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Görlitzer Polizisten halten polnische Hooligans auf

Zum Europa-League-Spiel Hannover – Wroclaw reisten auch gewaltbereite Fans. Polizisten kontrollierten deshalb die Grenzbrücken.

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Von Ralph Schermann

Während in Hannover das Europa-League-Spiel gegen Slask Wroclaw (Breslau) gestern um 20.45Uhr startete, kam für Bundes- und Landespolizisten in Ostsachsen bereits um 10 Uhr der Anpfiff. Zunächst hatte allein die Polizeidirektion Hannover Sicherheitsbedenken, dann aber sickerte auch aus den Reihen des polnischen Grenzschutzes die Bestätigung durch, dass sich gewaltbereite Hooligans auf den Weg machen würden. „Deshalb wurde einige Stunden die Einreise an den Görlitzer Grenzübergängen verstärkt“, bestätigt Michael Engler, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf. Schwerpunkt waren die Übergänge Stadtbrücke und Autobahn, kontrolliert wurde aber auch in Hagenwerder und im Bereich der Eisenbahn. Unterstützt wurden die Ludwigsdorfer durch zwei Einsatzzüge der Direktion Pirna, Beamte aus benachbarten Inspektionen sowie durch den in Görlitz stationierten Einsatzzug der Landespolizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien. Insgesamt waren über 150 Beamte an der Görlitzer Grenze tätig, an ihrer Seite auch die Hundestaffel und Beamte der Mobilen Kontrollgruppen.

Die Einreisekontrollen bestätigten den Verdacht. „Bis zum frühen Nachmittag hatten wir mehrere Fangruppen als gewaltbereit erkannt und 24 Personen zur Sicherheit des Spieles und zu ihrer eigenen Sicherheit zurückgehalten“, sagt Michael Engler. Zudem wurden nach dem Versammlungsgesetz verbotene Gegenstände und Fanartikel in Verwahrung genommen, zum Beispiel mehrere schlagkraftverstärkende Handschuhe.

Zuvor hatte der Sprecher der Wroclawer Polizeikommandantur, Krzysztof Zaporowski, noch beruhigt, dass es keine „besondere Warnung seites der polnischen Behörden“ gäbe. Man setze darauf, dass „die Partie nur in sportlicher Hinsicht interessant“ sei. Die Polizeiführung von Hannover dagegen deutete kurzzeitig sogar an, überfordert zu sein, wenn zu viele Hooligans anreisen würden.

Im Stadion erwarteten tausende Anhänger ihre Mannschaft Hannover 96. Viele von ihnen wollten sich nach Agenturmeldungen aber nur direkt im Stadion in Fankleidung zeigen, sahen möglicherweise also auch gegnerisches Gewaltpotenzial. Dabei stand Hannover 96 in der gestern bei Redaktionsschluss noch andauernden Begegnung nach dem Hinspielsieg 5:3 in Breslau bereits so gut wie in der Gruppenphase der Europa League, das Rückspiel galt nur noch als Formsache. Auch dies sei allerdings durchaus mit ein Grund dafür, warum die Fans von Verlierern gelegentlich unsportlich werden, sagt ein Polizeisprecher.