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Wer leert künftig die Papierkörbe?

Der Vertragsleister für Winterdienst und die Grünflächenpflege scheint in Schwierigkeiten zu sein. Reichenbach hat keinen Bauhof, der das übernimmt.

Im Gebäude auf der Gersdorfer Straße hat die OLTG ihren Sitz. Zuvor war da die Firma RIS ansässig.
Im Gebäude auf der Gersdorfer Straße hat die OLTG ihren Sitz. Zuvor war da die Firma RIS ansässig. © Constanze Junghanß

Farbenfroh prangen die Buchstaben OLTG auf der Internetseite der Oberlausitzer Landschafts-Tief-Grünbau Dienstleistung und Service GmbH Reichenbach. Weiter kommt man auf der Seite nicht. Da steht neben Anschrift und Telefonnummer: „Im Moment wird unsere Seite überarbeitet - wir bitten um etwas Geduld.“ Wann die Seite fertiggestellt wird, ist ungewiss.

Zum Monatsanfang wurde eine vorläufige Insolvenzverwalterin im Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der OLTG bestellt. Das geht aus einer Eintragung der öffentlichen Insolvenzbekanntmachung hervor. Datum ist der 3. März.

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„Bei diesem vorläufigen Insolvenzverfahren wird das Unternehmen weitergeführt werden“, erklärt Insolvenzverwalterin Irmgard Niemeyer-Uhlmann von der Kanzlei Niemeyer-Uhlmann & Lassig, Dresden. Antrag auf ein solches Verfahren stellen entweder Geschäftsführung oder Gläubiger. Geschäftsführer der OLTG ist Marcel Friebel. Er sagt, er habe nichts beantragt und will sich aktuell gegenüber der SZ nicht weiter äußern. Ob es zu einer Insolvenzeröffnung kommt, steht noch nicht fest.

Trotzdem zieht das Kreise. Denn die OLTG ist auch Vertragspartner der Stadt Reichenbach. Das Unternehmen leistet den Winterdienst, die Grünflächenpflege sowie die Straßenrändermahd. Auch die Papierkörbe in der Stadt werden von der OLTG geleert.

Der Winter ist vorbei. „Die bestehenden Verträge mit der OLTG werden bisher wie vereinbart abgearbeitet“, sagt Bürgermeisterin Carina Dittrich auf Nachfrage der SZ.

Die Aufgaben, die die OLTG übernommen hat, machen in anderen Gemeinden die Bauhöfe. Im Schöpstal ist der Bauhof für den Winterdienst zuständig und bekommt bei Bedarf Hilfe von einem Landwirtschaftsunternehmen. Nach Angaben von Schöpstals Bürgermeister Bernd Kalkbrenner kümmert sich der Bauhof unter anderem um den Grün- und Baumschnitt, die Pflege des Areals öffentlicher Gebäude und der Gewässer 2. Ordnung. In Markersdorf sind das beim Bauhof ähnliche Aufgaben. Auch die Pflegemaßnahmen im Gewerbegebiet gehören dazu.

Reichenbach hat schon lange keinen eigenen Bauhof mehr. Den Winterdienst und andere kommunale Aufgaben übernahm nach dessen Aus die Nachfolgerin des Bauhofs – die Reichenbacher Integrations- und Service mbH (RIS). Erster Geschäftsführer war der damalige Reichenbacher Bürgermeister Andreas Böer. Die Geschäftsführung wechselte danach dreimal. Zuletzt übernahm Marcel Friebel diesen Posten. 2017 meldete die RIS Insolvenz an. Nachfolger der RIS war die OLTG, die fortan Dienstleistungen für die Stadt übernahm.

Ohne die OLTG würde der Stadt ein wichtiger Vertragspartner fehlen.

Allerdings arbeitet die Stadt nach Angaben von Bürgermeisterin Dittrich an neuen Ausschreibungsunterlagen, da Vertragslaufzeiten demnächst normal enden würden. In der Vergangenheit fragte die CDU-Fraktion im Stadtrat mehrfach nach einer Prüfung, ob und unter welchen Bedingungen ein neuer Bauhof für Reichenbach möglich sein könnte. Bisher gab es dazu noch keine Auskünfte. Carina Dittrich sagt: „Wir haben den Auftrag der Stadträte zur Prüfung eines Bauhofs stets im Blick, lassen uns hier auch im Zuge der Haushaltspotentialanalyse beraten.“ Verschiedene Varianten seien abzuwägen. Dabei geht es auch um die Möglichkeit interkommunaler Zusammenarbeit. Eine Bauhofvariante sei die kostenintensivste Variante, sagt Carina Dittrich noch.

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