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Grausiger Fund im Geräteschuppen

Wegen einer brennenden Hütte ruft ein Anwohner die Feuerwehr. Doch es ist mehr als nur ein kleines Feuer.

Von Marco Henkel

Meißen. Brandgeruch sticht in der Nase. Das angekokelte Dach liegt auf einer Wiese. In den Trümmern sind nur noch die Überreste einer Schubkarre zu erkennen.

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Für die Feuerwehr dürfte es zunächst nach einem Routineeinsatz ausgesehen haben, als sie am Donnerstagmorgen gegen halb neun Uhr zu einem Schuppenbrand in der Beethovenstraße gerufen wird. Ein Mieter eines Mehrfamilienhauses hatte kurz zuvor einen lauten Knall gehört, der aus der unmittelbaren Umgebung stammen musste. „Ich wusste, es war eine Verpuffung. Ich schaute sofort aus dem Fenster und sah den Schuppen im Garten lichterloh in Flammen stehen“, beschreibt er die Situation. Der Mann befürchtete, die Flammen könnten angefacht durch den Wind, auf das etwa zehn Meter entfernte Wohnhaus übergreifen. Deswegen alarmierte er sofort Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei.

Die Feuerwehr war schnell mit einem Löschfahrzeug vor Ort und brachte den Brand unter Kontrolle. Doch als das Feuer gelöscht war, machten die Brandbekämpfer eine furchtbare Entdeckung: In den Überresten des bis auf die Grundmauern niedergebrannten Schuppens fanden sie zwischen den verkohlten Gartengeräten die Überreste eines Menschen. Die Leiche war durch den Brand so entstellt, dass eine schnelle Identifizierung bislang nicht möglich war. Selbst über das Geschlecht der Leiche machte die Polizei in ihrer Pressenotiz keine Aussage. Die Identität soll nun bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung geklärt werden.

Es deutet nach SZ-Informationen jedoch vieles daraufhin, dass es sich bei dem Toten um einen weiteren Bewohner des Mehrfamilienhauses handelt. Er ist laut Aussage seines Nachbarn der Besitzer des schmalen Schuppens und wird seit dem Brand vermisst. Der Vermisste soll in dem Mietshaus mit einer Frau zusammenwohnen, die von ihm gepflegt wurde.

Wie es zu der Verpuffung kommen konnte, ist indes noch völlig unklar. Die Dresdner Kriminalpolizei hat die Ermittlungen, insbesondere zur Brandursache aufgenommen.

Der Fall auf der Beethovenstraße ist die zweite Verpuffung in der Region mit schlimmen Folgen in kurzer Zeit. Ende September mussten die Feuerwehren von Räckelwitz, Panschwitz und Nebelschütz auf den Miltitzer Wiesenweg ausrücken. In einem Wohnhaus war es im Obergeschoss zu einer Verpuffung gekommen. Der 68-jährige Bewohner kam allerdings mit dem Leben davon. Mit schweren Brandverletzungen wurde er in die Klinik gebracht.