäume gefällt. Ab Mitte Februar beginnen die Bauarbeiten für die Gründung der Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer sowie vorbereitende Arbeiten. Ab da wird die Brücke für den Fahrverkehr voll gesperrt. Der eigentliche Brückenbau beginnt aber erst im Mai. Die neue Brücke wird rund einen Meter höher sein als die alte, entsprechend muss die Straße angepasst werden. Das Ganze wird mindestens zwei Jahre dauern, also bis Ende 2022. Die Kosten liegen bei vier Millionen Euro. Die Gesamtfinanzierung ist nach Auskunft der Stadt gesichert.

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Die marode Blockhausbrücke in Görlitz wird dieses Jahr abgerissen. Autofahrer müssen sich auf Umwege einstellen.
Die marode Blockhausbrücke in Görlitz wird dieses Jahr abgerissen. Autofahrer müssen sich auf Umwege einstellen. © nikolaischmidt.de

Brautwiesenpark: Bau bis zum Jahresende

Vollkommen ohne Umleitungen für Autofahrer kommt die zweite Baustelle aus: Der Bau des neuen Brautwiesenparks. Er entsteht am alten Güterbahnhof: Zwischen der neuen Waldorfschule und der Bahnhofstraße. Auch hier hat die Stadt Angebote von Baufirmen erhalten, die im Kostenrahmen liegen. So hofft Tschage auch hier auf die Zustimmung der Stadträte am Donnerstag. „Der Baubeginn ist für Ende Februar geplant – wenn es das Wetter zulässt“, erklärt Tschage. Mit einem Kleinspielfeld für Fuß-, Volley- und Basketball, Kletterbergen, Liegewiese, Hundewiese, Sitzgelegenheiten, einem Aussichtspunkt und vielem mehr soll der neue Park die Innenstadt West aufwerten. Der Bau war in der Vergangenheit mehrfach verschoben worden. Nun muss alles klappen, bis Dezember soll alles fertig und abgerechnet sein.

Rothenburger Straße: Im April könnte es losgehen

Der erhoffte Zuwendungsbescheid für die Rothenburger Straße ist Anfang Dezember im Rathaus eingegangen. Damit kann der Abschnitt zwischen Schlesischer Straße und Birkenallee saniert werden. Da der Baubeschluss bereits vorliegt, bereitet die Stadt seither die Ausschreibung vor. „Wir würden gern im März den Zuschlag erteilen“, sagt Tschage. Ziel sei ein Baubeginn im April und eine Fertigstellung bis Ende des Jahres. Eine Gefahr aber besteht noch: Die Ausschreibung. Sollten alle Angebote zu teuer sein, könnte es nicht losgehen.

Jochmannstraße: Kosten um zehn Prozent erhöht

Für den grundhaften Ausbau der Jochmannstraße ist die Planung längst fertig und die Finanzierung geklärt. Eigentlich. „Das Geld war für 2020 gesichert“, sagt Tschage. Da war die Bearbeitung für die Stadt aber zeitlich nicht zu schaffen. „Inzwischen haben wir die Kosten auf den aktuellen Stand gebracht“, sagt der Amtsleiter. Das Ergebnis ist eine Kostenerhöhung um zehn Prozent. Die Stadt versucht jetzt, die Lücke über einen erhöhten Fördermittelanteil und Leistungen Dritter, etwa der Stadtwerke, zu schließen. Anschließend will sie die Jochmannstraße in ihrem Haushalt unterbringen. Wenn das gelingt – also wenn die Finanzierung gesichert ist – soll der Baubeschluss im Februar auf der Tagesordnung des Stadtrates stehen. Danach käme die Ausschreibung. Ein Baubeginn im Mai wäre laut Tschage realistisch. „Wegen der Fördermittel müssen wir dieses Jahr mit dem Bau fertig werden“, sagt er.

Gewerbegebiet Schlauroth: Zwei Abschnitte werden fertig

Das verfallene ehemalige Schlaurother Bahngelände wird zum neuen Görlitzer Gewerbegebiet. Es ist eine schmale, langgezogene Fläche zwischen der Stadtgrabensiedlung in Rauschwalde und dem Ortsteil Schlauroth. Sie misst knapp 20 Hektar. Das entspricht 28 Fußballfeldern. Der erste Bauabschnitt ist gut vorangekommen. Derzeit ruht der Bau. „Sobald das Wetter mitspielt, geht es weiter“, sagt Tschage. Bis zum Ende des ersten Bauabschnittes im April soll der Straßenbau in diesem Abschnitt erledigt sein – inklusive Beleuchtung und Medienverlegung. Der zweite Bauabschnitt soll voraussichtlich Mitte des Jahres beginnen und bis Weihnachten abgeschlossen werden. Auch für diese Baustelle sind keine Straßensperrungen nötig.

Tauchritz: Hauptstraße erhält eine neue Decke

Im Ortsteil Tauchritz soll die Berzdorfer Straße im zweiten Halbjahr eine neue Deckschicht erhalten – also die S 128, die als Hauptstraße durch Tauchritz führt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen den beiden Kreisverkehren, also im Prinzip der ganze Ort. „Das ist aber kein grundhafter Ausbau, sondern es geht nur um das Abfräsen und den Neuaufbau der Asphaltdecke sowie minimale Reparaturen im Unterbau“, sagt Tschage. Betroffen seien also die oberen vier Zentimeter. Er rechnet mit einer Gesamtbauzeit von maximal einem Monat. Und in dieser Zeit auch nicht mit einer durchgehenden Vollsperrung. Die ist höchstens nötig, wenn der neue Asphalt eingebaut wird. Das soll vielleicht zwei oder drei Tage dauern. Finanziert wird die Baustelle aus Sondermitteln des Freistaates für den Straßenunterhalt. Aus diesem Topf erhält die Stadt jedes Jahr 325.000 Euro aus Dresden. Voriges Jahr ist sie nicht dazu gekommen, alle Baustellen umzusetzen. Für Tauchritz will sie jetzt Geld nutzen, das aus dem vorigen Jahr übrig ist. Das Geld ist da, insofern ist diese Baustelle sicher – es sei denn, es findet sich keine Baufirma.

Hugo-Keller-Straße: Kreisel wird erneuert

Ebenfalls aus bereits gesicherten Straßenunterhaltsmitteln soll dieses Jahr die Deckschicht im kleinen Kreisverkehr an der Hugo-Keller-Straße/Grüner Graben erneuert werden. „Eventuell bauen wir auf der Hugo-Keller-Straße noch ein Stück weiter, etwa bis zur Breite Straße“, so Tschage. Noch unklar ist, ob der Innenring des Kreisels als Pflasterfläche erhalten bleiben muss oder durch Asphalt ersetzt werden kann. Auch die genaue Bauzeit steht noch nicht fest. Klar ist aber: Da es nur eine Decklagenerneuerung ist, dauert es nicht ewig.

Karl-Eichler-Straße: Betonbord zerfällt

Das Gleiche gilt in Rauschwalde für die Karl-Eichler- zwischen Reichenbacher- und Hans-Nathan-Straße, eventuell sogar noch etwas weiter in Richtung Kopernikusstraße: Die Finanzierung ist gesichert und da es kein grundhafter Ausbau ist, dauert es nicht lange. „Hier zerfällt der Betonbord, er muss gewechselt werden“, sagt Tschage. Er rechnet mit Fahrbahneinengungen. Ob die komplette Decke abgefräst und neu asphaltiert wird, ist noch nicht geklärt.

Sattigstraße: Umleitungsstrecke erhält neue Decke

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