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Wo ist Ivy? – Vermisste Hündin verzweifelt gesucht

Der Mini-Australien-Shepard aus Mücka büxte in Reichenbach aus. Eine Großsuche startete – bisher ohne Erfolg.

Michaela Cwikla und Sven Franz haben Plakate gemacht. Etwa 40 Stück wurden mittlerweile zwischen Reichenbach und Markersdorf verteilt.
Michaela Cwikla und Sven Franz haben Plakate gemacht. Etwa 40 Stück wurden mittlerweile zwischen Reichenbach und Markersdorf verteilt. © Constanze Junghanß

Zwei Nächte haben Michaela Cwikla und Sven Franz nun schon im Auto mehr oder weniger geschlafen. Auf der Luftmatratze und von Dienstag zu Mittwoch vielleicht gerade mal drei Stunden, wie die Mitarbeiterin des Nieskyer Rettungsdienstes erzählt. Das junge Paar ist erschöpft. Aufgeben kommt für die beiden aber keinesfalls infrage. „Wir suchen so lange nach Ivy, bis wir sie gefunden haben“, sagt die Mückaerin mit Tränen in den Augen. Ivy ist eine fünfeinhalb-jährige Mini-Australien-Shepard-Hündin.

Und wahrscheinlich irrt sie seit zwei Tagen - aktuell etwa im Bereich zwischen Grundschule, Töpferberg, Gartensparte „Ewald Schwarz“ und „Papageiensiedlung“ - in Reichenbach herum. Aus diesem Gebiet kamen die letzten Sichtmeldungen. Deshalb haben Michaela und Sven ihre Autos da abgestellt, Futter und Wasser stehen bereit, die Kofferräume bleiben offen.

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Irgendwas erschreckte das Tier

Die Hündin lebt mit ihrer Besitzerin in Mücka, kennt sich in der Kleinstadt nicht aus. Sven Franz wollte am Dienstag einen Schwader bei der Reichenbacher Firma Reifahs abholen und nahm Ivy, die solche Ausflüge gewohnt ist, auf dem Traktor mit. Was dann passierte, kann sich das Paar nur so erklären: Vor irgendetwas muss Ivy plötzlich Panik bekommen und sich erschrocken haben. Vor was, darüber rätseln sie immer noch. Jedenfalls rannte die Hündin mit den blauen Augen plötzlich blitzschnell über die Straße. Jegliches Rufen half nichts, Ivy verschwand. Firmenmitarbeiter hätten noch lange bei der Suche geholfen, erzählt Michaela Cwikla. Doch der Mini-Shepard mit der seltenen Fellfarbe red-merle – eine Art rötliches Braun mit weiß – blieb wie vom Erdboden verschluckt. „Ivy war bisher noch nie weggelaufen“, sagt sie.

Und das ist die vermisste Hündin Ivy.
Und das ist die vermisste Hündin Ivy. © privat

Das Herz der beiden hängt sehr an der Hündin. „Ich habe sie sehr lieb gewonnen“, erzählt die Besitzerin, die die hübsche Vierbeinerin bekam, als diese ein Jahr jung war. Michaela Cwikla nahm sie bei sich auf. Da hatte sie bereits einen Hund und zwei Katzen. Das Quartett vertrug sich bestens. Letztes Jahr verstarb der andere Hund, eine der Katzen wurde vergangene Woche überfahren. Bereits dieses Schicksal macht der jungen Frau zu schaffen.

Hilfsbereitschaft nährt die Hoffnung

Und nun die Angst um Ivy. Was sie und Sven Franz im Moment aufbaut und weiter die Hoffnung auf ein gutes Ende nährt, ist die viele Hilfe, die die beiden bei ihrer Suche jetzt erfahren haben. Dafür sind sie sehr dankbar. „Wir durften rund 40 Plakate in und um Reichenbach und Markersdorf aufhängen, meine Freundin half beim Verteilen der Zettel und beim ausdrucken“, erzählt Michaela Cwikla. Ihre Arbeitgeber – der Rettungsdienst Niesky und das K 1 Gebäudemanagement – erlaubten, dass sie für die Suche extra Urlaub nehmen darf. Eine ihnen unbekannte Reichenbacher Radfahrerin habe extra die Gegend abgefahren, es gebe insgesamt viel Zuspruch und auch die Kinder der Grundschule wissen Bescheid und halten die Augen offen.

Denn zu Kindern habe die Hündin einen guten Draht, bei ihr unbekannten Erwachsenen dagegen sei sie ängstlich, schüchtern und vielleicht etwas panisch. „Sie ist ein Angsthund“, beschreibt Michaela Cwikla den Mini-Shepard. Deshalb sei es bei einer möglichen Sichtung sehr wichtig, der Hündin nicht hinterher zu rennen, sondern die Besitzer anzurufen oder vielleicht zu versuchen, Ivy mit Futter zu locken. Dabei sei günstig, sich klein zu machen – also in die Hocke zu gehen, damit Ivy keine Panik bekommt.

Aufgetaucht war das Tier, das ein grünes Halsband trägt, zwischendurch auch in Sohland und nahe des Wasserwerks Paulsdorfer Straße. Doch offenbar kehrte sie kurz darauf wieder Richtung Reichenbach um. Damit der Hund den vertrauten Geruch aufnehmen kann, warten Michaela und Sven nicht bei den Autos. Kilometerweit laufen sie durch Reichenbach. Sven hat mittlerweile zwei große Blasen an den Füßen. Das stört ihn weniger. Wichtig sei, dass die Hündin endlich wieder in ihr Zuhause findet.

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