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Laden muss wegen Baustelle geschlossen bleiben

Die Asphaltdecke auf der S 111 zwischen Bahnhof in Richtung Deutsch Paulsdorf wird saniert. Unternehmer im Gewerbegebiet ärgern sich.

Gerd Richter, Chef des Bauernladens in Reichenbach, konnte am Mittwoch sein Geschäft nicht öffnen. Verkäuferin Doreen Pohlink und ihre Kollegin mussten Zuhause bleiben.
Gerd Richter, Chef des Bauernladens in Reichenbach, konnte am Mittwoch sein Geschäft nicht öffnen. Verkäuferin Doreen Pohlink und ihre Kollegin mussten Zuhause bleiben. © Constanze Junghanß

Immer wieder kehren die Autos vor den Bahnschranken um. Da steht auf der rechten Seite eine Absperrung. Ob Fahrzeuge von der anderen Seite entgegen kommen, ist schwer einsehbar. Kommt man durch bis zum Bauernladen, zum Sägewerk, der BayWa und Becker-Umweltdienste? „Durchfahrt verboten“, zeigt das Verkehrsschild mit dem Zusatzschild „Anlieger GWG Reichenbach frei“. GWG steht für „Gewerbegebiet“. Das befindet sich an der Paulsdorfer Straße.

Kreissprecherin Julia Bjar bestätigt auf SZ-Nachfrage, dass die S111 – also die Paulsdorfer Straße – seit dem 26. Juli „zwischen dem Bahnübergang und der Abfahrt Deutsch Paulsdorf gesperrt ist.“ Grund dafür ist die Asphaltdeckensanierung. „Die Umleitung für den geplante Bau wird über die B 6 Reichenbach – Markersdorf geführt und ist beschildert“, sagt Julia Bjar und auch, dass der Landkreis über den Straßenbau bereits informierte.

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Am Mittwoch sei das Ganze für seinen Betrieb „katastrophal gewesen“, erzählt Gerd Richter, der Inhaber des Bauernladens. Im Geschäft gibt es unter anderem Tierfutter, Gartengeräte, Sämereien und Haushaltswaren. Vor allem die Einheimischen und die Leute aus den umliegenden Dörfern kaufen da gern ein. Doch am Mittwoch sei kein Rankommen mehr an den Laden von Richtung Stadt aus gewesen. Gerd Richter konnte nicht öffnen, seine beiden Verkäuferinnen mussten zu Hause bleiben. „Wer zahlt denn da den Verdienstausfall?“, fragt er. Denn das jemand extra einen fast 15 Kilometer langen Umweg fahren würde, um vielleicht eine Packung Blumenerde oder Schrauben zu kaufen, sei der Kundschaft nicht zumutbar.

Ob die Durchfahrt zur BayWa am Freitag noch frei ist, ist am Donnerstag noch nicht klar.
Ob die Durchfahrt zur BayWa am Freitag noch frei ist, ist am Donnerstag noch nicht klar. © Constanze Junghanß

Gerd Richter hätte sich eine bessere Kommunikation seitens der Behörden gewünscht. Versprochen worden sei, dass die Zufahrt während der Baumaßnahme gewährleistet ist. Aber mit einem solchen Umweg? Tags darauf war eine Durchfahrt für Anlieger wieder möglich, das Geschäft offen. Nur kehrten jetzt Autos an den Schranken wieder um, weil sie nicht wissen, ob man durchfahren kann oder nicht. Wie es die kommenden Tage genau mit der Baustelle weiter geht, weiß Gerd Richter nicht. Eine richtige Planung sei so für ihn nicht möglich. „Ich weiß nicht, ob ich aufmachen kann oder den Laden zu lassen soll“, sagt er.

Lkw kommen schlecht durch kleine Ortschaftsstraßen

„Die Zuwegung zu uns ist im Moment sehr kompliziert“, sagt auch Andreas Pospich, Regionalleiter der BayWa Agrahandel GmbH. Zur BayWa schaffen die Bauern ihre Ernte. Die wird von da aus auf die Getreidezüge verladen. „Landwirte aus Richtung Löbau fahren nicht extra über Markersdorf und Gersdorf“, sagt Andreas Pospich. Zumal die langen Lkw auch schlecht durch die kleinen Ortschaftsstraßen kämen. Für die BayWa sei die Situation geschäftsschädigend. Letztendlich müssten die Bauern mit ihrer Ernte ja wohin und laden dann das Getreide bei anderen Wettbewerbern ab. Hauptproblem jedoch sei die Kommunikation mit den Behörden gewesen. Auf Nachfrage sei gesagt worden: „Wir sollten froh sein, überhaupt eine Information bekommen zu haben, das gebaut wird“, so der Regionalleiter. Eine bessere Abstimmung hätte sich die BayWa jedenfalls gewünscht. „Schließlich sind wir von diesem Straßenbau unmittelbar betroffen“, sagt er.

Am Bahnübergang ist die rechte Seite gesperrt, ebenso die Durchfahrt. Eigentlich. Eine Ausnahme gilt für Anlieger des Gewerbegebietes.
Am Bahnübergang ist die rechte Seite gesperrt, ebenso die Durchfahrt. Eigentlich. Eine Ausnahme gilt für Anlieger des Gewerbegebietes. © Constanze Junghanß

Auch zu Becker-Umweltdienste war das Rankommen am Mittwoch schlecht, wie ein Mitarbeiter erzählt. Das habe sich nun verbessert. Die Müllfahrzeuge kämen nun über Gersdorf und aus Richtung Friedersdorf herangefahren.

Die Umleitungsbeschilderung im Stadtgebiet sorgt offenbar ebenfalls für Verunsicherung. Da ist die Richtung nach Friedersdorf und damit die Paulsdorfer Straße als gesperrt ausgeschildert. Die BayWa hat unter dem Verkehrszeichen ein Schild angebracht, dass bis zum Agrarhandel am Donnerstag durchgefahren werden kann. Ob das am Freitag ebenso ist, scheint unklar. Andreas Pospich sagt, dass das aufgrund der Baustelle vielleicht nicht mehr möglich sein könnte und das Schild wieder durchgestrichen sein wird. So oder so hoffen die Firmen im Gewerbegebiet, dass die Asphaltdeckensanierung zeitnah erledigt ist. Nach Angaben von Kreissprecherin Julia Bjar dauern die Baumaßnahmen bis zum 6. August.

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