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Görlitzer Siemens-Werk hofft auf Wasserstoff-Zusage

Siemens Energy will künftig Elektrolyseure bauen. Um die Produktion bewirbt sich auch Görlitz. Und sieht Chancen auf Erfolg.

Wird der Zukunftspakt für das Görlitzer Siemens-Werk, der hier unterzeichnet wurde, jetzt mit Leben gefüllt?
Wird der Zukunftspakt für das Görlitzer Siemens-Werk, der hier unterzeichnet wurde, jetzt mit Leben gefüllt? © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Industriedampfturbinen können sie schon im Görlitzer Turbinenwerk von Siemens Energy. Nun könnte auch eine Technologie der Zukunft in Görlitz angesiedelt werden: Der Bau von Geräten, so genannten Elektrolyseuren, in denen mithilfe von Strom Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt wird. Gerade mit dem Wasserstoff verbinden sich große Erwartungen, um den Klimawandel und die damit verbundene Energiewende zu schaffen: Weg von der Kohle hin zu erneuerbaren Energien. Wasserstoff wiederum kann als Antriebsstoff vielfältig eingesetzt werden.

Görlitz im Wettbewerb mit Berlin und Mülheim

Siemens Energy will dieses wichtige Geschäftsfeld nun aufbauen und in die Produktion von Elektrolyseuren einsteigen. Wo das sein wird, darum wird in dem Konzern gerade gerungen. Neben Görlitz haben sich auch andere Siemens-Standorte wie Berlin oder Mülheim beworben.

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Trotzdem hoffen die Görlitzer Siemensianer, dass die Entscheidung für die Neißestadt fällt. "Das könnte den abgeschlossenen Zukunftspakt zum Erhalt des Standortes mit Leben erfüllen", sagt David Straube, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in Görlitz. Mitarbeiter, die in der konventionellen Turbinenfertigung nicht mehr benötigt werden, könnten bei der Elektrolyseur-Herstellung beschäftigt werden. Helfen könnten auch Fördermittel, mit denen Sachsen die Ansiedlung fördern kann. Schließlich bewirbt sich Sachsen um das "nationale Technologie- und Innovationszentrum Wasserstofftechnologie für Mobilitätsanwendungen" des Bundes.

Zusammenarbeit mit Fraunhofer passt

Auch würde die Produktion gut zu den Investitionen der Fraunhofer-Gesellschaft passen, die im Siemens-Innovationscampus künftig Elektrolyseure testen will.

Das Fraunhofer Hydrogen Lab Görlitz entsteht ab Ende des Jahres. Sachsen unterstützt den Aufbau mit 30 Millionen Euro. Ab 2023 sollen hier bis zu 30 Wissenschaftler unter anderem Fertigungstechnologien für Elektrolyseure weiter entwickeln, damit sie in große Serie und großer Zahl hergestellt werden können. Dabei setzt Fraunhofer auf eine enge Kooperation mit Siemens Energy. Als Fraunhofer im April seine Investitionen ankündigte, freute sich bereits der Görlitzer Standortleiter von Siemens-Energy, Sven Werner: "Die Kooperation von Forschungseinrichtungen und Industrie ist ein entscheidender Schlüssel für die Gestaltung des künftigen Energiemarktes, in dem wir neue und nachhaltige Technologien zur Anwendung bringen müssen."

Wie viele Arbeitsplätze mit dem neuen Geschäftsfeld verbunden wären, ist derzeit nur schwer abzuschätzen.

Einen Termin für eine Entscheidung wird von Siemens nicht öffentlich kommuniziert. Die Ausschreibungsfrist für die Bewerber ist jedoch abgeschlossen, der Görlitzer Betriebsrat rechnet mit Klarheit noch in diesem zweiten Quartal.

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