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Görlitzer Altstadt soll sicherer werden

Pensionsinhaber Sebastian Wenger will dafür einen privaten Wachdienst engagieren.

© Archivfoto: Nikolai Schmidt

Von Matthias Klaus

Görlitz. Der jüngste Sicherheitsstammtisch in seiner Pension sei gut besucht gewesen. „Wie viele Leute erschienen sind, habe ich nicht gezählt. Aber der Frühstücksraum war gut gefüllt“, sagt Sebastian Wenger. Der Unternehmer, der unter anderen Übernachtungsmöglichkeiten an der Ufer- sowie Hotherstraße vermietet und sich seit Längerem für mehr Sicherheit in der Stadt engagiert, ist durchaus zufrieden. Allerdings, einen Wermutstropfen sieht er auch. „Vonseiten der Händler und der Stadt war niemand da, trotz Einladung“, schildert Sebastian Wenger. Dabei sei es doch um Themen gegangen, die gerade diese Vertreter interessieren sollten.

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Sebastian Wenger beobachtet die Entwicklung der grenznahen Kriminalität schon seit Jahren. Seine Erfahrung daraus: „Es wird schlimmer.“ Natürlich, sagt er, werde es nie eine absolute Sicherheit geben. „Aber eben eine relative, eine gefühlte Sicherheit. Die kommt doch auch dem Handel, dem Tourismus zugute“, sagt er. Sein Ziel sei: „Görlitz ist sicher“. Für den Bürger bedeute dies: Schutz vor Einbruch und Diebstahl, für die Händler schwere Zeiten für Ladendiebe. Sebastian Wenger hat auch schon einen Plan, wie er das Ziel erreichen möchte, nach und nach. „Ganz klar: Wir planen hier keine Bürgerwehr“, macht er deutlich. Vielmehr denke Sebastian Wenger an einen privaten Sicherheitsdienst, der in der Altstadt nächtens auf Streife gehen soll, eine Art Pilotprojekt für Görlitz. Das kostet. Eine genaue Rechnung, wie viel Vermieter oder Mietervereinigungen zahlen sollen, hat er schon aufgestellt. Mindestens 20 Parteien müssten mitmachen. Dann läge der Betrag bei 180 Euro pro Beteiligten und Monat. Je mehr einzahlen, umso geringer wird die Summe.

Inzwischen will auch die sächsische Staatsregierung die kommunale Präventionsarbeit stärken. Das Kabinett hat gerade eben eine entsprechende Richtlinie beschlossen. Sachsens Regierung will damit unter anderem konkrete Projekte zur Kriminalitätsvorbeugung schaffen. Im Doppelhaushalt 2019/2020 stehen dafür insgesamt 140 000 Euro bereit. Ein Ziel des Ganzen: Das Sicherheitsgefühl der Bürger soll erhöht werden. Förderfähig seien beispielsweise die Organisation von lokalen Sicherheitstagen, Bürgerbefragungen, die Erarbeitung von Projektkonzeptionen. Diese Richtlinie soll die Initialzündung für eigene weitere Aktivitäten der kommunalen Ebene sowie für ihre Vernetzung mit Akteuren und Sicherheitsbehörden vor Ort sein“, so Innenstaatssekretär Günther Schneider.

Bei Sebastian Wenger stößt er damit wahrscheinlich auf offene Ohren. Er wünscht sich beispielsweise stärkere Präsenz der sächsischen Sicherheitswacht, mehr Streifen des Ordnungsamtes etwa auf der Berliner Straße, zivile Polizeistreifen. Und eine Fahrradstreife. „Gerade in der Görlitzer Altstadt wäre die ideal, statt der Autostreifen“, sagt Sebastian Wenger.