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Greenpeace: Deutsche lehnen Braunkohle-Tagebau ab

Nach einer Greenpeace-Umfrage will eine Mehrheit der Deutschen den Ausstieg aus der Braunkohle. Am Dienstag wird eine Entscheidung über die Erweiterung des Tagebaus Welzow-Süd in der Lausitz erwartet. Greenpeace protestiert auf einer Tour durch drei Länder.

Berlin. Eine Mehrheit der Deutschen lehnt weitere Braunkohle-Tagebaue ab. Das geht aus einer Umfrage hervor, die Greenpeace in Auftrag gegeben hatte. Die Umweltschutzorganisation präsentierte die Ergebnisse am Sonntag, wenige Tage vor der erwarteten Entscheidung über den Tagebau Welzow-Süd.

Wie Greenpeace mitteilte, wollen 79 Prozent der Brandenburger und 87 Prozent aller Bundesbürger bis 2030 einen Verzicht auf Braunkohle. 73 Prozent der Brandenburger und 88 Prozent aller Deutschen halten neue Tagebaue für nicht verantwortbar, wenn Schäden für Umwelt und Natur groß sind. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid hatte vom 22. April bis 26. Mai 357 Brandenburger und 1006 Menschen bundesweit befragt.

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„Die Menschen nehmen die katastrophalen Folgen der Braunkohle für Mensch, Natur und Klima nicht länger hin“, sagte Anike Peters, Kohleexpertin von Greenpeace.

Die rot-rote Landesregierung in Brandenburg entscheidet voraussichtlich am Dienstag darüber, ob der schwedische Energiekonzern Vattenfall sein Tagebaugebiet Welzow-Süd in der Lausitz erweitern darf. Etwa 800 Bewohner müssten dafür umgesiedelt werden. Nach Einschätzung von Landtagsfraktionschefin Margitta Mächtig werden alle vier Linken-Minister im Kabinett zustimmen.

Greenpeace-Aktivisten campieren seit vergangenem Montag im Innenhof und auf dem Dach der Parteizentrale der Linken in Berlin. Sie werfen der Linken Widersprüche vor, da die Bundespartei für einen Ausstieg aus der Kohle stehe.

Am Samstag hatte Greenpeace in einer weiteren Protest-Aktion ein fünf Meter hohes Schaufelrad eines Braunkohlebaggers auf dem Tempelhofer Feld in Berlin aufgestellt. Es war der Start einer zwölfwöchigen Tour durch Deutschland, Tschechien und Polen, wie die Organisation mitteilte. In mehr als 20 deutschen Städten sollen die Menschen ihre Stimme gegen die Braunkohle abgeben. (dpa)