merken
PLUS Görlitz

Wie man in Görliwood ein Filmset putzt

Im ersten Seminar des Görlitzer Filmbüros lernten Reinigungskräfte, was man an einem Drehort darf und was gar nicht geht.

Kerstin Gosewisch und Henrik Greisner vom Filmbüro Görlitz am Übungs-Filmset im Görlitzer Parkhotel.
Kerstin Gosewisch und Henrik Greisner vom Filmbüro Görlitz am Übungs-Filmset im Görlitzer Parkhotel. © Martin Schneider

Hier hat es jemand ordentlich krachen lassen. Das Bett ist zerwühlt, Rotweinflecken auf den Laken, auf dem Boden liegen die dazugehörigen Weinflaschen, alles sieht nach einer wilden Partynacht aus. Eine große Herausforderung für jedes Zimmermädchen, wenn es ein Hotelzimmer so vorfände.

Dass es sich hier um ein Filmset handelt, ist an der Technik zu erkennen, die in ein Hotelzimmer nicht gehört. Es ist ein Übungsfilmset im Görlitzer Parkhotel. Nebenan hören zwölf Seminarteilnehmer gerade dem Referenten Patrick von Krienke zu. Er ist Chief Medical Advisor / Health&Safety Manager beim Studio Babelsberg und ausgewiesener Hygieneexperte mit vielen Jahren Filmerfahrung. „Wir freuen uns, dass wir ihn gewinnen konnten, der unsere Dienstleister für die besondere Filmthematik und natürlich die strengen Corona-Vorschriften schulen kann“, so Henrik Greisner vom Filmbüro Görlitz.

Familie und Kinder
Familienzeit auf sächsische.de
Familienzeit auf sächsische.de

Sie suchen eine Freizeitplanung oder Erziehungsrat? Wir unterstützen Sie mit Neuigkeiten sowie Tipps und Tricks Ihren Familienalltag zu versüßen.

Gerade in der Filmstadt Görlitz werden immer wieder lokale Dienstleister gesucht, die Reinigungsaufgaben übernehmen. Und die müssen genau wissen, was sie dürfen. Henrik Greisner erzählt vom „Klassiker“: In mühevoller Arbeit wurde ein Filmset in einem Hotelzimmer tagelang aufgebaut - eine Reinigungskraft räumte es in einer Drehpause picobello auf, weil sie es nicht als Filmset erkannte.

Kerstin Gosewisch und Henrik Greisner mit der neuen Hygienestation.
Kerstin Gosewisch und Henrik Greisner mit der neuen Hygienestation. © Martin Schneider

Greisner, der selbst bei namhaften Produktionen dabei war, weiß, wie das ist. Denn es geht um jede Falte im Kopfkissen, um den angebissenen Apfel, der genau so sein muss, um das halb volle Glas. Deshalb sei es so wichtig, dass beide Seiten - die Filmleute wie auch die Reinigungskräfte - einander kennenlernen und verstehen, was der jeweils andere tut, so Greisner. Unter Pandemiebedingungen steigen die Anforderungen noch einmal. Deshalb gibt es vom Filmbüro jetzt eine mobile Hygienestation, ein kleiner Wagen, an dem man sich die Hände waschen und desinfizieren kann.

Dem ersten wird demnächst ein zweites Seminar folgen. Hier geht es darum, Locationscouts aus der Region zu finden und zu schulen. „Warum aus Berlin oder Leipzig jemanden holen, wenn wir selbst Leute vor Ort haben“, sagt Kerstin Gosewisch vom Filmbüro. Und so soll in einigen Wochen im Idealfall Interessenten aus Görlitz und der Region erklärt werden, worauf es bei der Suche nach einem passenden Drehort ankommt.

Mehr zum Thema Görlitz