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Was macht dieser Kasten auf dem Markt?

Die Einwohner von Reichenbach wundern sich über das Gerät in ihrem Stadtzentrum. Ab diesem Dienstag werden sie erleben, wozu es da ist.

Der Zementsockel auf dem Marktplatz gab Anlass zu Spekulationen.
Der Zementsockel auf dem Marktplatz gab Anlass zu Spekulationen. © Constanze Junghanß

Der Zementsockel auf dem Marktplatz gab Anlass zu Spekulationen. Wird da ein fest stationierter Blitzer gebaut? Oder bekommt Reichenbach eine Ladesäule für Elektroautos? Bürgermeisterin Carina Dittrich winkt ab. Weder um eine Ladesäule noch Geschwindigkeitskontrollen geht es. Der über zwei Meter hohe „Kasten“ sei moderne Technik.

Eine Art Anzeigetafel, die es in dieser Form in Ostsachsen nach Auskunft von Sebastian Kaiser von der beauftragten Firma eKiosk GmbH Dresden so noch nicht gibt. Zumindest habe das Dresdner Unternehmen eine solche digitale Technik bisher nicht in der Oberlausitz installiert. In der Landeshauptstadt dagegen gebe es bereits einige der „Selket XL“ - wie das Modell heißt – zu entdecken.

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Bildschirm per Touchpad bedienbar

Rund 18.000 Euro wurden investiert, heißt es vonseiten der Bürgermeisterin. Der Großteil davon – 85 Prozent – floss über Fördermittel. Doch wozu kann man das Gerät eigentlich nutzen? „Touristische Informationen oder Wegbeschreibungen können beispielsweise eingeblendet werden“, erklärt Sebastian Kaiser. Als Tourismushochburg ist Reichenbach weniger bekannt. Das Hotel in der Kleinstadt machte bereits vor vielen Jahren die Schotten dicht. Eine Privatperson hatte das aus einer Versteigerung erworben. Das Hotel steht zum Verkauf.

Die Wege in Reichenbach sind kurz, übersichtlich und im Stadtgebiet fußläufig erreichbar. So befinden sich beispielsweise touristische Anziehungspunkte wie das kleine Museum, Via-Regia- und Nollau-Haus und die evangelische Johanneskirche keine drei Minuten Fußweg vom Markt und damit von der unübersehbaren Anzeigetafel entfernt. Der 55-Zoll-Bildschirm lässt sich per Touchpad bedienen. Touchpad ist eine Technik, bei der man mit den Fingern auf einen Bildschirm tippt, wobei Informationen abgerufen werden können.

Das Gerät ist mit dem Internet verbunden und soll von der Stadtinformation aus konfiguriert werden. Werbung könnte da zum Beispiel auch zu sehen sein, Fahrpläne oder Veranstaltungshinweise. Aktuell steht noch nicht fest, was den Reichenbachern und Gästen künftig da präsentiert wird. Die Möglichkeiten seien vielfältig, heißt es.

Keine Kosten für Wartung, aber für Stromverbrauch

„Aufstocken mit einer Webkamera und einem Mikrofon ist ebenfalls machbar“, erklärt Sebastian Kaiser. Genutzt werde das unter anderem bereits an Flughäfen. Ein Flugplatz ist der Markt keinesfalls. Gut besucht ist der Ort an den Markttagen, wo Händler ihre Waren verkaufen. Sonst herrscht da eher „tote Hose“.

Wartungskosten für die Anzeigetafel entstünden laut Sebastian Kaiser keine. Allerdings müsste die digitale Anzeigetafel regelmäßig gereinigt werden und verbraucht auch Strom. An diesem Dienstag soll das wasserdichte und mit einer Heizung ausgestattete Gerät in Betrieb gehen.

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