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Landskron investiert eine Million Euro

Neun Tanks für ein Zwischenlager werden in den kommenden Monaten installiert. Die sind für eine flexible Produktion der zwölf Biersorten nötig.

Das sind die drei bislang genutzten Zwischenlager-Tanks auf dem Gelände der Landskron Brauerei.
Das sind die drei bislang genutzten Zwischenlager-Tanks auf dem Gelände der Landskron Brauerei. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Die großen Tanks fallen schon von Weitem auf dem Gelände der Landskron Brauerei ins Auge. Ihr silbernes Aussehen hebt sich stark vom Rot der Backsteinbauten aus der Gründerzeit ab. 2.000 Hektoliter fassen die drei Tanks. Sie bilden einen Puffer zwischen der Bierherstellung und der Abfüllung. Hier wird das Bier "zwischengelagert" nach Gärung, Lagerung und Filtration, bevor es abgefüllt wird. Oder auch für den Fall, dass die Biere für Mischgetränke weiterverwendet werden.

Braumeister Andreas Faustmann vor dem Zwischenlager in der Landskron Brauerei in Görlitz.
Braumeister Andreas Faustmann vor dem Zwischenlager in der Landskron Brauerei in Görlitz. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Solange Landskron nur wenige Sorten abfüllt, ist das alles kein Problem. In 20 Stunden könnten die 200.000 Liter aus den Tanks abgefüllt werden. Aber mittlerweile führt das Unternehmen zwölf Sorten verschiedener Biere, ein Apfel-Radler sowie eine alkoholfreie Fassbrause mit Himbeer-Kirsch-Geschmack. So werden zunehmend Möglichkeiten zur Zwischenlagerung nötig. Darauf reagiert nun die Görlitzer Brauerei, indem sie neun weitere Zwischenlagertanks errichtet. Sie sind alle deutlich kleiner als die drei "Riesen", drei größere werden im Außengelände ihre neuen Standorte finden, die anderen sechs in den Kellern. Zwischen 1.000 und 250 Hektoliter werden sie fassen. Rund eine Million Euro kosten allein die Tanks.

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Vorbereitungen für die neue Anlage laufen seit zwei Jahren

Seit Jahren hat die Landskron Brauerei diese Erweiterung ihrer Zwischenlagerkapazitäten vorbereitet. Schon Braumeister Matthias Grall war damit beschäftigt, jetzt setzt sein Nachfolger Andreas Faustmann die Arbeit fort. Er hat sich nach eigenen Angaben gut in das Unternehmen eingelebt, seit 1. Februar ist er bei Landskron. Die Görlitzer Brauerei kennt der gebürtige Cottbuser schon von früher. Mittlerweile hat sich Faustmann auch eine Wohnung in Görlitz genommen. Die neuen Zwischenlagertanks sind sein erstes großes Projekt bei Landskron.

Das Unternehmen verbindet damit zwei Ziele. Zum einen soll die Produktion flexibler und effektiver ablaufen. Die Kapazitäten von Filterung und Zwischenlager stimmten nicht überein. Das hatte Folgen für die Produktion, die mitunter unterbrochen werden musste. Zum anderen spart die Brauerei mit der neuen Technik auch Energie.

Anlage soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen

Die Anlage plant das Bremer Unternehmen Sweco, das in Rietschen einen Standort hat. Die Wertschätzung ist gegenseitig. "Wir freuen uns sehr über diesen für Sweco spannenden Auftrag und natürlich darüber, dass wir etwas zum weiteren Bestehen dieser beeindruckenden Brauerei beitragen können", sagt Helmut Perk, Ressortleiter im Bereich Raum- & Umweltplanung aus Rietschen. Und Brauerei-Geschäftsführer Uwe Köhler erklärt: "Uns war es besonders wichtig, diesen Auftrag in der Region zu lassen. Mit Sweco in Rietschen haben wir einen zuverlässigen Partner gefunden."

Bevor die neuen Tanks kommen, ist vieles zu bedenken. So musste beispielsweise die Denkmalpflege der Aufstellung der neuen Tanks zustimmen. Schließlich steht die gesamte Brauerei unter Denkmalschutz. Die Planungen sollen im Sommer abgeschlossen werden, damit der Bau der Anlage ab September beginnen kann. Tiefe Fundamente müssen für die Tanks gebaut werden, bevor Ende des Jahres der erste Tank anrollt. Geht alles nach Plan, will die Landskron Brauerei im kommenden Jahr die Anlage in Betrieb nehmen.

Damit die Tanks bis auf das Betriebsgelände rollen können, muss aber die Zufahrt der Brauerei über die Sattigstraße jederzeit gewährleistet sein. Deshalb schaut Uwe Köhler sehr aufmerksam auf die Baustelle der Blockhausbrücke, wo die Stadt in den nächsten Monaten eine neue Brücke über die Eisenbahnstrecke nach Polen und Zittau errichtet. "Die Stadt hat uns zugesichert, dass die Zufahrt von dem Bau nicht beeinträchtigt wird", sagt er. Nur auf die beiden Werbetafeln unmittelbar an der Abfahrt zur Landskron Brauerei muss Köhler demnächst verzichten.

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