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Wieder kein Altstadtfest in Görlitz

Viele Menschen auf engem Raum, das ist auch in diesem Sommer wegen Corona nicht möglich. Doch ganz aufs Feiern muss nicht verzichtet werden.

Beliebt und von vielen schmerzlich vermisst: Das fantastische Altstadtfest-Flair in Görlitz.
Beliebt und von vielen schmerzlich vermisst: Das fantastische Altstadtfest-Flair in Görlitz. © Nikolai Schmidt

Es war fast zu erwarten angesichts der Corona-Lage.

Und doch trifft diese Nachricht viele ganz besonders: Auch in diesem Jahr wird es das Görlitzer Altstadtfest nicht geben. Die Absage reiht sich ein in eine ganze Reihe von Absagen in dieser Woche. Das Rothenburger Sommerfest fällt aus, das Horkaer Pfingstreiten, auch die 950-Jahr-Feier von Görlitz soll nur abgespeckt stattfinden.

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Der Görlitzer Kulturservice, der das Altstadtfest organisiert, hat diese Nachricht am Dienstag auf seiner Facebookseite kommuniziert. „Ich persönlich finde es furchtbar traurig, dass das Altstadtfest in Görlitz schon wieder abgesagt wurde. Das ist immer das Ereignis des Jahres, wo wir uns drauf freuen“, lautet eine der Facebook-Reaktionen darauf. „Traurig für Görlitz und auch für die vielen kleinen Händler und Veranstalter. Wir hoffen auf nächstes Jahr.“ Eine andere Nutzerin schreibt: „Mir fehlt das Altstadtfest so sehr. Ich bin eine geborene Görlitzerin und bin immer von Hessen nach Görlitz gefahren. So etwas muss man gesehen haben. Einmalig.“

Zur Eröffnung bis des bislang letzten Altstadtfestes verteilte der Görlitzer OB Octavian Ursu im August 2019 Bier an Besucher - traditionell in historischem Gewand.
Zur Eröffnung bis des bislang letzten Altstadtfestes verteilte der Görlitzer OB Octavian Ursu im August 2019 Bier an Besucher - traditionell in historischem Gewand. © Nikolai Schmidt

Doch so ganz aufs Feiern und auf Begegnungen verzichten müssen die Görlitzer und Ex-Görlitzer nicht. Bewusst spricht der Kulturservice nicht vom Ausfall des Altstadtfestes, auch wenn es nichts anderes ist. Stattdessen wollen die Organisatoren das Positive in den Vordergrund stellen - und Positives gibt es einiges.

So sollen Elemente des Altstadtfestes herausgelöst werden und zwischen Juni und September stattfinden. Die Waschtrog-Regatta beispielsweise ist für das erste Wochenende der Sommerferien terminiert. Am Sonntag des besagten Wochenendes soll es ein großes Frühstück im Uferpark geben, bei dem auch die Buchstabentische von „GÖRLITZ“ wieder auftauchen werden und eine „950“ aus Blumenkübeln aufgebaut werden soll. In einer noch offenen Weise sollen zudem die Buchstaben „ZGORZELEC“ dargestellt werden. So werden Altstadtfest-Elemente mit Vorhaben zum 950-jährigen Stadtjubiläum vermischt. Denn auch hier gibt es Abstriche, soll von den ursprünglichen Plänen nur ein Teil übrig bleiben.

Mittelalter-Lager im Nikolaizwinger: Was sonst während des Altstadtfestes zu erleben ist, soll es in diesem Sommer unabhängig davon trotzdem geben.
Mittelalter-Lager im Nikolaizwinger: Was sonst während des Altstadtfestes zu erleben ist, soll es in diesem Sommer unabhängig davon trotzdem geben. © Pawel Sosnowski/80studio.net

Neu ist ein Tag der Vereine, bei dem sich laut Kulturservice Projektleiterin Stephanie Rikl Görlitzer Vereine präsentieren und auch neue Kontakte knüpfen können oder Mitstreiter finden. „Viele Vereine engagieren sich zum Altstadtfest, sei es durch die Unterstützung beim Pin-Verkauf oder mit einem Auftritt auf der Bühne“, sagt Rikl. „Mit dem Tag der Vereine möchten wir dieses Engagement sichtbar machen und danken.“ Ob es den Pin-Verkauf in diesem Jahr wieder geben wird, ist noch unklar. Im vergangenen Jahr, als das Altstadtfest coronabedingt auch schon ausfiel, gab es ihn. 600 Stück mit dem Motiv der Altstadtbrücke konnten verkauft werden.

Auch einen Mittelaltermarkt soll es geben. „Ein Anliegen, dass wir beim Altstadtfest schon lange weiterentwickeln wollen, ist die Verbindung zwischen Waidhausplatz und Nikolaizwinger, um einen Rundweg auf dem Fest zu gestalten“, erläutert der Kulturservice auf seiner Website. Mit einem Mittelaltermarkt solle Anfang August das Lagerleben lebendig werden - mit mittelalterlichen Spielern, Gauklern und artistischen Vorführungen.

ViaThea in Görlitz - das Straßentheaterfestival ist einer der kulturellen Höhepunkte der Stadt. Ob es 2021 stattfinden kann, ist noch völlig unklar.
ViaThea in Görlitz - das Straßentheaterfestival ist einer der kulturellen Höhepunkte der Stadt. Ob es 2021 stattfinden kann, ist noch völlig unklar. © nikolaischmidt.de

Ein Familien- und Kinderfest steht ebenfalls auf der Agenda. Es ist für September geplant. Auch hier können sich Vereine vorstellen, zahlreiche Mitmachangebote für vor allem Kinder wird es geben. Auf einer Bühne finden Vereinspräsentationen, Vorführungen und Konzerte statt. Ganz bewusst wurde allerdings keine Veranstaltung auf das traditionelle Altstadtfestwochenende am letzten Augustwochenende gelegt, sagt Stephanie Rikl. Freuen können sich die Fans von Getöpfertem. Denn den Schlesischem Tippelmarkt im Juli soll es geben - in der Variante vom Vorjahr, also als reiner Töpfermarkt höchstwahrscheinlich ohne das Drumherum mit Bühne, Gastroangeboten und Kinderprogramm. Das hat 2020 sehr gut funktioniert. So könnten am 17. und 18. Juli etwa 70 Händler ihre Töpferwaren anbieten.

Ein dickes Fragezeichen steht hinter dem Straßentheaterfestival Viathea. Dieses liegt nicht in den Händen des Görlitzer Kulturservice, sondern des Gerhart-Hauptmann-Theaters. Hier gibt man sich noch zurückhaltend. „Wir befinden uns dazu in laufenden Abstimmungen mit der Stadt Görlitz“, antwortet Theater-Geschäftsführer Klaus Arauner auf eine SZ-Anfrage.

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