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So saniert Görlitz die Grundschule in Königshufen

Nachdem Sachsen 3,4 Millionen Euro zur Verfügung stellt, beschließt der Stadtrat jetzt die weitere Sanierung. Doch bis zum Einzug der Schüler 2023 ist noch viel zu tun.

Christian Steudtner vom Baubetrieb Thamm ist verantwortlich für die Bauarbeiten zum Brandschutz in der Grundschule Königshufen.
Christian Steudtner vom Baubetrieb Thamm ist verantwortlich für die Bauarbeiten zum Brandschutz in der Grundschule Königshufen. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Endlich ist er da, der Fördermittelbescheid für die Grundschule in Görlitz-Königshufen. 3,4 Millionen Euro gibt Sachsens Kultusministerium, damit das Schulgebäude fertig saniert werden kann. Die Stadt wiederum muss weitere 2,6 Millionen Euro aus eigenen Mitteln zur Verfügung stellen.

Lange hing die Sanierung am seidenen Faden, weil das Kultusministerium viel mehr Anträge auf Gelder aus dem Schulhausprogramm vorliegen hat, als Gelder dafür im Landeshaushalt eingestellt wurden. Deswegen stand ein Wiedereinzug der Grundschüler in ihr Schulgebäude seit diesem Frühjahr in den Sternen. Von Baustopp wollte noch keiner reden, aber wie ein Damoklesschwert schwebte er über dem Vorhaben.

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Doch nun kann weitergebaut werden. Im Juli 2023 sollen die Mädchen und Jungen ihre Schule wieder in Besitz nehmen - frisch saniert und mit besten Bedingungen fürs Lernen.

Wärmedämmung und neue Fußböden

Nachdem die Brandschutzertüchtigung für das Gebäude fertig ist, soll es weiter saniert werden. Vor allem an der Hülle des Gebäudes wird gearbeitet. Die Fassade wird saniert, eine Wärmedämmung angebracht. Die ist dringend nötig, sagt Christian Steudtner von der Görlitzer Baufirma Thamm, die den Brandschutz im Gebäude erneuert. "Die dünnen Wände lassen die Kälte rein und die Wärme schnell raus." Die alten Fenster noch dazu - der Mann kann sich die Zugluft im Klassenraum vorstellen.

Im Inneren der Schule sind jetzt noch in der zweiten Etappe der Sanierung vor allem Maler- und Elektroarbeiten zu erledigen. Die Sanitärbereiche werden erneuert, auch die Fußböden. In Treppenhäusern werden Stolperfallen beseitigt. Außerdem erhalten Klassenzimmer und Flure Schallschutz. Damit sich vor allem im Sommer die Klassenzimmer nicht so aufheizen, werden die Fenster mit Sonnenschutz versehen.

Diesmal zuerst Eltern und Schulleitung informiert

Noch gibt es für die weitere Sanierung der Grundschule Königshufen kein Startsignal, aber es wird vorbereitet. Das Bauvorhaben war Gegenstand des Technischen Ausschusses am Mittwoch dieser Woche. Schließlich treffen die Stadträte am kommenden Donnerstag die Entscheidung auf ihrer letzten Sitzung vor den Sommerferien. Das teilt Bürgermeister Michael Wieler der SZ auf Nachfrage mit.

Anschließend wird im August, Anfang September eine europaweite Ausschreibung erarbeitet. Diese ist wegen der Auftragssumme vorgeschrieben. An dieser Ausschreibung können sich jedoch auch Firmen aus Görlitz und dem Umland beteiligen.

Baubeginn ist für Januar 2022 vorgesehen. "Entsprechende Eigenmittel der Kommune werden über einen Kredit eingestellt und die Genehmigung des Haushaltes erwartet", informiert Bürgermeister Michael Wieler.

Die Grundschule Königshufen ist eine Baustelle. Ein Teil der Eingangstreppen ist bereits neu errichtet worden.
Die Grundschule Königshufen ist eine Baustelle. Ein Teil der Eingangstreppen ist bereits neu errichtet worden. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Wieler, Oberbürgermeister Octavian Ursu und Mitarbeiter aus den Fachämtern des Rathauses informierten bereits am Mittwoch dieser Woche die Elternvertreter und die Schulleitung über den weiteren Fortgang der Sanierung der Grundschule Königshufen. Erst anschließend machte die Rathausspitze die Einzelheiten des Vorhabens öffentlich. Wieler begründete diese Zurückhaltung damit, dass es sich bei der Sanierung dieser Schule um ein besonders sensibles Projekt handele. Immer wieder kam es zu Verzögerungen. Die Baupläne wurden mehrfach umgeworfen. Grundsätzlich sprachen sich Eltern nicht gegen die Sanierung aus, aber sie wollten Klarheit und vernünftige Bedingungen für ihre Kinder, wenn sie für lange Zeit in einem Ausweichquartier lernen.

Arbeiten für den Brandschutz gehen noch weiter

In dem Plattenbau aus DDR-Zeiten wird seit dem vorigen Jahr gebaut. Das ist möglich, weil die Schüler in einem Ausweichquartier lernen. Sie werden an Schultagen mit Bussen vom Görlitzer Norden in den Süden chauffiert. Sie lernen in Räumen der DPFA-Regenbogenschule auf der Friedrich-Engels-Straße im Stadtteil Weinhübel.

Zunächst wird das Gebäude für den Brandschutz ertüchtigt. Kaum ein Raum, der nicht wie eine Baustelle aussieht. Jedes Klassenzimmer bekam eine zweite Tür, sodass überall ein zweiter Fluchtweg zur Verfügung steht. Es gibt neue Brandschutztüren auf den Fluren, einige Fenster in Fluren wurden zugemauert, damit im Falle eines Feuers die Flammen nicht ins andere Geschoss schlagen. Die zentrale Schaltstelle für die Elektrik befindet sich künftig im Keller. Im September dieses Jahres soll die Brandschutzertüchtigung fertig sein.

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