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Wer buddelt mit im Kräutergarten?

Die Anlage im Königshainer Schlossgelände braucht helfende Hände. Insgesamt 38 Minibeete gibt es dort zu pflegen.

Elke Pietschmann (links) und Andrea Schaal sind bereits Beetpaten im Kräutergarten.
Elke Pietschmann (links) und Andrea Schaal sind bereits Beetpaten im Kräutergarten. © Constanze Junghanß

Andrea Schaal gehört zu den aktuell neun ehrenamtlichen Beetpaten des Kräutergartens. Ihr Revier: Etwa zwei Quadratmeter Lavendel, Färberwau und Goldfelberich, um die sie sich kümmert. Häckeln, gießen, Unkraut zupfen – etwa zwei Stunden Arbeit pro Monat steckt Andrea Schaal da rein. „Der Schlosspark ist mit seinen Anlagen wirklich sehr schön“, begründet sie. Das soll auch so bleiben. Pflege braucht die Anlage allerdings auch. Der vor Jahren vom Verein „hortus amabelis“ angelegte Kräutergarten wurde von den Vereinsmitgliedern liebevoll bepflanzt und betreut. Aus Alters- und Gesundheitsgründen löste sich der Verein vor einer Weile auf.

„Ursprünglich sollte er in den Heimatverein integriert werden“, erzählt Elke Pietschmann, eine der ehrenamtlichen Akteure, die sich um das Schlossareal mit kümmern. Das habe nicht geklappt. Das Areal vom Kräutergarten gehört der Gemeinde. Doch zur umfangreichen Pflege des Gärtchens fehle das Personal. Deshalb haben Elke und ihr Mann Armin Pietschmann einen Aufruf gestartet, um Helfer – also Beetpaten – zu finden, damit die Kräuteranlage erhalten bleibt.

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Im Lungenkraut-Beet finden die Bienen Nektar.
Im Lungenkraut-Beet finden die Bienen Nektar. © Constanze Junghanß
Der Kräutergarten ist immer gut besucht. Eintritt muss man nicht zahlen.
Der Kräutergarten ist immer gut besucht. Eintritt muss man nicht zahlen. © Constanze Junghanß
Eine Kräuterspirale gibt es auch. Die Salbei- und Lavendelbüsche sind bereits stolze 15 Jahre alt.
Eine Kräuterspirale gibt es auch. Die Salbei- und Lavendelbüsche sind bereits stolze 15 Jahre alt. © Constanze Junghanß

Neun haben sich dafür bereits gemeldet. Sie pflegen 14 Beete. Für 17 weitere werden Paten gesucht, die in ihrer Freizeit mit Hacke und Gießkanne helfen. Aufwendig sei das nicht, berichtet Andrea Schaal. Kräuterpflanzen gelten als pflegeleicht, sollten jedoch nicht von Unkraut überwuchert sein oder müssen - je nach Art – ab und an zurückgeschnitten und gewässert werden. Pro Beet sind das 1,5 bis zwei Quadratmeter Anbaufläche, umrahmt von Granitsteinen. Verschiedene Thymiane gibt es, Salbei- und Minzsorten, aber auch Pflanzen wie Odermenning, Schlüsselblume und Walderdbeere. In einem der Beete summen Hummeln und Bienen: Das blaurosa blühende Lungenkraut zieht die Insekten an.

Die Gesamtanbaufläche hat sich gegenüber den Anfangsjahren ein Stück verkleinert. In sieben der insgesamt 38 Minibeete wurde Gras eingesät. „Dort wuchs es nicht so gut, weil diese Beete besonders schnell austrockneten“, sagt Frau Pietschmann. Ursprünglich gab es etwa 400 Arznei- und Kräuterpflanzen im Garten. Durch den Rückbau sind es nun etwas weniger geworden, aber immer noch genug, um Besucher anzuziehen. „Wir waren in den Königshainer Bergen wandern“, erzählt am 1. Mai eine Frau, die zu einer Gruppe Ebersbach-Neugersdorfer gehört.

Trödelmarkt fällt wegen Corona aus

Da gehöre ein Ausflug ins Schlossgelände mit seinem Park, der Rhododendronanlage und eben dem Kräutergarten mit dazu. „Hier soll es doch auch so tolle Märkte geben?“, fragt die Wanderin. Elke Pietschmann hebt bedauernd die Schultern. Ob im Juni der Handwerkermarkt und im August der Trödelmarkt stattfinden, kann sie nicht sagen. „Wir hoffen darauf“, antwortet Frau Pietschmann. Der traditionelle Trödelmarkt Ende Mai fällt wegen der aktuellen Corona-Regelungen jedenfalls aus. Um die 5.000 Gäste kamen da vor der Pandemie im Durchschnitt.

Die flachen, grünblättrigen Rosetten über der Erde wirken unscheinbar – der Name ist es nicht: „Färberwau“, erklärt Andrea Schaal. Eine Pflanze, mit der Wolle, Seide und Leinen gelb gefärbt werden können. Färberwau soll bereits vor vielen hundert Jahren genutzt worden sein. Nun wächst die Pflanze mit dem putzigen Namen in Königshain im Kräutergarten. Zur Anschauung – und nicht zur Nutzung.

Info: Wer als Beetpate monatlich ein bis zwei Stunden Zeit investieren und helfen möchte, meldet sich unter 035826/60223. Gartengeräte werden vor Ort gestellt.

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