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Görlitz

Görlitzer Wertarbeit auf Dresdens Straßen

Eine Tradition wird jetzt fortgesetzt: Der Waggonbau hat schon von 1896 bis 1954 insgesamt 124 Trams für Dresden hergestellt.

1925 kamen aus Görlitz die Triebwagen wie dieser in die Landeshauptstadt, viele davon waren noch in den 1970er Jahren im Einsatz.
1925 kamen aus Görlitz die Triebwagen wie dieser in die Landeshauptstadt, viele davon waren noch in den 1970er Jahren im Einsatz. © Sammlung Theurich

Die Waggonbaubetriebe Görlitz und Bautzen haben einen Großauftrag für den Nahverkehr erhalten: Sie bauen 30 Straßenbahnen für Dresdner Verkehrsbetriebe. Das ist eine gute Meldung und setzt eine große Tradition fort. 

Schon seit Jahrzehnten gibt es so ein Zusammenwirken. Der Görlitzer Waggonbau hat von 1896 bis 1954 insgesamt 124 Trams für Dresden hergestellt. Allein 1925 kamen aus Görlitz die Triebwagen mit den Nummern 1646 bis 1670 in die Landeshauptstadt, viele davon waren noch in den 1970er Jahren im Einsatz. 

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Die Nummer 1660 aber erlebte eine besondere Geschichte. Dieser Triebwagen rollte zunächst bis 1937 im Liniendienst, dann wurde er umgebaut als Aussichtswagen für Stadtrundfahrten. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die medizinische Versorgung zusammenbrach, bauten die Dresdner das Fahrzeug zu einem Arzt-Wagen um, der nach festem Fahrplan zwischen den Betriebshöfen pendelte und die arbeitsmedizinische Betreuung der Mitarbeiter sicherstellte. Als er am 9. November 1949 startete, verpasste man ihm eine neue Nummer: 3160. Später kamen ein Anhänger als Wartezimmer und ein weiterer Beiwagen als rollende Zahnarztpraxis dazu. 1973 lief diese Art der Betreuung aus, der Zug kam in Coswig zur Abstellung. 

Doch bald schon warteten weitere Aufgaben auf das Görlitzer Wumag-Fahrzeug. 1980 wurde es zum „Hauptdarsteller“ im Fernsehfilm „Meines Vaters Straßenbahn“ und spielte als Nummerierung mit der originalen 1660 und der fiktiven 1656 sogar eine Doppelrolle. Anlässlich des VII. Pioniertreffens der DDR wurde er erneut umgebaut. Nun wurde aus und mit der Nummer 1660 ein historischer Triebwagen für Sonderfahrten. Erst nach 1990 kam das Aus für den Görlitzer: Er wurde verschrottet, nicht allerdings, ohne seine wesentlichsten Teile für den Aufbau des neuen Traditionswagens 1644 vorher ausgebaut zu haben.

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