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Online-Vorträge immer gefragter

Die Volkshochschule bietet einen Teil ihrer Kurse online an. Manches davon interessiert die Görlitzer mehr als bisher live vor Corona.

Maik Gloge, Direktor der Volkshochschule Görlitz, setzt nicht nur auf Online-Angebote. Das gedruckte Programm wird im Lockdown besonders intensiv gelesen.
Maik Gloge, Direktor der Volkshochschule Görlitz, setzt nicht nur auf Online-Angebote. Das gedruckte Programm wird im Lockdown besonders intensiv gelesen. © Martin Schneider

Kurse online belegen oder einfach noch ein bisschen warten? Für viele, die sich an der Volkshochschule weiterbilden möchten, stellt sich gerade diese Frage. Denn die Schule in der Görlitzer Langenstraße ist zwar im Moment für die Öffentlichkeit geschlossen und kann etwa ein Drittel der Kurse nicht anbieten. Aber es gibt sowohl Angebote, die in jedem Fall online sind, auch wenn sie erst im Mai oder später stattfinden, als auch eine Reihe an Kursen, die als Präsenzveranstaltungen gedacht sind, aber zurzeit auf online ausweichen.

"Unsere Bewegungs- oder Entspannungskurse etwa können wir nicht online anbieten", sagt Maik Gloge, der Direktor der Volkshochschule Görlitz. Solche Angebote gebe es zur Genüge kostenlos im Internet, auf diese würden die Nutzer jetzt zurückgreifen. Auch die Aqua-Fitness-Kurse gibt es gerade nicht, weil das Neißebad geschlossen ist. Ähnliches trifft auf viele Kreativkurse zu, aber manche weichen auch auf Videokonferenzen aus.

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Sprachkurse teilweise online

Besonders erfreulich sei, dass die Vorträge im Bereich Politik, Gesellschaft, Umwelt online wesentlich besser gebucht würden als sonst live vor Ort. "Kommen sonst dafür zehn bis 30 Zuhörer zu uns, schauen sich im Internet manchmal 50 bis 60 Leute die Vorträge an", sagt Gloge.

Mitarbeiter wie Kalina Bader von der Volkshochschule Görlitz bieten von Dienstag bis Freitag eine Online-Beratung zu den digitalen Angeboten der Schule an.
Mitarbeiter wie Kalina Bader von der Volkshochschule Görlitz bieten von Dienstag bis Freitag eine Online-Beratung zu den digitalen Angeboten der Schule an. © Volkshochschule Görlitz

Auch mehrere Sprachkurse finden online statt, vor allem die Integrations- und Berufssprachkurse. "Die Lehrkräfte sind zwar im Videochat mehr gefordert als beim Präsenzunterricht", sagt Marion Seifert, die Leiterin des Bereichs Sprachen. Man müsse mehr vordenken und sich stärker konzentrieren. "Und wenn Teilnehmer die Kamera ausschalten, um die Verbindung zu verbessern, kann man nicht an ihren Augen ablesen, ob sie den Stoff verstanden haben."

Dennoch funktioniere die Sprachvermittlung gut, vor allem für diejenigen, die schon ein bisschen die Sprache sprechen. Die meisten Sprachkurse sind als Präsenzangebote ausgeschrieben, von denen etwa 30 bis 40 pünktlich beginnen, auch wenn die Schule zum Starttermin noch geschlossen sein sollte. Sie starten online und wechseln nach dem Lockdown in den Präsenzmodus. Genaueres ist im Programm ersichtlich.

Programm wird jetzt besser gelesen

Dieses hat die Volkshochschule ganz bewusst wieder als Heft drucken lassen. "Andere haben zu früh darauf gesetzt, ihr Programm nur online zu veröffentlichen, und mussten dann Einbrüche hinnehmen", sagt Maik Gloge. Er rechne aber damit, dass die Menschen im Lockdown mehr Zeit haben, das Programm zu lesen, und so Interessantes für sich finden. "Diesen Eindruck hatten wir nach dem ersten Lockdown", sagt Gloge. Im Herbst seien die Angebote der Volkshochschule zu zehn Prozent mehr gebucht worden als vor Corona.

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