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Wohltönender Klang aus Zinn statt aus Zink

Fördergelder und Spenden ermöglichen die Reparatur der Orgel in der Kirche von Kosel.

Die Orgelspielerin Viva Grineo-Polishchuk weiht mit ihrem Spiel die Orgel in der Kirche Kosel am 2. Advent nach einer mehrmonatigen Reparatur erneut ein.
Die Orgelspielerin Viva Grineo-Polishchuk weiht mit ihrem Spiel die Orgel in der Kirche Kosel am 2. Advent nach einer mehrmonatigen Reparatur erneut ein. © Rolf Ullmann

Die Königin der Musikinstrumente füllt am Nachmittag des 2. Advents das Innere der kleinen Dorfkirche in Kosel erneut mit ihrem Wohlklang. Seit dem 1. September schwieg sie, da die Röhle-Orgel dringend einer Reparatur bedurfte. In der Kirche sowie in der Werkstatt der Firma Herrmann Eule Orgelbau in Bautzen erfolgte die Instandsetzung der Holzpfeifen sowie des Blasebalges.

Im Fokus der Arbeiten stand die Erneuerung der 33 Projektpfeifen. Als die Orgel 1914 durch den Orgelbauer Julius Röhle geschaffen wurde, sorgten die Pfeifen aus Zinn für eine hohe klangliche Qualität. Doch bereits drei Jahre später mussten die hochwertigen Zinnpfeifen für Kriegszwecke abgegeben werden. Die 34 Kilogramm, die sie auf die Waage brachten, wurden für die Herstellung von Kriegsgerät im Ersten Weltkrieg gebraucht. 1918 erfolgte schließlich der Ersatz durch Orgelpfeifen aus Zink.

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Das nun die eher kleine Orgel mit ihren zwei Manualen die Gottesdienste sowie andere Veranstaltungen mit einem technisch anspruchsvollen Spiel untermalen kann, ist der großzügigen Förderung durch das europäische Leader-Programm zu verdanken. Von den insgesamt benötigten rund 28.000 Euro übernimmt Leader 20.150 Euro. Das entspricht einem Anteil von 70 Prozent. Als hilfreich erweist sich auch eine Spende des Lions Clubs Niesky Lausitzer Neiße.

Hans-Christian Doehring und Lothar Bienst übergeben den symbolischen Scheck in Höhe von 800 Euro vor Beginn des Gottesdienstes an Steffen Mrusek, den Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates. „Wir sind sehr dankbar für diese Spende, die wir vom Lions Club erhalten“, sagt Steffen Mrusek. Bereits schon einmal gehörte die Kirchengemeinde zu den Empfängern einer finanziellen Unterstützung durch den Club. „Das Geld stammt aus der Glühweinaktion, die der Lions Club seit einigen Jahren auf mehreren Weihnachtsmärkten im nördlichen Teil des Landkreises durchführt“, erläutert Lothar Bienst. Mit dem Erlös der Aktion unterstützen die Lions kirchliche, aber auch soziale Einrichtungen.

Ursprünglich sollte die Wiedereinweihung der Orgel während eines festlichen Adventskonzertes in der Kirche Kosel erfolgen. Die Beschränkungen durch die Coronapandemie lassen jedoch eine Veranstaltung in größerem Rahmen derzeit nicht zu. Sobald es die Umstände erlauben, wird das Konzert jedoch nachgeholt. Dafür konnte der Görlitzer Kirchenmusikdirektor Reinhard Seeliger als musikalischer Leiter gewonnen werden.

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