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Gold für eine Lebensretterin

Familie Reinwardt/Rost verdankt ihr Leben Katze Muschi. Sie hat den Brand im Wohnhaus zuerst bemerkt.

© André Braun

Von Doreen Hotzan

Leisnig. Muschi ist endlich wieder zu Hause. Der Katze der Familie Reinwardt/Rost aus Leisnig geht es gut. „Sie hat noch Tabletten zur Beruhigung bekommen, aber sonst ist alles in Ordnung“, sagt Antje Reinwardt. Sie ist froh, die Katze um sich zu haben. Und das mehr denn je. Immerhin verdanken Antje Reinwardt, ihr Lebensgefährte Marcus Rost, ihre vierjährige Tochter und der damals noch ungeborene Sohn Paul ihr Leben dem Tier.

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Nur weil die Katze mitten in der Nacht verrückt spielte, konnte sich die Familie Ende September unversehrt aus ihrem brennenden Wohnhaus an der Colditzer Straße retten. Dort war auf dem Dach ein Feuer ausgebrochen. Entgegen aller Gerüchte, die derzeit in Leisnig die Runde machen, ist jedoch nicht die Solaranlage Auslöser für den Brand gewesen. „Die Ermittler haben festgestellt, dass es an dem Trafo für eine LED-Lampe lag“, stellt Antje Reinwardt klar. Daran, was alles hätte passieren können, wenn Muschi nicht gewesen wäre, will sie lieber nicht denken. An die Heldentat des Vierbeiners erinnert nun ein Napf aus Blech mit der Aufschrift „Rescue-Cat Muschi“. Den haben Arbeitskollegen ihres Lebensgefährten angefertigt, erzählt Antje Reinwardt. Der hat nun in der vorübergehenden Bleibe der Familie einen Ehrenplatz bekommen.

Salon wurde zerstört

Auch beruflich muss die Friseurin wieder von vorne anfangen. Bei dem Brand wurde das gesamte Inventar ihres Salons zerstört, der sich im Erdgeschoss des Wohnhauses befand. Doch ans Aufgeben hat die Inhaberin nie gedacht. Sie schaut nach vorne – auch wegen ihrer 16 Angestellten. Antje Reinwardt sorgte dafür, dass der Betrieb am Laufen blieb. „Die Mitarbeiter machen Hausbesuche. Und auch die Lösung mit der Nutzung von Räumlichkeiten im Seniorenzentrum am Sonnenblick hat sich bewährt“, freut sich die inzwischen zweifache Mutter. Söhnchen Paul kam am 3. Oktober zur Welt. Doch viel Zeit, um den Mutterschutz voll auszukosten, bleibt Antje Reinwardt nicht. Es gibt noch viel zu tun. Denn schon bald will die Geschäftsfrau den Friseur- und Kosmetiksalon in der „alten 100“ an der Chemnitzer Straße 3 eröffnen.

Derzeit sind die Umbauarbeiten in vollem Gange. „Der Fußbodenbelag kommt jetzt rein und am Freitag werden die Möbel aus dem aufgelösten Friseurkabinett der Berufsschule in Döbeln geliefert, die wir einräumen. Und nächste Woche stehen noch Putzarbeiten an“, so Antje Reinwardt. Wenn alles nach Plan verläuft, wird der Friseur- und Kosmetiksalon am 2. November um acht Uhr für die Kunden öffnen.

Viele nehmen Anteil

Ein Großteil der Baumaterialien, die in dem neuen Geschäft zum Einsatz kommen, sollen mit dem Geld vom Spendenkonto der Stadt Leisnig finanziert werden. Das wurde kurz nach dem Brand für die Familie eingerichtet. „Dort sind wohl schon über 4 000 Euro eingegangen“, so Antje Reinwardt. Die Stadtverwaltung bestätigt diese Summe auf DA-Nachfrage.

„Wir sind überwältigt, dass so viele Anteil an unserem Schicksal nehmen“, so die zweifache Mutter. Sie selbst sind mit dem Nötigsten versorgt. Nur die vierjährige Tochter vermisst noch das eine oder andere Spielzeug, dass den Flammen zum Opfer fiel. Einen Teil bekommt die Kleine bereits zum Geburtstag, der Ende November ist, sagt Antje Reinwardt. Und den Rest bringt vielleicht der Weihnachtsmann, dem die Vierjährige bereits eine lange Liste geschrieben hat.

Spendenkonto IBAN: DE 96 860 55 46 200 349 200 01; BIC: SOLADES1DLN; Bank: Kreissparkasse Döbeln; Stichwort Brandopfer Colditzer Straße 4; Telefon Friseursalon: 034321 13464

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