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Görlitzer Bankräuber auf der Flucht

Freitagmittag wurde die Sparkasse in der Kö-Passage überfallen. Der Täter entkam, wie viel er erbeutete, ist unklar.

© Danilo Dittrich

Von Matthias Klaus

Arbeiten in Görlitz

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Görlitz. Hubschrauber über der Stadt, Polizeifahrzeuge vor der Sparkassenfiliale in der Kö-Passage und an den Grenzen Kontrollen durch die Bundespolizei – Görlitz sucht am Freitagnachmittag einen Bankräuber. Gegen 11 Uhr hatte er die Filiale in Königshufen heimgesucht. „Er betrat unmaskiert den Schalterraum und bedrohte eine 61-jährige Mitarbeiterin“, berichtet Thomas Knaup, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz. Ein 18-jähriger Lehrling, der sich ebenfalls in dem Sparkassenraum aufhielt, habe dem Mann das geforderte Bargeld übergeben. „Daraufhin flüchtete der Mann aus der Bankfiliale in die Einkaufspassage. Die beiden Mitarbeiter der Sparkasse blieben dem Anschein nach unverletzt“, so Thomas Knaup. Sowohl Polizeidirektion als auch Sparkasse halten sich mit näheren Informationen sehr zurück. Unklar bleibt nach jetzigem Stand der Dinge: Wurden die Sparkassen-Mitarbeiter mit einer Waffe bedroht? Wenn ja: welcher Art? Wie floh der Täter, zu Fuß oder mit einem Auto? Wie viel erbeutete der Täter? Nach SZ-Informationen soll es sich um eine vierstellige Summe handeln. Die Polizeidirektion will aus „ermittlungstaktischen Gründen“ derzeit keine Informationen „zur Art der Bedrohung und der Höhe des geraubten Bargelds“ an die Öffentlichkeit geben, der Fortgang der Ermittlungen solle nicht gefährdet werden.

Die Bundespolizei kontrollierte heute Fahrzeuge mit polnischen Kennzeichen an der Stadtbrücke.
Die Bundespolizei kontrollierte heute Fahrzeuge mit polnischen Kennzeichen an der Stadtbrücke. © SZ/M. Klaus

Keine zwei Stunden nach der Tat scheint schon wieder Normalität in der Sparkassen-Filiale in der Kö-Passage eingezogen zu sein – abgesehen vom Fahrzeug der Kriminaltechnik vor dem Eingang. Geldautomat und Kontoauszugsdrucker. bleiben geöffnet. „Was ist denn hier los? Gab es einen Überfall?“ Der Radfahrer, der gerade absteigt und nur schnell Geld abheben will, dachte wohl eher, er habe einen Scherz gemacht. Dabei sind in der Filiale noch die Kriminaltechniker im Einsatz, sie bleibt geschlossen. „Keine Chance, heute keine Bankgeschäfte“, sagt einer von ihnen, der kurz die Filiale Richtung Passage verlässt. Während die Kriminalpolizei noch Spuren sichert und weiter die Filiale untersucht, dauert die Fahndung nach dem Bankräuber an. „Ein Fährtenhund verfolgte die Spur des Täters durch das angrenzende Wohngebiet“, so Thomas Knaup. Nach Informationen der SZ verlor er die Spur allerdings im Stadtgebiet.

Ein Polizeihubschrauber kreiste inzwischen über Görlitz und unterstützte den Einsatz aus der Luft. Streifen des örtlichen Reviers sowie der Bundespolizei und Zivilfahnder kontrollierten zahlreiche Personen und Fahrzeuge auf der Suche nach dem flüchtigen Mann. Der soll polnisch gesprochen haben. Deshalb besetzt die Polizei gemeinsam mit der Bundespolizei die Grenzübergänge in und um Görlitz. Nach Informationen des Bundespolizeireviers in Ludwigsdorf betraf dies allerdings nur das Görlitzer Stadtgebiet, also Altstadt- und die Stadtbrücke. An letzterer wurden immer wieder Fahrzeuge mit polnischem Kennzeichen zur Kontrolle herausgewunken. An der Autobahn, heißt es auf Nachfrage der SZ, habe die Bundespolizei ihren regulären Dienst verrichtet, ohne spezielle Kontrollen wegen des Banküberfalls.

Bis zum Redaktionsschluss am Freitag gab es noch keine Spur zu dem Königshufener Bankräuber. Ein Bild von ihm gibt es laut Polizei derzeit nicht. So viel ist über ihn bekannt: Der Mann ist zwischen 40 und 45 Jahre alt, etwa 1,65 Meter groß. Bekleidet war er mit einer blauen Hose, einer grauen Jacke und einer schwarzen Mütze. „Er hielt einen Klarsicht-Zippbeutel mit blauem Rand in der Hand, in welchem die Beute steckte“, so Polizeisprecher Thomas Knaup. Der Überfall auf eine Sparkasse in Königshufen erinnert an einen Raub in den 1990er Jahren. Damals war die Filiale noch in einem Haus im Alexander-Bolze-Hof.

Die Kriminalpolizei bittet jetzt bei der Suche nach dem Bankräuber um Mithilfe und stellt folgende Fragen:

Wer hat den beschriebenen Mann vor oder nach der Tat im Umfeld der Sparkassenfiliale in Königshufen oder im Stadtgebiet Görlitz gesehen?

Sachdienliche Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle und das Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Görlitz unter Tel. 03581 468 100 sowie 110 entgegen.