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Zoll erhält neuen Standort in Görlitz

In einem brach liegenden Gewerbegebiet investiert der Bund dafür bis Ende 2023 rund neun Millionen Euro. Ziel sind auch mehr Jobs.

Zoll-Mitarbeiter bei einer Kontrolle an der Autobahn A 4 in Görlitz-Ludwigsdorf.
Zoll-Mitarbeiter bei einer Kontrolle an der Autobahn A 4 in Görlitz-Ludwigsdorf. © Pawel Sosnowski

Wenn im Wolfsland-Krimi Yvonne Catterfeld ins Kommissariat geht, landet sie eigentlich beim Zoll. Denn das Film-Polizeibüro befindet sich im realen Zoll-Kommissariat auf der Görlitzer Schützenstraße. Doch das wird sich ändern.

Für den Zoll errichtet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben einen Neubau im Gewerbegebiet Klingewalde. Schon Ende 2023 soll der Bau für neun Millionen Euro fertig sein. Er wird für 110 Mitarbeiter der Einheiten Digitalfunkzentrale und Kontrolleinheit Verkehrswege Platz bieten. Im Gegenzug plant der Zoll seine Standorte in der Görlitzer Schützenstraße und in Zodel aufzugeben. Langfristig will die Bundesbehörde eine weitere Einheit in Görlitz ansiedeln. Es geht dabei um 15 Mitarbeiter, die mit Großröntgentechnik arbeitet.

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Damit der Bund das Gebäude errichten kann, muss er zuvor von der Stadt Görlitz einen Teil des Gewerbegebietes kaufen. Es geht dabei um rund 10.000 Quadratmeter. Insgesamt weist das Gewerbegebiet Klingewalde eine Fläche von rund 75.000 Quadratmetern auf. Es wurde in den 1990er-Jahren erschlossen. Doch seitdem hat sich nie eine Firma dort angesiedelt. Zumeist wurde die ungünstige Verkehrsanbindung als Hauptgrund genannt. Zuletzt nutzten Skater Teile des Gewerbegebietes als Trainingsstrecke.

Der Görlitzer Stadtrat soll nun dem Flächenverkauf an diesem Donnerstag seine Zustimmung erteilen. Der Bund wird 88.000 Euro zahlen, 30.000 Euro davon muss die Stadt zunächst einmal bunkern. Denn es droht eine Straf-Rückzahlung. Sie könnte fällig werden, wenn nicht mindestens 38.000 Quadratmeter des Gewerbegebietes von Firmen genutzt werden. Diese Bedingung sehen die Konditionen der Förderung für die Erschließung in den 1990er-Jahren vor. Ob und wann es letztlich zu dieser Rückzahlung kommt, ist aber noch offen.

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Die Investition des Zolls könnte der erste Schritt für die Nutzung des brach liegenden Gewerbegebietes sein. Der Freistaat plant zudem, zusammen mit der TU Dresden und der Stadt Görlitz ein Testzentrum für digitales Bauen in Klingewalde zu errichten. Eine Entscheidung dazu wird noch in diesem Jahr erwartet.

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