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Was wird nun aus der „Alten Schule“?

Reichenbach hat das ehemalige Schulgebäude in Sohland an eine Privatperson verkauft. Mit dem Geld werden Haushaltsschulden abgebaut.

Die „Alte Schule“ befindet sich gegenüber der Sohländer Kirche.
Die „Alte Schule“ befindet sich gegenüber der Sohländer Kirche. © Constanze Junghanß

Die ehemalige „Alte Schule“ in Sohland bekommt einen neuen Besitzer. Nach Angaben von Bürgermeisterin Carina Dittrich hat ein Sohländer das unter Denkmalschutz stehende Gebäude erworben. Verkauft wurde die „Alte Schule“ von der Stadt Reichenbach für 75.000 Euro. Der Stadtrat hat dem ebenso seine Zustimmung erteilt, wie der Ortschaftsrat. Mit der Eingemeindung von Sohland 2014 ging das Objekt in Eigentum der Stadt Reichenbach über. „Der neue Eigentümer beabsichtigt, eine komplette Sanierung, wobei der Schulcharakter erhalten bleibt“, sagt Carina Dittrich. Entstehen sollen Miet- und Ferienwohnungen durch den Umbau der Klassenzimmer.

Zu DDR-Zeiten wurden die Schüler im Gebäude bis zur zehnten Klasse unterrichtet. Nach der Wende lernten die Mädchen und Jungen im Grundschulalter bis Klasse vier. Davon zeugen noch die Sprüche an der Fassade. Da steht zum Beispiel zwischen den Fenstern: „Das Schwerste am Lernen ist das Lernen selbst“. Über dem Eingangsportal prangt in dicken Lettern: „Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht“. Lange hatten sich die Sohländer gegen eine Schließung ihrer Schule gewehrt. Letztendlich ohne Erfolg. 2004 musste die Schule schließen, die Kinder besuchen seitdem vor allem in Reichenbach die Grundschule. Nach dem Aus für den Lernort wurde im Haus eine der Wohnungen bis heute weiter vermietet.

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An der Fassade und über dem Eingangsportal zeugen Sprüche über die Nutzung des Hauses in der Vergangenheit.
An der Fassade und über dem Eingangsportal zeugen Sprüche über die Nutzung des Hauses in der Vergangenheit. © Constanze Junghanß
Neben dem Schulgebäude hat ein Thälmann-Denkmal die Nachwendezeit überstanden.
Neben dem Schulgebäude hat ein Thälmann-Denkmal die Nachwendezeit überstanden. © Constanze Junghanß
Das ehemalige Schulgebäude steht unter Denkmalschutz.
Das ehemalige Schulgebäude steht unter Denkmalschutz. © Constanze Junghanß

Die unteren Räume nutzten die beiden Tagesmütter bis vor wenigen Jahren. Seitdem es das Angebot im Ort nicht mehr gibt, stehen diese Räume leer. Auch ein Schulmuseum befand sich im Gebäude. Das ist nun in zwei ehemalige Räume des Ortschaftsrats im Schloss Mittelhof Sohland umgezogen. Eine Gruppe engagierter Heimatforscher aus dem Ort kümmert sich darum und habe, so sagt Carina Dittrich, die Räume in Eigenleistung renoviert. Auch Wissenswertes über die Geschichte der Rotsteingemeinde soll dort aufbewahrt werden. Andere Dinge, wie Schulunterlagen und wohl auch die Tafeln, sollen an das Landesschulamt abgegeben werden.

Dass sich Reichenbach von dem ehemaligen Schulgebäude trennte, hat mehrere Gründe. „Die Heizung war für das komplette Schulgebäude ausgelegt und versorgte außerdem ein Nebengebäude“, sagt die Bürgermeisterin. Da nur zwei der Mietwohnungen belegt sind, verursachte die Heizung für die Kommune extrem hohe Kosten. Zweiter Punkt: „Das Gebäude verlor immer mehr an Substanz“, so Carina Dittrich. Notwendige Sanierungskosten hätte Reichenbach nicht stemmen können. Schlussendlich blieb nur der Verkauf. Es ist nicht das einzige Gebäude, welches die Stadt in letzter Zeit veräußerte. Auch das ehemalige Herrenhaus in Biesig wurde vor einer Weile verkauft, ebenso ein großes Haus mit Werkstatt an der Trebe in Sohland. Die Verkaufserlöse fließen in den Haushalt Reichenbachs ein. Neue Investitionen werden damit nicht gemacht. „Wir nutzen diese Einnahmen zum Schuldenabbau“, sagt die Bürgermeisterin.

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