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Sie brachte Hunderte Spenden unter die Vereine

Regina Risy führte neun Jahre die Geschäfte der Sparkassenstiftung im Kreis Görlitz. Kaum ein Verein, der sie nicht kennt. Jetzt gibt sie das Amt weiter.

Posen für den Fotografen: Regina Risy übergibt eine Förderung an die Astrid-Lindgren-Schule in Weißwasser.
Posen für den Fotografen: Regina Risy übergibt eine Förderung an die Astrid-Lindgren-Schule in Weißwasser. © Sabine Larbig

Sie ist das freundliche Gesicht der Sparkasse und macht auch schon mal einen Spaß mit: Regina Risy. Beispielsweise, als sie vor einigen Jahren dem Räuberhaufen von der Astrid-Lindgren-Schule in Weißwasser eine Spende überbrachte und gleich mal mit den Schülern posierte.

Und Spenden übergab sie viele. Als Geschäftsführerin der Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien hat sie seit 2012 Hunderte Spendenschecks übergeben. Doch nicht einfach so, oftmals besuchte sie dann auch die geförderten Projekte, erkundigte sich nach dem Stand der Dinge und zeigte aufrichtiges Interesse an der Entwicklung in den Dörfern und Städten im Landkreis Görlitz.

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Nun hat sie diese Aufgabe an Petra Hascha weitergegeben, die seit Anfang Juli die Geschäfte der größten und wichtigsten Stiftung im Landkreis Görlitz führt. Frau Risy bleibt der Sparkassenstiftung aber als einer von drei Vorständen verbunden.

Petra Hascha führt nun die Geschäfte der Sparkassenstiftung im Landkreis Görlitz.
Petra Hascha führt nun die Geschäfte der Sparkassenstiftung im Landkreis Görlitz. © Foto: Sparkasse Oberlausitz/Niederschlesien

Stiftungsanliegen: Würdigung des Ehrenamtes

200.000 Euro vergibt die Stiftung durchschnittlich im Jahr an gemeinnützige Vereine sowie Institutionen und deren Projekte. In der Summe sind auch die Aufstockungen für große Vorhaben dabei, die die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gelegentlich vornimmt. Die Satzung der Stiftung zählt auf, was alles gefördert werden kann: Kunst, Kultur, Heimatpflege, Umweltschutz, Bildung, Wissenschaft, Forschung, Gesundheitspflege, Sport, Jugendhilfe sowie Völkerverständigung. "Wir sind sehr breit aufgestellt", sagt Regina Risy, "und können dadurch auch eine größere Wirkung in der Region entfalten."

Während die kleineren Vorhaben der Vorstand der Stiftung unter Leitung von Sparkassen-Chef Michael Bräuer entscheidet, kommt zu größeren Projekten der Stiftungsrat im Dezember unter Leitung von Landrat Bernd Lange zusammen. Gab es schon mal Jahre, wo die Summe dreifach überzeichnet wurde, so passte es zuletzt ganz gut, wie Frau Risy berichtet. "Wir wollen natürlich auch keine Projekte ablehnen, denn sie sind oftmals so gut."

Auch für Ausstattungen wie die neue Musikanlage für den TSC Kristall Weißwasser kann man sich bei der Sparkassenstiftung bewerben.
Auch für Ausstattungen wie die neue Musikanlage für den TSC Kristall Weißwasser kann man sich bei der Sparkassenstiftung bewerben. © André Schulze

Schließlich ging es ihr und der Stiftung nie nur darum, Geld zu verteilen. "Wir wollen das gesellschaftliche Miteinander fördern", sagt sie. Menschen erhielten durch die Förderzusage die Möglichkeit, teilzuhaben am öffentlichen Leben - und es mitzugestalten. "Die Region kann glücklich sein, dass sich so viele Menschen einbringen und ehrenamtlich engagieren", zieht Regina Risy eine Bilanz. "Mit unserer Projektförderung würdigen wir auch immer dieses Engagement." Eine Müdigkeit in der Vereinsarbeit konnte sie nicht beobachten.

Stiftung besteht seit 1997

Regina Risy ist seit vielen Jahren mit der Sparkasse verbunden. Sie leitete einst die Unternehmenssteuerung, fühlt sich verwurzelt bei dem kommunalen Kreditinstitut, und so gab es für sie auch kein Zögern, zunächst 2005 in den Stiftungsvorstand aufzurücken und schließlich in den vergangenen neun Jahren die Geschäfte der Stiftung zu führen.

Ursprünglich gegründet wurde die Stiftung 1997 von der Sparkasse Löbau-Zittau für Kultur, Sport und Gesellschaft. Durch die Fusion mit der Niederschlesischen Sparkasse wurde sie 2005 eine Stiftung der gemeinsamen Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien.

Frau Risy hat auch ihre Nachfolgerin angesprochen. Petra Hascha traf sie bei einer Kulturveranstaltung, man kam ins Gespräch, und schließlich fand Frau Hascha es eine glückliche Fügung, dass sie den Start in die Rente mit einer sinnstiftenden Aufgabe verbinden kann. Die Schleiferin ist ebenso eine Sparkassenfrau seit vielen Jahren, war auch für die LBS-Bausparorganisation der Sparkasse tätig.

Zwei Dinge, reizen sie, wie sie gegenüber der SZ erklärt. Zum einen würde sie es schön finden, wenn viele Anträge Kindern und Jugendlichen zugutekommen. Gerade nach der Corona-Pandemie müsse für die Heranwachsenden etwas getan werden. Zum anderen freut sie sich, wenigstens einen Tag in der Woche in Görlitz zu sein - eine Stadt, die ihr durch ihre berufliche Tätigkeit ans Herz gewachsen ist. "Görlitz ist es wert, die Stadt immer wieder zu besuchen", sagt sie. Für die Förderung von Projekten spielt das aber keine Rolle: Wie bislang kommen die Gelder der Sparkassenstiftung dem ganzen Kreis zugute.

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