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Goldene Erinnerungen am Terrassenufer

Die Schülerzahlen steigen. Diese Plattenschule ist daher besonders wichtig für die Stadt. Dort wurde jetzt gefeiert.

© René Meinig

Von Claudia Rausch

Normalerweise ist es jetzt ganz ruhig auf den Gängen im Schulhaus am Terrassenufer. Die Kinder haben noch Unterricht. Doch an diesem Tag ist alles anders. Senioren sind auf den Gängen unterwegs. Sie treffen sich, um sich zu erinnern. Sie plauschen über alte Zeiten. Es ist kein simples Klassentreffen. Die ganze Schule feiert Jubiläum, das Goldene.

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Vor 50 Jahren wurde sie eröffnet. Dafür sind viele ehemalige Lehrer und Schüler gekommen. „Weißt Du noch, damals?“, „Dich hätte ich ja gar nicht mehr erkannt!“ Zu erzählen gibt es vieles. 1967 wurde die Oberschule gebaut. Sie galt damals als modernster Schulbau Dresdens. Und war auch architektonisch neu. Die Verbindungsgänge der beiden Haupthäuser sind länger, als bei vorherigen Bauten und haben extra Ein- und Ausgänge für den Innenbereich sowie nach außen.

Schauplatz im Defa-Film

Zunächst bekam der Bau den Namen 18. Oberschule. „Käthe Kollwitz“ hieß die Schule erst später. Das musste erst mit den Nachfolgern der bedeutenden Künstlerin verhandelt werden, sagt Renate Arnold, damalige Schulleiterin und Nachfolgerin des ersten Direktors Lothar Geipel. Sogar Schüler der ersten Generation sind zu dem Jubiläum vor Kurzem gekommen.

Über Umwege konnte sie die Kontakte auftreiben, sagt Renate Arnold. „All diese Schüler von früher haben mit so viel Hochachtung, so viel Freude, Stolz und Respekt von ihren damaligen Lehrern und ihrer damaligen Schule gesprochen, dass es mich zu Tränen rührte.“ Die Erinnerungen erfüllen die Schüler und Lehrer mit Stolz. Das archivierte Gästebuch liest sich wie das einer renommierten international agierenden Einrichtung. Schüler aus Paris, Gäste aus Algerien und Ägypten, Praktikanten aus Mali und Korrespondenten der japanischen Rundfunk-und Fernsehgesellschaft kamen bis 1973 zu Besuch. Im Jahr 1968 wurde die Schule sogar Schauplatz des Defa-Films „Netzwerk“.

Auch jetzt ist das Gebäude noch sehr wichtig für Dresden. Nicht als fester Schulstandort, sondern als Ausweichquartier. Klassen aus anderen Schulen ziehen im Falle einer Sanierung in diesen Standort. Zurzeit lernen hier 21 Schulklassen. Zwölf Klassen der Grundschule Naußlitz und neun Klassen der Stufen sechs und sieben der Dreikönigsschule. Diese sollen planmäßig Anfang nächsten Jahres ausziehen. Im Herbst 2018 ziehen dann die Kinder des Gymnasiums Plauen in die Schule. Dann lernen hier bis zu 1 000 Schüler. Der Platz würde nicht reichen. Daher wird das Gebäude durch zusätzliche sogenannte mobile Raumeinheiten vergrößert.

Nach einigen Stunden kehrt wieder Ruhe in das alte Gebäude ein. Die Zeit schreitet fort, die Erinnerung bleibt.