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Ein Wasserstoffkraftwerk für Zoblitz

Ein Verein hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Heizen die Bürger im Reichenbacher Ortsteil in Zukunft klimaneutral?

Blick auf Zoblitz. In der Näher der Abwasseranlage des Ortes könnte ein neues Kraftwerk entstehen.
Blick auf Zoblitz. In der Näher der Abwasseranlage des Ortes könnte ein neues Kraftwerk entstehen. © Martin Schneider

Zoblitz könnte zu einer Modellregion werden. Dabei geht es um ein Wasserstoff-Blockheizkraftwerk. Ein solches könnte die Wärme ins Dorf bringen. Ferne Zukunftsmusik? Nach Angaben von Bürgermeisterin Carina Dittrich wurde eine Machbarkeitsstudie beim sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft dafür in Auftrag gegeben. Nicht die Stadt hat das gemacht, sondern der Verein Gedes mit Sitz in Mengelsdorf.

Angestoßen habe die Idee eine private Initiative Zoblitzer Bürger in Anbetracht des geplanten Strukturwandels hinsichtlich der Braunkohle und in Zusammenarbeit mit Gedes, heißt es vonseiten der Stadt. Dessen Vereins-Vorsitzender Norbert Döring spricht von einem "Quantensprung für die Bevölkerung." Hintergrund ist, dass sich die Zoblitzer Einwohner Gedanken um ihre künftige Heizungstechnologie machen. 87 Haushalte gibt es in dem Reichenbacher Ortsteil. Die heizen zum Großteil mit Öl. Viele dieser Heizanlagen sind in die Jahre gekommen. Müssen die erneuert werden, sollen klimaneutrale Heizungsvarianten eine Rolle spielen.

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Eine erste Vorstellung dazu gab es im Reichenbacher Stadtrat. Felix Langnau, Vertriebsleiter für die Region Nord-Ost bei Siemens, stellte das Projekt "Elektrolyse" da vor. Um "grünen Wasserstoff" geht es dabei und um den Weg in eine klimaneutrale Region. Doch zuerst soll die Machbarkeitsstudie untersuchen, was ökologisch und ökonomisch überhaupt möglich ist. "Die Stadt unterstützt das", bekräftigt Carina Dittrich.

Gelände bei Abwasseranlage im Gespräch

Als künftigen Standort des Modellprojektes wird das Terrain bei der Abwasseranlage in Öhlisch in Betracht gezogen. Von dort aus kommt aktuell der anfallende Klärschlamm nach Boxberg. "Die Verträge laufen aus, und wir müssen neue Verträge zur Klärschlammentsorgung machen", sagt die Bürgermeisterin. Da der Klärschlamm in Zukunft auch nicht mehr auf Felder ausgebracht werden dürfe, könnten die Kosten für die Verbraucher steigen. Mit der Wasserstoff-Anlage sei eine Trocknung des Klärschlamms möglich. Das wiederum bedeute weniger Klärschlammabfall und keine höheren Kosten. Bei dem Prozess fällt Wärme an, die gleichzeitig die Häuser der Zoblitzer Einwohner heizen soll. Ziel sei, einmal ganz Reichenbach so mit Wärme zu versorgen – nicht als Pflichtanschluss, sondern auf freiwilliger Basis.

Als Finanzierungskonzept schwebt den Akteuren eine Betreibergesellschaft mit einem Genossenschaftsmodell "Kommunale Daseinsvorsorge" vor. Die Planungen für das Projekt sollen bereits in diesem Sommer beginnen. Als Realisierungszeitraum wird 2022 bis 2024 angedacht.

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