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Radebeul

Graswurzeln mit Sprengkraft

SZ-Redakteurin Dominique Bielmeier über Kritik an den Fridays-for-Future-Streiks.

© dpa/SZ

Was bleibt noch von der Kritik an Fridays for Future? Die Schüler schwänzen eben nicht nur Schule, sie pflanzen auch Bäume, sie räumen Müll weg und verzichten zunehmend auf die gerne zitierten „Eltern-Taxis“ – offenbar selbstfahrende Taxis, denn sonst wäre doch zumindest eine Mit-Kritik an den Fahrern angebracht. Nun legen sie ihre Demos auch noch auf die Zeit außerhalb der Unterrichtsstunden.

Und die Schüler blicken sogar ziemlich reflektiert auf die Fridays-for-Future-Bewegung selbst. Wo mit den Erwachsenen schon mal die „Jetzt-wird-endlich-die-Welt-gerettet“-Pferde durchgehen, sagt der stellvertretende Kreisschülersprecher ganz cool: Der Hype um Greta sei ihm manchmal etwas zu groß. Zu den Demos geht er trotzdem, das schließt sich nicht aus. Ohnehin sind die Forderungen der streikenden Schüler nicht ideologisch abgehoben. Bessere Infrastruktur für Radfahrer und an einem Tag in der Woche mal auf tierische Produkte verzichten – das sollte doch zu machen sein?

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Womit die Grünen noch auf die Nase gefallen sind – dabei ging es nicht einmal um einen veganen Tag, nur um einen vegetarischen – das machen die Kinder und Jugendlichen zu einer Graswurzelbewegung mit Sprengkraft. Wer jetzt noch krampfhaft nach Argumenten sucht, sich über ihr Anliegen lustig zu machen, der wird sich fragen müssen, wovon er damit eigentlich ablenken will – vielleicht sogar sich selbst.