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Politik

Asylbeauftragter warnt vor Moria-"Taktik"

Nach dem Brand des Flüchtlingslagers auf Lesbos will Griechenland die obdachlosen Migranten keinesfalls aufs Festland holen.

Blick über ein provisorisches Zeltlager für geflüchtete Menschen in der Nähe von Mytilini auf Lesbos.
Blick über ein provisorisches Zeltlager für geflüchtete Menschen in der Nähe von Mytilini auf Lesbos. © Petros Giannakouris/AP/dpa

Athen. Die griechische Regierung wird die obdachlosen Migranten von Lesbos nicht aufs Festland holen. "Der 'Taktik' von Moria würden sonst bald andere Aufnahmezentren auf den Inseln Chios, Samos, Leros und Kos folgen", erklärte der Asylbeauftragte des Migrationsministeriums, Manos Logothetis, der griechischen Tageszeitung "Kathimerini" (Montag). 

Stattdessen müssten die Menschen so schnell wie möglich in provisorischen Zeltlagern unterkommen, bis ein neues Aufnahmelager gebaut werde. "Alles andere würde bedeuten, dass alle bisher unternommenen Anstrengungen zur Begrenzung der Flüchtlingsströme und zur Entlastung der Inseln zunichte gemacht würden", sagte Logothetis. "Mach es wie in Moria" könne zum neuen Slogan der Lager werden. Deshalb sei es ausgeschlossen, einen großen Teil der Menschen von der Insel zu holen.

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Ausnahmen hatte Athen in den vergangenen Monaten immer wieder für besonders schutzbedürftige Migranten und für Familien gemacht, nicht zuletzt, um das überfüllte Lager zu entlasten. 

Positive Corona-Tests

Nach einer weiteren Nacht im Freien seien am Montagmorgen weitere Migranten ins provisorische Zeltlager von Kara Tepe eingezogen, teilte das Migrationsministerium mit. Alle würden auf Corona getestet. Bis Montagvormittag wurden insgesamt 550 Menschen in dem provisorischen Zeltlager aufgenommen. 14 von ihnen wurden bei einem Schnelltest als Corona-positiv diagnostiziert, hieß es aus Kreisen des Migrationsministeriums. 

Viele Menschen zögern weiterhin, in dieses Camp zu gehen. Gerüchte machen die Runde, denen zufolge das provisorische Lager eine Art Gefängnis werden könnte, das niemand verlassen kann. Zudem hindern nach Augenzeugenberichten überwiegend aus Afghanistan stammende Migranten ihre Landsleute daran, ins Camp Kara Tepe zu gehen, wie es aus Regierungskreisen heißt. 

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