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Wächst Salat bald auf dem Reichenbacher Markt?

Der Marktplatz der Kleinstadt ist meist trist und grau. Das zu ändern, macht sich Bianca Senger zur Aufgabe - und sucht Mitstreiter.

Bianca Senger von der Stadtinformation kann sich vorstellen, dass mit Gemüse-, Kräuter-, Blumen- und Erdbeerbepflanzung der Marktplatz ein neues Flair bekommt.
Bianca Senger von der Stadtinformation kann sich vorstellen, dass mit Gemüse-, Kräuter-, Blumen- und Erdbeerbepflanzung der Marktplatz ein neues Flair bekommt. © Constanze Junghanß

Über urban gardening sind in den letzten Jahren einige Bücher geschrieben worden. Das städtische Gärtnern erlebt in Großstädten einen Boom. In Dresden wachsen Gemeinschaftsgärten in den Stadtvierteln, in Leipzig gibt es unter den Stichworten „gemeinsam Gärtnern“ Bildungsgärten und öffentlich zugängliche Bürgerflächen wie den essbaren Palmgarten.

Kommt so etwas auch im Ländlichen an, wo Einfamilienhäuser mit Grün drumherum überwiegen und die Wege hinaus in die Natur kurz sind?

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Salat und Mangold aus der Mörtelkiste

Reichenbach will es wagen – wenngleich nicht so riesig aufgezogen wie in den Großstädten. In der Kleinstadt könnten künftig Erdbeeren und Gemüse zusammen mit Blumen mitten auf dem gepflasterten Marktplatz wachsen. Salat und Mangold aus der Mörtelputte beispielsweise, Kräuter aus dem Blumentopf.

Bianca Senger von der Stadtinformation startete dazu einen Aufruf. Unter dem Motto „Unser Marktplatz soll schöner werden“ will sie die Einwohner zum Mitmachen bewegen. Schließlich ist der Markt ein öffentlicher Ort und Mittelpunkt. „Nur schaut es da leider außerhalb der beiden Markttage doch recht trist und grau aus“, sagt sie. Dazu der Leerstand einiger Häuser, „die schon mal bessere Tage gesehen haben.“ Das Optische zumindest soll sich ändern, „damit der Charakter des Ackerbürgerstädtchens wieder besser herausgehoben wird“, hat Bianca Senger dabei im Hinterkopf.

Mit Pflanzen Farbe ins Spiel bringen

Tatsächlich findet man beispielsweise auf 30 Jahre alten Fotos vom Marktplatz eine andere Bepflanzung mit Grünstreifen und steinernen Blumenkübeln. Vor einigen Jahren zierten noch Rosenbüsche mit rosafarbenen Blüten die Baumscheiben der Kastanien. Die Bäume leiden an einer Krankheit, sie verloren in den vergangenen Jahren bereits im Sommer ihre Blätter.

Der Großteil der Rosen ist verschwunden. Unkraut macht sich stattdessen breit. „Läden gibt es nur noch wenige, mit neuen Geschäftseröffnungen wird vorerst nicht zu rechnen sein“, sagt Bianka Senger. Deshalb soll noch in diesem Jahr Farbe durch Pflanzen ins Spiel gebracht werden.

Aktive Mitstreiter gesucht

Dazu benötigt die Stadt die Unterstützung der Bürger. Einerseits werden große Pflanzbehälter gesucht, andererseits auch Kräuter, Blumen und Gemüsejungpflanzen. Die Kübel sollen neben den Bänken – fünf Stück gibt es – aufgestellt werden. Alte Fahrräder, die bemalt und mit Blumenkörbchen geschmückt werden könnten, stehen auch auf der Wunschliste.

Und selbstverständlich Menschen, die Lust haben, bei der Gestaltung und der Pflege mit anzupacken. „Wir freuen uns außerdem über weitere Ideen, wie wir unseren Markt mit Pflanzen schöner machen können“, sagt Bianca Senger. Denn oft sei mit Kleinigkeiten Großes zu bewirken.

Auch der Landschaftspflegeverband (LPV) möchte sich beteiligen und einige seiner selbst gebauten Kräuterständer sponsern. Eine Bepflanzung dieser Art sei eine gute Sache, wie LPV-Mitarbeiterin Ramona Bauer einschätzt. „Sie bietet Nahrung für Insekten, kann ein kleiner Lernort für die Kinder zur Naturbeobachtung werden und ist sicher für Menschen, die keinen eigenen Garten haben schön“, sagt sie.

Vor allem hinsichtlich der Idee, Salat, Schnittlauch oder Petersilie vom Marktplatz-Garten ernten zu können. Ein neues Kleinstadt-Flair von und für die Einheimischen soll entstehen. Vielleicht – so hofft Bianca Senger – würde dadurch der Markt speziell im Sommer ein Stück einladender.

Wer Mitmachen möchte, Pflanzen, Gefäße oder alte Fahrräder spenden mag, kann sich bei der Stadtinformation per Mail melden: [email protected]

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