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Grafikmarkt feiert 40-Jähriges

Gesellschaftliche, räumliche und personelle Veränderungen forderten die Veranstalter immer wieder heraus.

© Archiv/Arvid Müller

Von Nina Schirmer

Radebeul. Lieselotte Finke-Poser ist von Anfang an dabei. Zum 40. Mal wird die Radebeuler Künstlerin am Sonntag ihren Stand beim Grafikmarkt aufbauen und zum 40. Mal werden dann kunstinteressierte Besucher zu der inzwischen 92-Jährigen pilgern, ihre Werke begutachten und sich das ein oder andere Teil mit nach Hause nehmen.

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So war es schon am 20. Oktober 1979. Damals hatte ein Grüppchen von 24 Radebeuler Künstlern ihre Grafiken im Festsaal im Rathaus aufgebaut. Auf Holztischen und an Wäscheleinen aufgehängt, präsentierten sie ihre Kunst, erinnert sich Lieselotte Finke-Poser. Und im Treppenhaus standen die Leute Schlange, um eines der heiß begehrten Originale zu ergattern. Fritz treue, seinerzeit Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft, hatte die Idee für den ersten Grafikmarkt in Radebeul, die bis heute erfolgreich geblieben ist. An diesem Samstag haben sich über 100 Künstler angekündigt. Außerdem wird es 14 Sonderstände geben. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 4 000 Besuchern. Der Radebeuler Grafikmarkt ist der älteste seiner Art in Sachsen, der lückenlos jedes Jahr stattgefunden hat.

Für die Organisatoren war das mitunter eine große Herausforderung. Nicht nur einmal stand der Markt vor dem Aus. Als sich die Radebeuler Ortsgruppe des Kulturbundes 1990 auflöste, übernahm die Stadtgalerie zunächst zögerlich die Veranstaltungsorganisation. Das Kaufinteresse an Kunst tendierte in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs gegen Null, sagt Stadtgaleristin Karin Baum. Doch die Beharrlichkeit habe sich ausgezahlt. Der Grafikmarkt wurde schnell wieder beliebt. Sogar so sehr, dass es 2015 fast erneut sein Aus bedeutet hätte.

Die Räumlichkeiten im Rathaus und in der benachbarten Schillerschule waren für den Besucherandrang schlicht zu klein geworden. Außerdem standen in den Gebäuden wichtige Sanierungsarbeiten an. Trotz großer Bedenken von manchen Seiten zog der Grafikmarkt in die Elbsporthalle an der Festwiese in Altkötzschenbroda um, wo eine Fläche von 900 Quadratmetern zur Verfügung steht. Seit dem habe der Markt vor allem an sozialer Qualität gewonnen, sagt Karin Baum, weil Familien mit Kinderwagen gleichermaßen wie ältere Leute mit Rollator daran teilhaben und mit den Künstlern ins Gespräch kommen können.

Für die Stadtgaleristin wird es in diesem Jahr der letzte Grafikmarkt sein, den sie vor ihrem Ruhestand organisiert. „Ich wünsche mir, dass sich das Interesse an Kunst auch auf die nächste Generation überträgt und der Grafikmarkt noch recht lange fortbesteht“, sagt sie. Das Besondere an der Veranstaltung sei die große Kommunikationsfreude und Aufgeschlossenheit, sowohl beim Publikum als auch bei den Künstlern. „Der Begriff Grafikmarkt signalisiert bereits, dass man keine Berührungsängste zu haben braucht und für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas im Angebot ist“, so Baum.

Zum ersten Mal präsentiert sich in diesem Jahr neben den zahlreichen Künstlern, die von Grafiken über Collagen bis zu Aquarellen eine breite Palette anbieten, auch eine Studentengruppe von der Dresdner Kunsthochschule. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums gibt es außerdem eine Ausstellung mit Fotos.

Der Grafikmarkt findet am 4. November von 10 bis 18 Uhr in der Elbsporthalle statt. Der Eintritt ist frei.