merken
PLUS Görlitz

Neue Fälle von Schweinepest

Bei Rothenburg wurde ein infiziertes, totes Wildschwein entdeckt. Die Sperrzone muss neu gezogen werden.

Sozialministerin Petra Köpping begutachtet den Schutzzaun gegen die Schweinepest - hier bei Krauschwitz.
Sozialministerin Petra Köpping begutachtet den Schutzzaun gegen die Schweinepest - hier bei Krauschwitz. © ZB

Das Sächsische Sozialministerium meldet erneut einen Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) im Landkreis Görlitz. Das tote Wildschwein wurde in der bestehenden Pufferzone entdeckt - das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) bestätigte die Seuche. Der Fundort befindet sich etwa zwei Kilometer westlich des Flugplatzes Rothenburg und etwa 3,5 Kilometer von der Neiße entfernt. Da dies südlich – also außerhalb des bisherigen gefährdeten Gebietes liegt, müssen die Restriktionszonen nun erweitert werden. Zur Abstimmung darüber werde sich zeitnah die Sachverständigengruppe sowie der ASP-Krisenstab des Sozialministeriums treffen, heißt es. Die neuen Restriktionszonen werden in der kommenden Woche in zwei Allgemeinverfügungen der Landesdirektion Sachsen bekanntgegeben.

Sozialministerin Petra Köpping erklärte, dass es sich um einen Keiler handle, der im Rahmen der regelmäßigen Fallwildsuche in der Pufferzone entdeckt wurde. "Der neue Fund erschwert unseren Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest", so Köpping und kündigte an, dass zunächst in einem Radius von zwei bis drei Kilometern um den Fundort ein mobiler Elektrozaun gezogen werden soll, um eine Versprengung eventuell weiterer infizierter Tiere zu verhindern. Das bestehende gefährdete Gebiet und die Pufferzone sollen schnell räumlich angepasst werden. "Positiv ist, dass das bisherige gefährdete Gebiet bis auf wenige Kilometer bereits vollständig mit einem Festzaun geschlossen ist. Die neu hinzugekommenen Teile des gefährdeten Gebietes werden ebenfalls schnellstmöglich eingezäunt."

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Weiterer Fall bei Skerbersdorf

Auch bei einem Wildschwein, das in der Nähe von Skerbersdorf, etwa 80 Meter von der polnischen Grenze entfernt gesund erlegt wurde, hat das Friedrich-Loeffler-Institut ASP bestätigt. Mit diesen beiden neuen Fällen gibt es nun 19 Fälle von Schweinepest in Sachsen. Der erste ASP-Ausbruch bei Schwarzwild war in Sachsen Ende Oktober bestätigt worden.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Erkrankung von Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Eine Impfung gibt es nicht. Die Seuche kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten sei die ASP laut Ministerium nicht ansteckend oder gefährlich.

Zuletzt hatte nicht nur die Seuche selbst, sondern auch die Zerstörungswut von Unbekannten für schlechte Schlagzeilen gesorgt. Sie hatten den Schutzzaun bei Krauschwitz an mehreren Stellen mutwillig zerstört. Insgesamt wurde um das bisherige gefährdete Gebiet 90 Kilometer fester Zaun errichtet, davon allein 56 Kilometer an der deutsch-polnischen Grenze zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg im Norden und der Autobahn A4 bei Görlitz im Süden. Der Zaun sei mit einer Höhe von etwa einem Meter so konzipiert, dass andere Tiere, wie Rehe und Hirsche, hindurchkommen.

Im Mitte Dezember erweiterten gefährdeten Gebiet wurde der Zaunbau nach Weihnachten fortgesetzt. Die Trassenführung läuft westlich von Krauschwitz und Bad Muskau bis zur brandenburg-sächsischen Grenze an die Neiße nördlich von Köbeln. Die Strecke setzt damit die westliche Begrenzung des gefährdeten Gebietes in Richtung Norden fort und beträgt etwa 16 Kilometer. (SZ)

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Görlitz