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So empfinden Wähler im Kreis Görlitz den Wahlkampf

Kurz vor der Bundestagswahl am Sonntag sind viele Wähler unsicher, welcher Partei sie ihre Stimme geben sollen. Das ist auch das Ergebnis einer kleinen SZ-Umfrage in Görlitz.

Bunter Plakatewald allerorten, hier an der Waggonbau-Kreuzung in Görlitz.
Bunter Plakatewald allerorten, hier an der Waggonbau-Kreuzung in Görlitz. © Martin Schneider

Umfrage: Josefin Kauk

Karl-Heinz Schütz (70): Unsicher

Karl-Heinz Schütz (70)
Karl-Heinz Schütz (70) © Martin Schneide

"Ich weiß noch nicht, wen ich wählen soll. Da bin ich auch kurz vor der Wahl noch unsicher. Die Kandidaten geben ein Bild ab, das mir nicht passt. Da halte ich keinen so wirklich für vertrauenerweckend. Ich finde es nicht gut, dass Politiker in den oberen Etagen so leger behandelt werden. Im Wahlkampf können sie gut reden und viel versprechen. Von Bedeutung ist aber, wie sie mit den Bürgern umgehen, wenn kein Wahlkampf ist."

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Theresia Damczyk (39): Umgestimmt

Theresia Damczyk (39), Görlitz
Theresia Damczyk (39), Görlitz © Martin Schneide

"Eigentlich bin ich ein sicherer Wähler. Aber dieses Jahr war ich verunsichert. Der Wahlkampf war so durcheinander. Ich habe letztendlich eine andere Partei gewählt als sonst. Trotzdem ist es auch gut, dass der Wahlkampf so vielfältig ist. Die Kanzlerkandidaten sind alle ganz unterschiedlich und so kommen viele Meinungen zusammen. Die Wahlsendungen mit den Kandidaten im Fernsehen waren sehr spannend. Da sind viele interessante Themen aufgekommen. Besonders wichtig fand ich dabei auch die Meinungen zu Corona."

Roland Klar (76): Sicher

Roland Klar (76), Görlitz
Roland Klar (76), Görlitz © Martin Schneide

"Der Wahlkampf läuft fair ab. Die Parteien stellen sich und ihre Ziele entsprechend vor. Mit unangebrachten Schuldzuweisungen halten sie sich bis jetzt zurück. Das finde ich gut. Alle Themen, die mich bewegen, wurden im Wahlkampf angesprochen. Die einzelnen Parteien stehen dabei immer hinter ihren festen Werten. Es ist mir deshalb auch nicht schwergefallen, mich auf eine Partei festzulegen. Wen ich am Sonntag wählen gehe, das weiß ich jetzt schon."

Renate (65) und Gottfried Raschke (69: Unentschlossen

Renate (65) und Gottfried Raschke (69), Chemnitz
Renate (65) und Gottfried Raschke (69), Chemnitz © Martin Schneide

"Wir sind noch unentschlossen. Für uns kommt die CDU infrage. Laschet ist allerdings unserer Meinung nach nicht der richtige Mann für das Kanzleramt. Es war falsch, dem Thema Corona so viel Aufmerksamkeit im Wahlkampf zu geben. Die Politiker hätten sich auf andere, wichtigere Themen konzentrieren sollen. Die Parteien scheinen uns selber noch so unklar zu sein, was sie eigentlich wollen. Jeder möchte regieren, aber wer kann? Am liebsten wäre es uns, wenn wir das Beste aus jedem Wahlprogramm nehmen könnten."

Klaus Buchholz (53): Schwierig

Klaus Buchholz (53), Görlitz
Klaus Buchholz (53), Görlitz © Martin Schneide

"Ich habe schon an der Briefwahl teilgenommen. Meine Erststimme habe ich der Partei gegeben, die ich üblicherweise wähle. Mein zweites Kreuz habe ich taktisch gesetzt. Mich festzulegen, fand ich schwierig. Bei der Wahl waren Themen wie Corona und die Flutkatastrophe vom Sommer im Vordergrund. Ich hätte es besser gefunden, wenn andere politische Themen eine größere Rolle gespielt hätten. Die Trielle im Fernsehen habe ich mir angeschaut. Für die Briefwahl fand ich sie zu kurzfristig. Da hatte ich es schwer, mir ein gutes Bild über die Kandidaten zu machen."

Doris Trautmann (74): Entschieden

Doris Trautmann (74), Görlitz
Doris Trautmann (74), Görlitz © Martin Schneide

"Der Wahlkampf war mir zu sehr auf Personen zugespitzt. Außerdem finde ich nicht gut, dass Gefahrenszenarios in Bezug auf einen Linksruck aufgebaut wurden. Ich bin für einen Wechsel in der Politik. Ich hoffe aber, dass der nicht zu rechtslastig wird. Meine Kreuze habe ich bei der Partei gesetzt, die ich üblicherweise wähle. Die Entscheidung ist mir leicht gefallen. Auch, wenn die Parteien ihre Wahlversprechen nicht immer einhalten. Die Doppelmoral im Wahlkampf finde ich komisch. Erst ein erbittertes Gegeneinander, um später dann in eine Koalition zu gehen."

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