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Görlitz

Görlitzer gewinnt Ideenpreis

Nico Purschke beschäftigt sich mit der zunehmenden Datenflut. Seine Ideen dazu wurden am Dienstag ausgezeichnet.

Nico Purschke freut sich über den Ideenpreis 2019. Der Görlitzer ist Student an der hiesigen Hochschule.
Nico Purschke freut sich über den Ideenpreis 2019. Der Görlitzer ist Student an der hiesigen Hochschule. ©  Nikolai Schmidt

Er ist jetzt der Überflieger an der Hochschule Zittau-Görlitz, zumindest, wenn es um die Informationstechnik, kurz IT, geht: Nico Purschke. Der 23-Jährige, geboren in Görlitz, wohnhaft in Görlitz und Student in Görlitz, gewinnt am Dienstag den IT-Ideenpreis. „Ich habe es erst vergangene Woche erfahren und konnte es kaum glauben“, verrät er. Jetzt steht Nico Purschke im Hörsaal ganz vorn und hält den Preis, eine Plastik des Dresdner Künstlers Ulrich Eißner in den Händen. Sie erinnert an einen Hochspringer, der ein Hindernis überwindet. Die Saxonia Systems AG vergibt den Preis. Das Unternehmen ist seit 1990 auf dem Markt, entwickelt Softwarelösungen, hat insgesamt 275 Mitarbeiter in Deutschland und Ungarn. Im Görlitzer Standort an der Berliner Straße arbeiten 28 Beschäftigte. Davon sind 17 Absolventen der hiesigen Hochschule.

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Nico Purschke bekommt den Ideenpreis für seine Bachelorarbeit. Im August vergangenen Jahres verteidigte er sie, bekam eine glatte 1,0. Derzeit absolviert er einen Masterstudiengang an der Hochschule Zittau-Görlitz. Nico Purschke beschäftigt sich in seinem Bachelor mit der zunehmenden Datenflut. Sensordaten, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Vergleichbarkeit – das sind seine Themen, die zunehmende Digitalisierung des Alltags also im weitesten Sinne, das „Internet der Dinge“. „Da kommen große Herausforderungen auf die IT zu“, ist sich Hochschulrektor Friedrich Albrecht sicher.

Der Strukturwandel in der Lausitz, der Kohleausstieg, der zum Teil mit neuen Entwicklungen in der Informationstechnologie kompensiert werden soll – Friedrich Albrecht sieht die Branche vor einem Wandel. „Wir haben entsprechende Konzepte entwickelt“, sagt der Hochschulrektor, will aber nicht ins Detail gehen. Nur so viel sagt er: „Görlitz hat sich als IT-Standort entwickelt und hat eine hervorragende Perspektive.“ Friedrich Albrecht setzt unter anderem auf eine Zusammenarbeit der Hochschule mit dem angekündigten neuen Forschungszentrum Casus. Dort sollen komplexe Systeme wie etwa die Umwelt erforscht, sie besser verstanden werden. „Es wird neue Arbeitsplätze, neue Forschungsplätze geben“, sagt Friedrich Albrecht. Die Informationstechnologie, ist er sich sicher, werde in Zukunft noch viel stärker in den Alltag der Menschen eingreifen. „In alle Bereiche des Lebens“, sagt Friedrich Albrecht. Und: „Wir brauchen neue Köpfe, neue Ideen.“ Drei davon stehen am Dienstag ebenfalls als Preisträger fest, drei Abiturienten vom Görlitzer Augustum-Annen-Gymnasium: Max Hennersdorf, Jonathan Kretschmer, Louis Rädisch. Sie haben sich mit einem Problem beschäftigt, das wohl nicht nur Gymnasiasten tagtäglich auf das Mobiltelefon schauen lässt. ADJUVO heißt ihre App. Sie ist, kurz gesagt, ein Schulplaner, ersetzt zum einen das gute, alte Hausaufgabenheft, kann aber genauso die aktuellen Stunden- und Vertretungspläne anzeigen und Ähnliches. Die Görlitzer Nachwuchs-IT-Spezialisten setzten sich mit ihrer Idee gegen fünf Mitbewerber durch. Sie kamen unter anderem aus Seifhennersdorf, Bautzen, Großröhrsdorf und brachten kreative Vorhaben mit – von der Bodenfeuchtemessung für Grünpflanzen im Urlaub bis zum Organisationsplan für eine Musikgruppe.

Max Hennersdorf, Louis Rädisch, Jonathan Kretschmer (v.l.) gewannen den IT-Nachwuchspreis.
Max Hennersdorf, Louis Rädisch, Jonathan Kretschmer (v.l.) gewannen den IT-Nachwuchspreis. ©  Nikolai Schmidt

Zum zweiten Mal geht damit der IT-Nachwuchspreis an das Augustum-Annen-Gymnasium. Er wird von der Internexum GmbH, ebenfalls ein IT-Unternehmen aus Görlitz, vergeben. „Wir wollen zum einen Interesse an der Informationstechnologie wecken, zum anderen praxisnahe Schülerprojekte fördern“, sagt Internexum-Geschäftsführer Daniel Strauß.

Technik ist das eine, Entspannung, das menschliche Miteinander, das andere. Das weiß auch Preisträger Nico Purschke. Er setze auf die Zusammenarbeit mit den Mitstudenten. „Wir ziehen das Studium gemeinsam durch“, sagt er. Und in seiner Freizeit liebt er Musik. Nico Purschke spielt im Jugendshoworchester Görlitz.

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